­
­
­
­

Edamame ganz europäisch: So schmeckt die junge Sojabohne auch ohne japanische Zutaten

In Asien stehen Edamame schon lange auf dem Speiseplan, hier sind sie gerade trendy. Die unreif geernteten Sojabohnen schmecken nicht nur in Bowls, sondern auch auf Quiche und in Ravioli.
Bleibt nicht lange unangebissen: Gemüsequiche mit Edamame, die Lust auf Frühling macht. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Edamame sind grün, weil sie unreif geerntet werden. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Gemüsequiche mit Edamame. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Für die Raviolifüllung kommen Edamame zusammen mit Baumnüssen, Wasser und Öl in den Mixer. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Selbstgemachte Ravioli mit überraschend grüner Füllung, die sich (leider) gut versteckt. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Pastateig mit der Füllung belegen. Dabei eine Teighälfte frei lassen. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Ostbröckli-Redaktorin Diana Hagmann-Bula. (Bild: Benjamin Manser)

Wenn draussen die Wiesen wieder saftiger leuchten, steigt die Lust auf Grünes auf dem Teller. Nur: Die Natur hält noch wenig bereit. Sie erwacht gerade erst.

Da helfen tiefgekühlte Edamame weiter. Die jungen Sojabohnen bringen farblich willkommene Abwechslung in die Küche. Kohl, Pastinaken und Schwarzwurzeln waren zwar lecker, aber optisch eben eher eintönig.

Proteinreiche Bohne

Edamame haben sich einen Namen als gesunden Snack in der japanischen Küche gemacht. Sie kommen oft als ganze Schoten in heisses Wasser und kochen dort ein paar Minuten. Schliesslich würzt man sie mit grobkörnigem Salz, knackt die Schoten mit den Zähnen auf und löst die einzelnen Bohnen heraus. Hier sind sie ein Trendfood, in Asien stehen sie seit etwa acht Jahrhunderten auf dem Speisplan, heisst es.

Edamame sind grün, weil sie unreif geerntet werden. (Bild: Diana Hagmann-Bula)

Die jungen Sojabohnen enthalten mit 13 Prozent viel Eiweiss. Mehr als grüne Bohnen (2,4 Prozent). Mehr auch als Erbsen (6,6 Prozent), denen sie optisch ähneln. Überhaupt passen sie in Gerichte, in denen Erbsen auch munden würden. Edamame schmecken manchmal süsslich, manchmal leicht nussig oder buttrig, immer frisch und nie aufdringlich.

Eine Herausforderung vielleicht, ihren Namen auszusprechen. Verarbeiten lassen sich Edamame aber einfach. Auch ganz ohne japanische Zutaten und fern von Bowls und Nudelsuppen.

Unbedingt kochen

Sie ergänzen zum Beispiel bestens eine Quiche mit Zucchetti, Frühlingszwiebeln und Dill. Wenn sie aus dem Ofen kommen, sind sie knusprig, purzeln bei fast jedem Bissen vom Gebäck, sofern man es von Hand isst. Am Schluss liest man sie alle zusammen und merkt: Sie würden geröstet in etwas Öl und mit Gewürzen auch Chips ersetzen.

Gemüsequiche mit Edamame. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Quiche mit Edamame, Zucchetti, Frühlingszwiebeln und Dill
  • Zutaten: eine Rolle Blätterteig, ein Ei, eine Zucchetti, Olivenöl, 150 g gefrorene Edamame, eine Frühlingszwiebel, ein paar Zweige Dill, etwas Salz und Pfeffer, 150 g Frischkäse
  • Zubereitung: Ofen auf 200 Grad vorheizen. Zucchetti mit der Mandoline in dünne Scheiben und Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Alles mit Öl, etwas Salz und Pfeffer in einer Schüssel mischen. Den Teig ausrollen, die Ränder einschlagen und die Teigfläche mit dem Frischkäse bestreichen. Ei verquirlen und Teigrand damit bestreichen. Edamame eine Minute lang in kochendem Wasser blanchieren und danach abtropfen lassen. Zucchetti Scheibe für Scheibe auf den Teig legen, Frühlingszwiebeln darübergeben. Rund 10 Minuten im Ofen backen. Quiche herausnehmen und mit Edamame belegen. Weitere 10 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Mit Dill belegen und sofort servieren.

