Edamame ganz europäisch: So schmeckt die junge Sojabohne auch ohne japanische Zutaten
Wenn draussen die Wiesen wieder saftiger leuchten, steigt die Lust auf Grünes auf dem Teller. Nur: Die Natur hält noch wenig bereit. Sie erwacht gerade erst.
Da helfen tiefgekühlte Edamame weiter. Die jungen Sojabohnen bringen farblich willkommene Abwechslung in die Küche. Kohl, Pastinaken und Schwarzwurzeln waren zwar lecker, aber optisch eben eher eintönig.
Proteinreiche Bohne
Edamame haben sich einen Namen als gesunden Snack in der japanischen Küche gemacht. Sie kommen oft als ganze Schoten in heisses Wasser und kochen dort ein paar Minuten. Schliesslich würzt man sie mit grobkörnigem Salz, knackt die Schoten mit den Zähnen auf und löst die einzelnen Bohnen heraus. Hier sind sie ein Trendfood, in Asien stehen sie seit etwa acht Jahrhunderten auf dem Speisplan, heisst es.

Die jungen Sojabohnen enthalten mit 13 Prozent viel Eiweiss. Mehr als grüne Bohnen (2,4 Prozent). Mehr auch als Erbsen (6,6 Prozent), denen sie optisch ähneln. Überhaupt passen sie in Gerichte, in denen Erbsen auch munden würden. Edamame schmecken manchmal süsslich, manchmal leicht nussig oder buttrig, immer frisch und nie aufdringlich.
Eine Herausforderung vielleicht, ihren Namen auszusprechen. Verarbeiten lassen sich Edamame aber einfach. Auch ganz ohne japanische Zutaten und fern von Bowls und Nudelsuppen.
Unbedingt kochen
Sie ergänzen zum Beispiel bestens eine Quiche mit Zucchetti, Frühlingszwiebeln und Dill. Wenn sie aus dem Ofen kommen, sind sie knusprig, purzeln bei fast jedem Bissen vom Gebäck, sofern man es von Hand isst. Am Schluss liest man sie alle zusammen und merkt: Sie würden geröstet in etwas Öl und mit Gewürzen auch Chips ersetzen.

- Zutaten: eine Rolle Blätterteig, ein Ei, eine Zucchetti, Olivenöl, 150 g gefrorene Edamame, eine Frühlingszwiebel, ein paar Zweige Dill, etwas Salz und Pfeffer, 150 g Frischkäse
- Zubereitung: Ofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchetti mit der Mandoline in dünne Scheiben und Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Alles mit Öl, etwas Salz und Pfeffer in einer Schüssel mischen. Den Teig ausrollen, die Ränder einschlagen und die Teigfläche mit dem Frischkäse bestreichen. Ei verquirlen und Teigrand damit bestreichen. Edamame eine Minute lang in kochendem Wasser blanchieren und danach abtropfen lassen. Zucchetti Scheibe für Scheibe auf den Teig legen, Frühlingszwiebeln darübergeben. Rund 10 Minuten im Ofen backen. Quiche herausnehmen und mit Edamame belegen. Weitere 10 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Mit Dill belegen und sofort servieren.
Eine etwas andere Raviolifüllung

Püriert mit Walnüssen, etwas Wasser und Öl füllen sie selbstgemachte Ravioli. Etwas braune Butter, frisches Basilikum und Parmesan dazu, schon steht da ein Essen, das eigentlich zu schade für nur unter der Woche ist und auch Wochenendgäste erfreuen würde. Einziger Minuspunkt: Das hübsche Grün kommt zu wenig zur Geltung zwischen den Teigschichten.

- Zutaten: eine Packung Pastateig mit zwei Rollen, 150 Gramm tiefgekühlte Edamame, 5 EL Wasser, 3 EL Öl, zwei Handvoll Baumnüsse, frisches Basilikum, 75 Gramm Butter, etwas Salz
- Zubereitung: Edamame fünf Minuten in heissem Wasser kochen. Sie dann mit Nüssen, Wasser und Öl mixen, bis eine Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pastateig ausrollen, je einen Teelöffel Masse im Abstand von ein paar Zentimetern auf den Teig geben. Die andere Hälfte unbelegt lassen. Teigenden mit Wasser befeuchten, eine Teighälfte auf die andere legen. Mit den Fingern sanft andrücken, die Luft rauspressen und die Ravioli vorformen. Mit einem Teigrad die Ravioli zuschneiden. Wasser zum Kochen bringen, Herd auf mittlere Hitze zurückschalten. Die Ravioli ins siedende Wasser geben. Solange kochen, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Unterdessen die Butter mit etwas Salz in einer Pfanne schmelzen und auf kleiner Stufe erwärmen, bis sie sich bräunlich färbt, nicht mehr schäumt und nussig duftet. Parmesan in dünne Stücke schneiden. Ravioli abschöpfen und abtropfen lassen. Auf den Teller geben und mit brauner Butter beträufeln und mit Parmesan belegen. Basilikum in dünne Streifen schneiden und darübergeben. Sofort servieren.

Wer jetzt euphorisch in die Küche eilt, sollte noch einige Dinge beachten: Edamame immer fünf bis sieben Minuten in heissem Wasser kochen, auch wenn die tiefgekühlten Exemplare schon vorgegart sind. Sie können sonst Bauchbeschwerden verursachen. Soja enthält ausserdem Isoflavone, welche die Funktion der Schilddrüse behindern können. Normale Mengen bereiten selten Probleme.
Beachtet man diese Regeln, hat das Superfood das Zeug zum Supermotivator in der Küche. Edamame bringen mühelos Zutaten aus verschiedenen Weltregionen zusammen. Fusionsküche - nicht mehr wegzudenken aus Gourmetlokalen - gelingt damit nicht mehr nur Sterneköchen, sondern auch Hobbyköchinnen und Hobbyköchen. Monosugoi!

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