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Ziehsohn der Morettis: «Menschen lagen übereinander am Boden, einige brannten» ++ Opferanwältin beantragt externen Staatsanwalt

Bei einer Silvesterfeier in Crans-Montana kam es zu einem verheerenden Brand. Vierzig Personen kamen ums Leben, viele Verletzte mussten in Spitäler im Ausland verlegt werden. Hier gibt es laufend Updates.
Eric Dosdo, ehemaliger Betreiber der Bar «Le Constellation» von 2005 bis 2015. (Bild: Screenshot: RTS)
Micheline Calmy-Rey am 4. Januar während der Sonntagsmesse in der katholischen Kapelle Saint-Christophe, die den Opfern des Brandes in Crans-Montana  gewidmet war. (Bild: Keystone)
Jacques Moretti sitzt in U-Haft. (Bild: Keystone)
Jacques und Jessica Moretti mit einem Anwalt (rechts) bei ihrer Ankunft in Sitten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

12:50 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Ziehsohn der Morettis: «Menschen lagen übereinander am Boden, einige brannten»

Der Ziehsohn der Morettis hat sich gegenüber der Nachrichtenplattform geäussert und die dramatischen Ereignisse in der Silvesternacht geschildert. «Plötzlich gab es diesen Moment, als eine Massenbewegung von innen in Richtung der Veranda einsetzte. In diesem Moment kamen die Leute schreiend heraus. Jessica Moretti kam zu mir und sagte: ‹Es brennt›».

«Viele Menschen versuchten, sich aus der Verandatür zu drängen. Sie kamen nicht mehr hinaus. Einige Leute versuchten gemeinsam mit mir, sie herauszuziehen. Aber irgendwann war da viel zu viel Rauch.»

Er schildert auch, wie er als die Flammen gelöscht waren ins Lokal gestürmt sei: «Es war das Chaos. Menschen lagen übereinander am Boden, einige brannten. Kriechend retteten wir mehrere bewusstlose Personen.» (has)

10:13 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Opferanwältin beantragt Ernennung von externem Staatsanwalt

Die Lausanner Anwältin Miriam Mazou hat bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Ernennung eines externen Sonderstaatsanwalts für die Aufklärung der Brandkatastrophe von Crans-Montana beantragt. Der Antrag sei bereits am 10. Januar eingereicht worden, das berichtet der «Blick».

Gegenüber «RTS» sagte sie am Montagabend an, dass das Walliser Recht eine solche Option in Fällen «wichtiger Gründe» vorsieht. Mazou begründete ihren Antrag mit dem Ausmass der Tragödie und der Tatsache, dass die Justiz auch die Handlungen der Walliser Behörden untersuchen müsse. (has)

08:01 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Charlie Hebdo reagiert mit Karikatur auf Klage

Nachdem im Wallis aufgrund einer Karikatur von Charlie Hebdo über das Drama von Crans-Montana Strafanzeige erstattet wurde, legt der Autor der Zeichnung nach.

Am Montag veröffentlichte die Satirezeitung eine neue Karikatur als Antwort auf die Kontroverse. Darauf sind zwei Armbrustschützen zu sehen, die die Redaktion der Wochenzeitung dezimieren, begleitet von dem Satz: «Darf man mit den Schweizern blasphemieren?» (watson.ch)

06:31 Uhr

Dienstag, 13. januar

Das ist die Kellnerin mit dem Helm

Bei der Kellnerin mit dem Helm, die den Brand in der Bar «Le Constellation» wahrscheinlich auslöste, handelt es sich um Cyane Panine (†24). Die Kellnerin starb in der Silvesternacht, nachdem Reanimationsversuche gescheitert waren, wie der «Blick» berichtet. (has)

21:11 Uhr

Montag, 12. Januar

«Ich weiss nicht, warum die Treppe verengt wurde» – das sagt der Ex-Wirt zur Brandnacht

Der ehemalige Wirt der Bar «Le Constellation» äusserte sich zum Mal in der «RTS»-Sendung «Mise au Point» zur Brandkatastrophe von Crans-Montana. Eric Dosdo führte die Bar zwischen 2005 und 2015. Im Interview stellt er die baulichen Veränderungen, die die Morettis vornahmen, infrage.«Ich weiss nicht, warum sie die Treppe verengt haben», sagt Dosdo.

Eric Dosdo, ehemaliger Betreiber der Bar «Le Constellation» von 2005 bis 2015. (Bild: Screenshot: RTS)

Als Dosdo das Lokal betrieb, soll die Treppe, die in den Keller der Bar hinunterführte, deutlich breiter gewesen sein. Als das Ehepaar Moretti die Bar 2015 übernahm, wurde diese schmaler. Die umfangreichen Renovierungsarbeiten sollen übereinstimmenden Medienberichten zufolge von Jacques Moretti selbst durchgeführt worden sein. Er installierte auch den Schallschutz, der in der Unglücksnacht Feuer fing – diesen gab es zu Dosdos Zeiten noch nicht. Die Bar schloss damals bereits um 1 Uhr nachts und wurde nicht wie ein Nachtklub geführt, so der ehemalige Wirt. (cam)

16:19 Uhr

Montag, 12. Januar

Crans-Montana: Mitte-Nationalrat fordert Verkaufsverbot von «Charlie Hebdo»

Das französische Satire-Magazin «Charlie Hebdo» sorgt mit einer Karikatur zur Feuertragödie von Crans-Montana für Empörung. Die Zeichnung, die verletzte und brennende Skifahrer zeigt, erschien ausgerechnet am nationalen Trauertag der Schweiz.

Der Walliser Mitte-Nationalrat Benjamin Roduit spricht von einer «Verletzung der Menschenwürde» und bezeichnet die Karikatur als «widerwärtig und inakzeptabel». Er kündigt an, in der nächsten Parlamentssession Massnahmen zu prüfen und schliesst ein Verkaufsverbot von Charlie Hebdo in der Schweiz nicht aus.

SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor ist ebenfalls schockiert, zweifelt jedoch an einem juristischen Erfolg. Die wirksamste Sanktion sei letztlich der Boykott durch die Leser, so Addor.

