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Italienischer Rechtspopulist Bossi gestorben

Mit Kritik an Rom holte der Lega-Gründer im Norden des Landes viele Stimmen. An der Seite von Silvio Berlusconi sass er dann dort in der Regierung. Jetzt ist er mit 84 Jahren gestorben.
Umberto Bossi wurde 84 Jahre alt. (Bild: Paolo Magni)

Der Mitbegründer der rechten italienischen Regierungspartei Lega, Umberto Bossi, ist tot. Der Abgeordnete und zweimalige Minister starb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus der norditalienischen Stadt Varese, wie die Partei mitteilte. Bossi hatte Mitte der 1980er Jahre in der Lombardei die Autonomiebewegung Lega Autonomista aus der Taufe gehoben. Daraus entwickelte sich zunächst die Lega Nord und dann die rechtspopulistische Lega, die heute in Rom an der Regierung ist.

Umberto Bossi wurde 84 Jahre alt. (Bild: Paolo Magni)

Bossis Karriere war eng mit dem Aufstieg des 2023 verstorbenen mehrfachen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verknüpft, mit dem er sich aber auch immer wieder verkrachte. Als Abgeordneter sass der frühere Kommunist viele Jahre lang im italienischen Parlament und auch im Europaparlament. Unter Berlusconi, dem Gründer der Partei Forza Italia, war er zweimal Minister. Italiens Präsident Sergio Mattarella würdigte ihn als «aufrichtigen Demokraten».

Haftstrafe nach Skandal um Parteifinanzen

Im Norden des Landes hatte Bossi mit Kritik am italienischen Zentralismus und teils wüsten Tiraden gegen den Süden zeitweise grossen Erfolg. 2012 musste er infolge eines Finanzskandals als Parteichef zurücktreten. Wegen Veruntreuung von Parteimitteln wurde er später zu einer Haftstrafe verurteilt. In den vergangenen Jahren trat Bossi trotz seines Senatorenpostens öffentlich nur noch wenig in Erscheinung.

Heute wird die Lega von Verkehrsminister Matteo Salvini geführt, der an der Seite von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in der Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien auch Vize-Regierungschef ist. In den Umfragen liegt die Lega aktuell unter zehn Prozent. Wegen Bossis Tod sagte die Partei am Abend alle Veranstaltungen für eine Volksabstimmung über eine Justizreform an diesem Sonntag und Montag ab. (dpa)

 
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