Eine etwas andere Raviolifüllung

Für die Raviolifüllung kommen Edamame zusammen mit Baumnüssen, Wasser und Öl in den Mixer. (Bild: Diana Hagmann-Bula)

Püriert mit Walnüssen, etwas Wasser und Öl füllen sie selbstgemachte Ravioli. Etwas braune Butter, frisches Basilikum und Parmesan dazu, schon steht da ein Essen, das eigentlich zu schade für nur unter der Woche ist und auch Wochenendgäste erfreuen würde. Einziger Minuspunkt: Das hübsche Grün kommt zu wenig zur Geltung zwischen den Teigschichten.

Selbstgemachte Ravioli mit überraschend grüner Füllung, die sich (leider) gut versteckt. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Ravioli mit Edamame-Nuss-Füllung
  • Zutaten: eine Packung Pastateig mit zwei Rollen, 150 Gramm tiefgekühlte Edamame, 5 EL Wasser, 3 EL Öl, zwei Handvoll Baumnüsse, frisches Basilikum, 75 Gramm Butter, etwas Salz
  • Zubereitung: Edamame fünf Minuten in heissem Wasser kochen. Sie dann mit Nüssen, Wasser und Öl mixen, bis eine Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer würzen. Pastateig ausrollen, je einen Teelöffel Masse im Abstand von ein paar Zentimetern auf den Teig geben. Die andere Hälfte unbelegt lassen. Teigenden mit Wasser befeuchten, eine Teighälfte auf die andere legen. Mit den Fingern sanft andrücken, die Luft rauspressen und die Ravioli vorformen. Mit einem Teigrad die Ravioli zuschneiden. Wasser zum Kochen bringen, Herd auf mittlere Hitze zurückschalten. Die Ravioli ins siedende Wasser geben. Solange kochen, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Unterdessen die Butter mit etwas Salz in einer Pfanne schmelzen und auf kleiner Stufe erwärmen, bis sie sich bräunlich färbt, nicht mehr schäumt und nussig duftet. Parmesan in dünne Stücke schneiden. Ravioli abschöpfen und abtropfen lassen. Auf den Teller geben und mit brauner Butter beträufeln und mit Parmesan belegen. Basilikum in dünne Streifen schneiden und darübergeben. Sofort servieren.
Pastateig mit der Füllung belegen. Dabei eine Teighälfte frei lassen. (Bild: Diana Hagmann-Bula)

Wer jetzt euphorisch in die Küche eilt, sollte noch einige Dinge beachten: Edamame immer fünf bis sieben Minuten in heissem Wasser kochen, auch wenn die tiefgekühlten Exemplare schon vorgegart sind. Sie können sonst Bauchbeschwerden verursachen. Soja enthält ausserdem Isoflavone, welche die Funktion der Schilddrüse behindern können. Normale Mengen bereiten selten Probleme.

Beachtet man diese Regeln, hat das Superfood das Zeug zum Supermotivator in der Küche. Edamame bringen mühelos Zutaten aus verschiedenen Weltregionen zusammen. Fusionsküche - nicht mehr wegzudenken aus Gourmetlokalen - gelingt damit nicht mehr nur Sterneköchen, sondern auch Hobbyköchinnen und Hobbyköchen. Monosugoi!

Ostbröckli-Redaktorin Diana Hagmann-Bula. (Bild: Benjamin Manser)
 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Japan-Hype in der Schweiz: Diese Ramen-Kette will 30 Filialen eröffnen

Die japanische Küche liegt im Trend. Schweizer Gastronomen erhalten zusehends Konkurrenz von Ketten aus dem Mutterland von Ramen, Sushi und Co.
19.03.2026
Abo

So bereiten Sie Fischsaucen am besten zu: Tipps unseres Experten

Ich würde gerne eine Fischsauce zubereiten, habe aber grossen Respekt davor. Und sie ist mir auch schon einige Male misslungen. Entweder wurde sie zu dick oder dann zu dünn. Was ist zum Beispiel «beurre manié»? Zu welchem Fisch passen entsprechende Saucen? Gibt es auch «schnelle» Fischsaucen?
15.03.2026
Abo

Bärlauch: Duft der Schweiz oder Gestank der Hölle?

Aromabombe oder bloss aufdringlicher Cheib? Wenn der Bärlauch auf dem Teller liegt, gehen die Meinungen auseinander. Was für und was gegen ihn spricht.
14.03.2026

Wettbewerb

Vaterland Online «Pistenticker» Wettbewerb
Pistenticker 2025/2026 (2)

Umfrage der Woche

Soll die Kontrollpflicht für ältere Autofahrer angepasst werden?
­
­