Unterdessen wurde Strafanzeige gegen das Magazin eingereicht. (cam)

16:18 Uhr

Montag, 12. Januar

Einst an der Seite von Sacha Baron Cohen – heute im Zentrum der Ermittlungen: Wer ist Jessica Moretti?

Seit dem 1. Januar geht ihr Name um die Welt: Jessica Moretti. Hier ist die Geschichte der Geschäftsführerin der Todes-Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. (chm)

14:43 Uhr

Montag, 12. Januar

Jessica Moretti mit Inhaftierung ihres Mannes einverstanden

Die Frau von Jacques Moretti hält dessen Untersuchungshaft für eine gute Idee. Das teilt Jessica Moretti in einem Schreiben mit, das ihre Anwälte veröffentlicht haben. Sie sei der Ansicht, dass das Zwangsmassnahmengericht ihrem Mann seine Freiheit wiedergeben werde, sobald dies sicher möglich ist. Das Gericht haben mit der vorläufigen Inhaftierung ihres Mannes die richtige Entscheidung getroffen. (nib/watson)

14:25 Uhr

Montag, 12. Januar

Gemeinde Crans-Montana doch nicht als Klägerin

Die Gemeinde Crans-Montana wollte sich als «Zivilpartei» am Strafverfahren zum Silvesternacht-Drama beteiligen. Nun zieht sie ihren Antrag zurück, wie RTS berichtet. Der Grund: Die Walliser Staatsanwältin habe der Gemeinde mitgeteilt, dass sie ihr eine Nebenklage verweigern wird.

Die Ankündigung einer Nebenklage hatte für Aufsehen gesorgt. Denn die Gemeinde vermittelt damit den Eindruck, dass sie sich als Opfer der Tragödie sieht. Gleichzeitig gibt sie zu, dass eigene Fehler gemacht wurden. Etwa indem die Bar nicht vorschriftsmässig kontrolliert wurde. (pin)

12:48 Uhr

Montag, 12. Januar

Gericht ordnet Untersuchungshaft für Moretti an

Jacques Moretti, Besitzer und Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana, bleibt in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis hat diese Massnahme am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhängt und vorerst auf eine Dauer von drei Monaten festgelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte Moretti am Freitag im Anschluss an die erste Anhörung zur Brandkatastrophe inhaftiert. Bei dem Unglück in der Silvesternacht starben 40 Personen, 116 wurden schwer verletzt. Jessica Moretti, die Ehefrau, wurde unter Auflagen freigelassen.

Das Zwangsmassnahmengericht teilte Jacques Moretti zudem mit, dass es unter Umständen bereit wäre, die Untersuchungshaft aufzuheben. Dies könnte der Fall sein, wenn die Staatsanwaltschaft Ersatzmassnahmen anordnet, welche der Fluchtgefahr entgegenwirken. Solche Sicherheiten müssen sorgfältig geprüft werden. Deshalb habe der Freiheitsentzug derzeit Vorrang, so das Zwangsmassnahmengericht. Moretti werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen. (kä)

10:45 Uhr

Montag, 12. Januar

Zeugenaussagen belasten Bar-Betreiber

Zeugenaussagen belasten die Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» schwer. Wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet, wurden zwischen dem 1. und 2. Januar zehn hauptsächlich junge Gäste befragt, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Bar aufhielten, insbesondere im Keller, wo sich die Tragödie ereignete.

Ihre Aussagen stimmen in mehreren Punkten überein. So geben sie an, dass es tatsächlich Wunderkerzen waren, die den Akustikschaum an der Decke entzündet haben. Vor allem aber wird bestätigt, dass es offenbar kaum Vorkehrungen für einen Brandfall gegeben hatte. Alle Befragten hatten für ihre Flucht aus dem Keller die Haupttreppe benutzt. Von einigen wird bemängelt, dass es weder einen gekennzeichneten Notausgang noch eine Brandmeldeanlage oder einen Feuerlöscher gegeben hatte.

Gemäss Dokumenten, welche RTS einsehen konnte, weichen diese Aussagen von denen des Ehepaars Moretti komplett ab. Jacques Moretti gab an, die Notausgänge seien mit grünen Piktogrammen gekennzeichnet gewesen. Seine Anwälte bestätigten gegenüber RTS die Existenz eines Notausgangs im Keller, der laut Aussage ihres Mandanten stets geöffnet sei, sowie das Vorhandensein von Feuerlöschern.

Schliesslich gab Jacques Moretti während seiner Anhörung angeblich zu, dass seine Angestellten nicht für den Umgang mit Notfällen wie einem Brand geschult waren. Die Anwälte des Ehepaars lehnten eine Stellungnahme zu diesen Details ab. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. (pin)

08:07 Uhr

Montag, 12. Januar

Strafanzeige gegen Karikatur von Charlie-Hebdo eingereicht

Eine Karikatur der französischen Zeitung Charlie-Hebdo sorgte am Wochenende für Aufregung. Die Zeichnung zeigt die verbrannten Opfer des Infernos, die Skifahren gehen. Eine Autorin und ein Anwalt reichen deshalb eine Strafanzeige bei der Walliser Justiz ein. Für sie fällt die Karikatur unter Artikel 135 des Strafgesetzbuches, diese ahndet die Verbreitungen gewalttätiger Inhalte, die die Menschenwürde verletzt. (nib/watson)

06:24 Uhr

Montag, 12. Januar

80 Verletzte werden weiter im Spital behandelt

80 Verletzte befinden sich nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana noch immer in Spitälern in der Schweiz und im Ausland. Das sagte der Walliser Staatsrat Mathias Reynard im Westschweizer Fernsehen RTS. Einige Verletzte, die sich in Spezialkliniken befinden, könnten in den kommenden Wochen zurück in Walliser Spitäler gebracht werden, sagt er weiter.

17:23 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Neue Details: Treppe wurde für 34 der 40 Opfer zur tödlichen Falle

Ein internationales Ermittlerteam hat am 4. Januar den Ort der Katastrophe untersucht und dabei auch Erkenntnisse der Schweizer Behörden berücksichtigt, wie die italienische Tageszeitung «Il Giornale» berichtet.

Demnach wurden 34 der insgesamt 40 Todesopfer am Fuss einer Treppe entdeckt – teilweise übereinanderliegend. Laut dem Bericht der Ermittler war die Treppe in den Jahren vor dem Brand mehrfach umgebaut worden. Ursprünglich drei Meter breit, wurde sie vor rund fünf Jahren auf 1,37 Meter verschmälert, wie die «Bild» schreibt.

Bilder aus dem Jahr 2015 zeigen die damaligen Renovationsarbeiten. Im Jahr 2020 soll der Betreiber, Jacques Moretti, die Treppe erneut deutlich verengt haben. In dem Bericht der italienischen Ermittler heisst es: «34 Leichen wurden am Fusse der Treppe gestapelt gefunden.» (cam)

14:41 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Inferno-Wirt zu Wunderkerzen: «Wir machen das seit zehn Jahren, es gab nie Probleme»

Bei seiner Anhörung soll der Betreiber der Bar Jaques Moretti zu den Wunderkerzen gesagt haben: «Wir machen das seit zehn Jahren, es gab nie Probleme». Das berichtet «Le Monde». Moretti glaubt deshalb, dass nicht allein die Wunderkerzen den Brand verursacht hätten. Er sagt auch, er hätte Tests mit den Wunderkerzen durchgeführt, das berichtet der «Blick». (has)

13:43 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Crans-Montana: So schildern Jacques und Jessica Moretti die Brandnacht

In den Stunden nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana befragte die Polizei die beiden Betreiber der Bar, Jacques und Jessica Moretti. Die Aussagen des Betreiber-Paars enthüllen weitere Details der Silvesternacht. Das berichtet BFMTV.

Jacques Moretti erwähnt zunächst eines der Opfer: seine Schwiegertochter, die 24-jährige Kellnerin Cyane P. «Ihr Freund und ich haben mehr als eine Stunde lang versucht, sie draussen auf der Strasse zu reanimieren, bis uns die Rettungskräfte sagten, dass es zu spät sei», schildert Moretti. Morettis Frau erwähnt P. ebenfalls – sie sei wie ihre kleine Schwester gewesen. «Sie hatte Weihnachten mit uns verbracht. Ich bin am Boden zerstört», so Jessica Moretti.

In der Brandnacht waren auch zahlreiche Minderjährige im Lokal, darunter auch unter 16-Jährige. Mehrere von ihnen gehörten zu den Todesopfern. «Ich fühle mich verantwortlich, nicht alle geschützt zu haben», sagt Jacques Moretti. «Es ist die Tragödie meines Lebens», erklärt seine Frau. (watson.ch)

07:33 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Das Imperium der Barbetreiber und Geldwäsche

Die Morettis bauten sich nach der Übernahme der Unglücksbar «Le Constellation» 2015 rasch ein kleines Imperium im Wallis aus. In den vergangenen Jahren eröffneten sie zwei weitere Betriebe, neben dem Restaurant «Le Senso» in Crans-Montana auch das Lokal «Le-Vieux-Chalet» in der Nachbargemeinde Lens. 2022 wurden sie zudem Eigentümer der Bar «Le Constellation».

Die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtete zudem, dass die Behörden Bilanzen und Kassenbücher der Moretti-Betriebe beschlagnahmt hätten. Es soll geklärt werden, woher das Geld für die Grossinvestitionen im Walliser Luxusferienort kam. Die Zeitung schrieb, es gebe «einen Schatten der Geldwäsche» über den Geschäften der Morettis und stützte diese Aussagen auf Verbindungen von Jacques Moretti zu einem korsischen Geschäftsmann, der wiederum mit dem organsierten Verbrechen in Korsika in Verbindung steht. Konkret mit der Gruppe «Petit Bar», der mächtigsten kriminellen Vereinigung der Insel. (watson.ch)

07:27 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Maserati-Kauf nach Covid-Kredit – Wallis ermittelte auch bereits gegen Bar-Inhaber Moretti

Das Betreiber-Ehepaar der Bar «Le Constellation» soll auch im Wallis bereits auf dem Radar der Justiz aufgetaucht sein– allerdings ohne, dass es zu einer Verurteilung kam. Dies berichtet die «SonntagsZeitung».

2020 führten die Walliser Behörden demzufolge erstmals Untersuchungen gegen die Morettis im Zusammenhang mit einem Covid-Kredit durch. Im März des Pandemiejahres erhielten die beiden einen Überbrückungskredit von 75'500 Franken. Nur wenige Tage später kaufte sich das Ehepaar für etwas mehr als 33'000 Franken einen Maserati und fügte diesen ihrem bereits opulenten Fuhrpark, bestehend aus einem Mercedes AMG, einem Bentley und einem Porsche Cayenne, hinzu. Die Walliser Kantonalbank, die die Konten der Bar führte, reagierte daraufhin und informierte die Justiz. Diese untersuchte in der Folge, ob der Covid-Kredit missbräuchlich verwendet worden war.

Knapp ein Jahr später wurde die Untersuchung ohne Anklage eingestellt. Die Morettis hätten nachgewiesen, dass der Maserati nicht ihnen privat gehöre, sondern in der Buchhaltung der Bar aufgeführt wurde.

Ein weiteres Mal ins Visier der Behörden gerieten die beiden Franzosen 2022. Es gab mehrere Beschwerden beim Arbeitsinspektorat von Mitarbeitenden gegen die Arbeitsbedingungen in der Bar, aber auch im Restaurant «Le Senso», dass die Morettis ebenfalls führten: Nichteinhaltung der Arbeitszeiten, unbezahlter Nachtarbeit, Nichteinhaltung der Ruhezeiten». Es gab Kontrollen, was dabei herauskam, ist unklar. (has)

07:05 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Nach Brand in Crans-Montana: Walliser Gemeinden wissen nicht, ob ihre Betriebe den Brandschutzvorschriften entsprechen

Seit der Tragödie in Crans-Montana steht im Kanton Wallis der Brandschutz im Fokus. Doch eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei 120 Walliser Gemeinden führte zu ernüchternden Resultaten. Die Zeitung fragte bei den Kommunen nach, wie viele feuerpolizeilichen Kontrollen sie in den letzten drei Jahren gesetzlich hätten durchführen sollen und wie viele sie tatsächlich durchgeführt haben. Doch die allermeisten Gemeinden können oder wollen die Frage auch nach einigen Tagen nicht beantworten. Die grosse Mehrheit der Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber reagiert auf mehrere E-Mails gar nicht. Andere sagen nur, man sei im Auftrag des Kantons daran, den Brandschutz zu überprüfen, und habe keine Zeit für die Anfrage. Lediglich einige wenige kleine Gemeinden antworten mit konkreten Zahlen.

Selbst wichtige Skiorte wie Saas-Fee oder Verbier wollten keine Auskunft geben. Derweil steigt der Druck auf den Kanton Wallis. Immer drängender stellt die restliche Schweiz die Frage, ob die Katastrophe und bereits aufgedeckte Fehler der Behörden etwas mit der politischen Kultur des Kantons zu tun haben. Selbst Walliser halten diese Frage für berechtigt. Etwa die Historikerin Elisabeth Joris, die in Visp aufgewachsen ist. Sie sagt: «Politische Kumpelschaften, fehlende Kritikfähigkeit, Behördenversäumnisse und eine gewisse Selbstzufriedenheit ziehen sich durch die Geschichte des Wallis.» Es handle sich nicht um ein Klischee. «(has)»

07:03 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Alt Gemeinderat von Crans-Montana ist im Brandschutzbusiness tätig

Von 2017 bis 2020 bekleidete Thibaud Beytrison als Gemeinderat das Amt für öffentliche Sicherheit in Crans-Montana. Recherchen von «SonntagsBlick» zeigen nun, dass Beytrison im Brandschutzbusiness tätig ist. Seit 2015 präsidiert er den Verwaltungsrat eines Unternehmens im Rhonetal, das sich auf «die Entwicklung und Überwachung von Brandschutzkonzepten» für private und öffentliche Einrichtungen spezialisiert hat. Zudem kommandierte Beytrison von 2007 bis 2014 die lokale Milizfeuerwehr. Und seit 2007 sitzt er in der Geschäftsleitung einer Firma, die unter anderem Akustikschaumstoff-Matten verkauft. Auch solche, die sich an Decken anbringen lassen.

Aufnahmen in den sozialen Medien dokumentieren, dass die Decke im Partykeller der Bar «Le Constellation» bereits 2015 mit Akustikschaumstoff ausgekleidet war. Zudem machte Gemeindepräsident Nicolas Féraud diese Woche publik, dass die kommunalen Behörden seit 2015 nur dreimal den Brandschutz in der Bar «Le Constellation» kontrolliert haben (2016, 2018 und 2019). Weshalb die Gemeinde bei diesen Kontrollen den Schaumstoff an der Decke nicht bemängelt hat, ist unklar. Alt Gemeinderat Thibaud Beytrison wollte sich auf Anfrage von «SonntagsBlick» nicht dazu äussern. (has)

06:59 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Micheline Calmy-Rey über Crans-Montana: «Ich schäme mich»

Die alt Bundesrätin hat mit «SonntagsBlick» auch über die Stimmung im Ort nach der Tragödie gesprochen. «Es fühlt sich an wie ein Friedhof.» Und sie nimmt ihren Heimatkanton in die Pflicht: «Die Vetternwirtschaft muss aufhören.» Calmy-Rey fordert eine schonungslose Aufarbeitung, um zu verstehen, wie es zur Katastrophe kommen konnte – und um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passieren wird. (has)

21:59 Uhr

Samstag, 10. Januar

Alt Bundesrätin Calmy-Rey: Behörden und Inhaber verantwortlich

Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey stammt ursprünglich aus Crans-Montana. Die Brandkatastrophe vom 1. Januar geht ihr deshalb persönlich sehr nahe. In einem Interview mit dem «Blick» sagt sie, die Behörden und die Eigentümer der Bar trügen die Verantwortung für das Geschehene.

Micheline Calmy-Rey am 4. Januar während der Sonntagsmesse in der katholischen Kapelle Saint-Christophe, die den Opfern des Brandes in Crans-Montana  gewidmet war. (Bild: Keystone)

Für sie gebe es ganz klar ein Davor und ein Danach der Katastrophe, betont sie im Interview. Calmy-Rey war zum Zeitpunkt des Brandes in Crans-Montana, wo sie zusammen mit ihrer Schwester ein Chalet besitzt, als sich die Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» ereignete.

Für die Alt Bundesrätin ist eines klar: Es sind Fehler passiert, und diese müssen klar benannt werden. Zudem müssten die Untersuchungen nun sorgfältig und konsequent durchgeführt werden. Es sei richtig und notwendig, dass die Medien sowie die Anwälte der betroffenen Familien die Walliser Behörden dazu drängten, «das Richtige zu tun». (cam)

20:22 Uhr

Samstag, 10. Januar

Gemeindeverwaltung im Fokus der Ermittlungen

Gemäss dem italienischen Sender «Sky TG24» soll die Walliser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Fall der Tragödie in der Bar «Le Constellation» nun auch auf die Gemeinde Crans-Montana ausgeweitet haben. So sollen die Verantwortlichkeit sowie Zuständigkeit im Bereich der Brandschutzkontrollen untersucht werden.

Nicole Bonvin Clivaz, Vizepräsidentin von Crans-Montana hat sich wie folgt zu den Ermittlungen geäussert: «Bei den Kontrollen gab es ein Versagen. Wir haben sie nicht durchgeführt, wir geben das zu und übernehmen die Verantwortung dafür. Doch die Ermittlungen müssen zeigen, was genau passiert ist – im Moment haben wir noch keine endgültigen Antworten.» (cam)

18:31 Uhr

Samstag, 10. Januar

Gemäss italienischen Akten: Drei Todesopfer ausserhalb von «Le Constellation» gefunden

Italien möchte Klarheit zu den Todesumständen seiner Staatsbürger und unterzieht mehrere Todesopfer einer neuen Autopsie. Das berichtet der «Corriere della Sera».

Untersucht wird unter anderem die Leiche des aufstrebenden Golftalentes Emanuele G. (†16). Erste Untersuchungen zeigten, dass sein Leichnam keine Brandspuren aufwies – lediglich Schürfwunden und Prellungen. Wie «Corriere della Sera» weiter ausführt, sei es deshalb möglich, dass er nicht in der Bar gestorben sei, sondern auf der Flucht überrannt und zu Boden gerissen wurde. Die erneute Autopsie soll den Eltern des 16-Jährigen Klarheit verschaffen – sie hatten lange auf eine erneute Untersuchung beharrt.

Gemäss der römischen Staatsanwaltschaft wurden drei der 40 Todesopfer ausserhalb der Bar «Le Constellation» aufgefunden. (cam)

18:16 Uhr

Samstag, 10. Januar

Geschmacklos: Satiremagazin «Charlie Hebdo» provoziert mit brennenden Skifahrern

Das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» provoziert wieder. Die am Freitag veröffentlichte Karikatur des Zeichners Salch nimmt Bezug auf die Tragödie von Crans-Montana und lässt wohl zur Zeit viele leer schlucken.

Auf der Zeichnung sind zwei brennende Skifahrer, die einen Hang hinabfahren, zu sehen. Dann trägt das Bild die Überschrift: «Verbrannte Skifahrer fahren Ski – die Komödie des Jahres». Bei vielen Nutzern kommt das gar nicht gut an, wie «20 Minutes» schreibt. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung könnte nicht unpassender sein: am Trauertag. Manche nehmen auch das Magazin in Schutz: Schliesslich sei es eine langjährige Tradition von Charlie Hebdo, mit provokanter Bildsprache und schwarzem Humor zu arbeiten.

Weiter heisst es, dass sich die Karikatur auch auf den Film «Les Bronzés font du ski», im deutschen «Sonne, Sex und Schneegestöber» beziehen könnte. In der 1979 erschienenen Komödie treffen sich alte Freunde zum Skifahren in Val-d'Isère und verirren sich dabei. (cam)

17:11 Uhr

Samstag, 10. Januar

Meldung korrigiert: Moretti hat nicht zugegeben, dass Notausgang verschlossen war

Am Samstagnachmittag berichtet «RTS», dass der Betreiber der Bar «Le Constellation» vor den Ermittlern zugegeben hätte, dass der Notausgang in der Brandnacht verschlossen gewesen sei. Diese Meldung stimmte nicht. Wie RTS nun korrigierte, hatte Jacques Moretti von einem Serviceeingang im Parterre gesprochen. (cam)

16:16 Uhr

Samstag, 10. Januar

War das Personal auf einen Brandfall überhaupt vorbereitet?

Laut «BFM TV» hat bereits die erste Anhörung nach dem Brand im «Le Constellation» mehrere mögliche Mängel aufgezeigt. Neben Schalldämpfplatten, die in Kombination mit Wunderkerzen die Brandursachen gewesen sein könnten, kam auch ans Licht, dass die Angestellten gemäss Moretti nicht auf den Ernstfall eines Brandes vorbereitet waren. (cam)

14:55 Uhr

Samstag, 10. Januar

Neues Werbevideo von «Le Constellation» aufgetaucht

Nach der Brandkatastrophe wurden die Werbevideos von «Le Constellation» gelöscht. Nun ist aber eines erneut aufgetaucht. Die Weltwoche hat es auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlicht. Es ist nicht das erste Werbevideo der Bar, das nach der Katastrophe auftaucht. Darauf sieht man die Wunderkerze, die im Verdacht steht, den Brand ausgelöst zu haben. (cam)

14:29 Uhr

Samstag, 10. Januar

Jacques Moretti gibt zu: Notausgang war von innen verschlossen

Nach Angaben von RTS hat der Betreiber der Bar «Le Constellation», Jacques Moretti erklärt, dass die im Untergeschoss gelegene Notausgangstür von innen verriegelt gewesen sei. Darüber hinaus räumte er ein, die später in Brand geratene Schaumstoffverkleidung eigenhändig ersetzt zu haben, das berichtet der «Blick». (has)

10:40 Uhr

10. Januar

Schweigeminute für Opfer von Crans-Montana in Adelboden

Im Zielhang von Adelboden fand am Samstagmorgen eine Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana statt. Gegen 10.20 Uhr kehrte in der Arena Stille ein. Gestern wurde das Rahemnprogramm abgesagt, aus Respekt vor den Toten, wie die Veranstalter zuvor bekanntgaben. In der Kapelle Boden wurde zudem ein Ort der Stille eingerichtet. Das Rennprogramm findet heute und morgen wie geplant statt. (rem)

06:21 Uhr

Samstag, 10. Januar

Vater des inhaftierten «Constellation»-Betreibers: «Wir sind keine Verbrecher»

Am Freitagnachmittag, wenige Minuten nach der Gedenkfeier für die Opfer der Tragödie von Crans-Montana, veröffentlichte der französische Le Figaro einen Artikel, in dem der Vater des Besitzers der Bar «Le Constellation» sich zum ersten Mal in den Medien äusserte und seinen Sohn verteidigte. In dem Interview erklärte der Vater: «Wir sind seriöse Menschen, keine Kriminellen! Ich kenne meinen Sohn, er würde niemals fliehen. Das ist seine Ehre. Wir denken an die Opfer, auch wir haben Angehörige und Menschen verloren, die wir geliebt haben. Wir weinen jeden Tag. Ich kann nicht mehr schlafen. Mein Sohn ist verantwortlich, weil es sein Betrieb ist, aber ob er schuldig ist, wird sich zeigen.»

Schliesslich erklärt der Vater, dass er nach dem Brand nach Crans-Montana gereist sei, um seinem Sohn beizustehen: «Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Jacques weinen sah. Diese Situation ist sowohl für die Toten als auch für die Lebenden unerträglich.»

Jacques Moretti ist seit Freitag in Untersuchungshaft. Seine Ehefrau Jessica ist auf freiem Fuss. (watson.ch)

22:10 Uhr

Freitag, 9. Januar

Vizepräsidentin von Crans-Montana: Gemeinde mitverantwortlich

Nicole Bonvin Clivaz, Vizepräsidentin der Gemeinde Crans-Montana, hat in einem Interview mit RTS Versäumnisse der Gemeinde zugestanden. Es geht um die mangelnde Kontrolle der Unglücksbar in den letzten Jahren. Sie sagt: «Wir tragen eine Verantwortung für diesen Mangel. Die Untersuchung wird uns zeigen, warum diese Versäumnisse aufgetreten sind. Heute haben wir noch keine endgültigen Antworten.»

Sie entschuldigte sich zudem bei allen «trauernden und leidenden Familien». Ein Rücktritt des Gemeinderates komme momentan aber nicht infrage, so Bonvin Clivaz. (chm)

16:50 Uhr

Freitag, 9. Januar

Cassis: «Ein Tag, an dem wir Verantwortung übernehmen»

Aussenminister Ignazio Cassis hat nach der Trauerfeier an einer Medienkonferenz nochmals sein Beileid ausgesprochen. «Was hier geschehen ist, geht über die Schweizer Grenzen hinaus. Crans-Montana ist ein Ort, wo sich Menschen aus vielen Ländern treffen.» Cassis bedankte sich ebenfalls bei den in- und ausländischen Helfenden.

«Dieser Trauertag ist auch ein Tag, an dem wir Verantwortung übernehmen. Eine Untersuchung findet statt, um zu ermitteln, was genau passiert ist.» Sollten die Regeln nicht richtig angewandt oder überprüft worden sein, sei dies «inakzeptabel». «Es muss bis ins Detail aufgeklärt werden, was passiert ist.»

Weiter lobte Cassis, wie schnell der europäische Zivilschutzmechanismus aktiviert worden sei. «Ich danke der Europäischen Union und allen Ländern, die Patienten aufgenommen und medizinisches Personal aufgeboten haben. Ihre Hilfe war konkret, schnell und entscheidend.» (watson.ch)

16:05 Uhr

Freitag, 9. Januar

Jessica Moretti entschuldigt sich bei Opfern

Jessica Moretti, die Ehefrau des verhafteten Barbetreibers Jacques Moretti, ist im Gegensatz zu ihm nach der Einvernahme auf freien Fuss gesetzt worden. Dies berichtete Blue News am Freitagnachmittag.

Vor den versammelten Medien hat sie sich gegenüber den Betroffenen der Brandkatastrophe entschuldigt: «Meine Gedanken sind ständig bei den Opfern. Es ist eine unvorstellbare Tragödie, die sich in unserem Betrieb ereignet hat. Ich möchte mich bei allen Betroffenen entschuldigen.» (watson.ch)

15:23 Uhr

Freitag, 9. Januar

Betreiber der Unglücksbar in U-Haft

Wie die Westschweizer Zeitung «24 heures» als erstes Medium berichtet hat, ist der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, Jacques Moretti, in Untersuchungshaft. In einer Medienmitteilung vom Freitagnachmittag bestätigt die Walliser Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft.

Jacques Moretti sitzt in U-Haft. (Bild: Keystone)

Die beiden Barbetreiber seien am Freitag über mehrere Stunden einvernommen worden. «Im Rahmen dieser Einvernahmen wurde eine erneute und detaillierte Analyse der Fluchtgefahr vorgenommen», heisst es im Communiqué. Darauf gestützt habe die Staatsanwaltschaft die Anordnung von Untersuchungshaft gegen den Barbetreiber, Jacques Moretti, beantragt: «Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufs sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret.»

Hinsichtlich der Betreiberin, Jessica Moretti, verzichtet die Staatsanwaltschaft auf die Beantragung von U-Haft, hat allerdings nicht genauer ausgeführte Ersatzmassnahmen beantragt. Denkbar ist etwa eine Ausreisesperre. Die Anordnung von Ersatzmassnahmen erachtet die Staatsanwaltschaft «aufgrund des persönlichen Werdegangs und der sozialen Bindungen» der Betreiberin «als geeignet, der Fluchtgefahr zu begegnen».

Gemäss Gesetz muss nun innert 48 Stunden das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis seine Zustimmung zu den beantragten Massnahmen erteilen. Bis zu diesem Entscheid bleibt Jacques Moretti in U-Haft.

Moretti und seine Ehefrau Jessica waren am Freitagmorgen zu einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sitten eingetroffen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Samstag 3. Januar gegen die beiden Betreiber und Eigentümer der Bar «Le Constellation» eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuerbrunst eröffnet.

Die Untersuchung soll die Frage klären, ob Jacques und Jessica Moretti mitschuldig sind am Tod von 40 Menschen und den teilweise schweren Verletzungen von 116 Personen, die sich in der Silvesternacht in ihrer Bar aufgehalten haben.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, die beiden französischen Staatsbürger in Untersuchungshaft zu nehmen oder gegen sie ein Ausreiseverbot auszusprechen.

Am Sonntag, 4. Januar, hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für diese Anordnung zurzeit nicht erfüllt seien. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Beschuldigten dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnten. Ebenso ausser Betracht fielen laut Staatsanwaltschaft zum damaligen Zeitpunkt Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr. Der Verzicht auf diese Massnahmen stiess zum Teil auf heftige Kritik, auch von Vertretern der Opferfamilien.

Lange Zeit hatte das Paar gegenüber den Medien geschwiegen. Am Mittwoch liess es schliesslich über Anwälte eine Erklärung verbreiten und zeigte sich darin von den Ereignissen tief betroffen. Die Morettis erklärten, vollständig mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren zu wollen. (cbe)

15:00 Uhr

Freitag, 9. Januar

Die Bilder zur Trauerfeier

Heute trauert die Schweiz mit den Opfern von Crans-Montana. Hier finden Sie die Bilder der Trauerfeier.

13:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Odermatt geht nicht an die Trauerfeier des FC Sion

Marco Odermatt wird am kommenden Mittwoch nicht an einer Trauerfeier des FC Sion für die Opfer der Brandkatastrophe teilnehmen. Sion-Präsident Christian Constantin wollte den 28-Jährigen eigentlich per Helikopter aus dem Berner Oberland einfliegen, wie der «Blick» berichtete. Im Rahmen der Weltcuprennen in Adelboden sagte Odermatt nun: «Wir sind dann in Wengen und haben anders zu tun. Wir müssen uns auf uns konzentrieren.» Am Lauberhorn ist am kommenden Mittwoch ein Abfahrtstraining geplant. Der Ausflug würde zu viel Energie kosten. (mpr)

12:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Neun Fussballer unter den Brandopfern von Crans-Montana

Unter den 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana waren neun junge Schweizer Fussballer. Das gab der Schweizer Fussball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt. «Wir trauern und fühlen mit allen Opfern und Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana sowie mit ihren Familien. Auch neun junge Schweizer Fussballspieler aus drei regionalen Westschweizer Vereinen haben ihr Leben verloren, mehrere weitere wurden verletzt», schrieb der Verband auf dem Account der Schweizer Nationalmannschaft: «Wir stehen an der Seite der Familien und Vereine – heute, morgen und auch dann, wenn es stiller wird.» (dpa)

11:14 Uhr

Freitag, 9. Januar

Schweiz trauert um Brandopfer – offener Präsidenten-Brief

Am nationalen Trauertag für die Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana hat der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin Opferfamilien und Überlebenden sein Beileid und Mitgefühl ausgesprochen. «Wir schulden den Betroffenen, Familien und Angehörigen Respekt, Erinnerung – und die Verpflichtung, alles zu tun, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt», schreibt er in einem offenen Brief.

Am Nachmittag werden rund 1000 Angehörige und Spitzenpolitiker bei einer Trauerfeier in Martigny in der Nähe von Crans-Montana erwartet. Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Präsidenten Frankreichs und Italiens, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella. (dpa)

11:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Mehrere Polizisten betreten Inferno-Bar

Wie ein Video auf Blue News zeigt, haben etwa 20 Polizisten die Bar «Le Constellation» betreten. Die Hintergründe sind unklar – zu sehen ist, wie mehrere Kisten in das abgebrannte Lokal getragen werden. Was sich darin befindet, ist nicht bekannt. (has)

09:23 Uhr

freitag, 9. Januar

Ehepaar wird von Polizei zum Verhör eskortiert

Jacques und Jessica Moretti mit einem Anwalt (rechts) bei ihrer Ankunft in Sitten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Jacques und Jessica Moretti werden am Freitag in Sitten erstmals als Beschuldigte verhört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vor. Die Betreiber der Todesbar «Le Constellation» in Crans-Montana trafen gemäss dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS kurz vor 8 Uhr vor der Staatsanwaltschaft in der Nähe des Bahnhofs von Sitten ein. Begleitet wurden sie von ihren drei Anwälten. Gemäss RTS versuchte das Ehepaar nicht, sich zu verbergen. Jessica Moretti trug jedoch eine Sonnenbrille. Mehr als 50 Journalisten, auch aus Italien und Frankreich, verfolgten die Szenerie. Die Polizei musste für die Beschuldigten den Weg freibahnen und sie eskortieren.

Die Staatsanwaltschaft wird das Paar zu seiner persönlichen Situation befragen, namentlich auch zu seinem Immobilienvermögen. Laut RTS werden die Beschuldigten heute noch nicht zu den Umständen verhört, die zur Brandkatastrophe geführt haben. Mehrere Opferanwälte nehmen an dem Verhör teil und haben das Recht, den Beschuldigten Fragen zu stellen. (kä)

06:21 Uhr

Freitag, 9. Januar

Nationaler Tag der Trauer: Um 14 Uhr gedenkt die Schweiz der Opfer

Um 14 Uhr läuten die Glocken und die Schweiz hält inne, um der Opfer zu gedenken. Auch in den Schulen wird innegehalten. Und die Bergbahnen werden stillstehen. Vielerorts sind in der Schweiz die Fahnen auf Halbmast gesetzt. Die Trauerfeier selbst findet in Martigy statt. Neben den Angehörigen der Opfer kommen auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Präsident Sergio Mattarella. Auch andere Länder sind mit hochrangigen Vertretern zugegen. Der Bundesrat wird in Martigny durch Bundespräsident Guy Parmelin, Aussenminister Ignazio Cassis und Justizminister Beat Jans vertreten sein. Die Walliser Regierung wird in corpore an der Messe teilnehmen. (has)

06:16 Uhr

Freitag, 9. Januar

Wallis forderte Kontrollberichte aus Crans-Montana nicht ein

Laut Gesetz sind die Gemeinden verantwortlich für die Durchführung der Brandschutzkontrollen. Der Kanton aber hat Befugnisse bei der Überwachung und Koordination, wie SRF berichtet. Ihm müssen die Gemeinden sämtliche Kontrollberichte einreichen. Die Kantonsbehörden hätten also merken können, dass Berichte aus Crans-Montana fehlen und die Bar «Le Constellation» über Jahre nicht kontrolliert wurde. Doch die Behörden sind nicht aktiv geworden, weil sie davon ausgehen, dass wenn keine Berichte bei ihnen landen, alles in Ordnung ist. (has)

20:14 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

AXA Schweiz: «Werden unseren Verpflichtungen als Versicherung nachkommen»

Wer kommt für den Schaden nach der Tragödie von Crans-Montana auf? Diese Frage wird sich in den nächsten Tagen und Wochen vermehrt stellen. Nun erklärt die AXA Schweiz in einem Communiqué, dass sie die Gemeindehaftpflichtversicherung von Crans-Montana und die Betriebshaftpflichtversicherung der Unglücksbar «Le Constellation» ist: «Beide haben branchenübliche Standardprodukte mit einer vertraglich limitierten Deckungssumme bei uns abgeschlossen.»

Die AXA erklärt sich bereit, ihren «Verpflichtungen als Versicherung vollumfänglich nachzukommen». In der Mitteilung heisst es weiter: «Fest steht zudem, dass die Versicherungssummen der Gemeinde und der Bar im Fall einer Haftung bei weitem nicht ausreichen, um für alle finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen.» Wer für den entstandenen Schaden haftet, lässt sich erst nach Abschluss der laufenden Untersuchung beurteilen.

Weiter will die Versicherung einen runden Tisch schaffen, an dem «idealerweise unter der Leitung des Bundes» sämtliche involvierten Parteien sowie die involvierten Versicherer «unbürokratische und langfristig tragfähige Lösungen definieren, um für die finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen». (chm)

16:07 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Wegen fahrlässiger Tötung: Staatsanwaltschaft Rom ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Rom hat eine Untersuchung zum Brand in Crans-Montana eingeleitet, berichtet SRF. Das Verfahren wird wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung geführt. Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana kamen 40 Menschen ums leben. Darunter sind sechs Italiener. (chm)

15:09 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Rehaklinik Bellikon bereitet sich auf Aufnahme von Brandopfern vor

Die Suva-Klinik im Aargau wird Verbrennungsopfer von der Tragödie in Crans-Montana für den Rehabilitationsprozess aufnehmen. Dieser sei für die Betroffenen von entscheidender Bedeutung.

10:22 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Drei Bundesräte an der Gedenkfeier am Freitag

Am Freitag findet ein nationaler Trauertag zum Gedenken an die Opfer von Crans-Montana statt. In einer Mitteilung gibt der Kanton Wallis bekannt, dass an der Zeremonie die Bundesräte Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Beat Jans teilnehmen werden. Der Walliser Staatsrat wird in corpore teilnehmen.

Bis heute wurden ebenfalls 37 ausländische Delegationen zu diesem Moment der Besinnung eingeladen. Dabei handle es sich um die Länder, aus denen die Opfer und Verletzten stammen, sowie um Länder, die der Schweiz nach dieser Tragödie ihre Hilfe angeboten haben.

Die Gedenkfeier findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wer die Zeremonie verfolgen möchte, kann dies über nationale und internationale Fernsehsender tun. (Walliser Bote)

09:33 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Brandschutz im Wallis: Gemeinden teils überfordert

In Crans-Montana wurden Kontrollen offenbar versäumt. Aber auch andere Walliser Gemeinden kommen den gesetzlichen Vorgaben nicht nach. Seit 22 Jahren habe er einen einzigen Besuch des kommunalen Sicherheitsbeauftragten bekommen: Das sagt ein Walliser Hotelier in einem Schreiben, das der Redaktion des «Walliser Boten» vorliegt. Die Zeitung berichtet, dass es durchaus Gemeinden gibt, welche den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, andere jedoch nicht.

In öffentlich zugänglichen Gebäuden sieht das Gesetz jährlich durchgeführte feuerpolizeiliche Kontrollen vor. Diese obliegen im Kanton Wallis den Gemeinden. Doch in der Praxis wird das geltende Recht häufig nicht umgesetzt. Dass ein Hotel mehr als 20 Jahre nicht kontrolliert wurde, ist gemäss der Zeitung nur ein Beispiel dafür.

Das Problem: Es mangelt an personellen Ressourcen. Recherchen des Portals zeigen, dass grosse Gemeinden wie Visp und Naters zwar mehr zu kontrollierende Lokale haben, aber auch einen eigenen Sicherheitsbeauftragten. Die Gemeinde Val de Bagnes, zu der auch der Wintersportort Verbier gehört, hat sogar vier Vollzeitstellen dafür vorgesehen.

Schwierig wird es vor allem bei kleineren Gemeinden, die sich keinen eigenen Sicherheitsexperten leisten können. Für die spezifischen feuerpolizeilichen Kontrollen wird zum Beispiel in Fiesch jeweils ein externer Fachspezialist mandatiert. Deren Gemeindepräsident sagt, man habe in den vergangenen Jahren nicht alle Gastrobetriebe jährlich kontrolliert. Stattdessen kontrolliere man nach Priorität. Fiesch verfügt im Dorf und auf der Fiescheralp über mehrere Hotels, Restaurants und andere Gastrobetriebe.

So stellt sich im Kanton Wallis die Frage, wie das Gesetz künftig eingehalten werden kann. Regionale Zusammenschlüsse im Bereich der Brandschutzkontrollen werden aktuell diskutiert. Auch eine kantonale Gebäudeversicherung, wie sie die meisten Kantone kennen, wäre eine mögliche Lösung. (pin)

21:06 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Opferanwalt bereitet Klage gegen Crans-Montana vor

Der Genfer Rechtsanwalt Romain Jordan bereitet gemäss SRF eine Staatshaftungsanklage gegen die Gemeinde Crans-Montana vor. Er vertritt mehr als 20 Familien, deren Angehörige bei der Tragödie entweder starben oder schwer verletzt wurden.

Die Verantwortung der Gemeinde sei offensichtlich, so Jordan. Er geht davon aus, dass Crans-Montana für viele Kosten aufkommen muss, die durch die Katastrophe enstanden sind. Martin Hablützel, Anwalt für Haftpflicht- und Versicherungsrecht, versucht gegenüber SRF diese Kosten zu beziffern. Er sagt: «Die Gesamtkosten und Schäden werden sich im Bereich von mehreren hundert Millionen Franken bewegen.» (chm)

15:49 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Deutsche Regierung schickt Botschafter zum Gedenktag

Der Bund hat 35 Staaten zur nationalen Trauerfeier vom Freitag in Martigny eingeladen. Das sind einerseits jene Staaten, die Opfer zu beklagen haben: die Schweiz selbst (22 Opfer), Frankreich (8), Italien (6), Portugal, Belgien, Rumänien und die Türkei (je ein Opfer). Geladen sind aber auch jene Staaten, die Verletzte haben und die Unterstützung geleistet oder angeboten haben - etwa Deutschland.

CH Media weiss: Die deutsche Bundesregierung kommt voraussichtlich nicht selbst zur Gedenkfeier in die Schweiz. Aus dem Auswärtigen Amt der Bundesregierung heisst es, Deutschland werde vertreten von Markus Potzel, Botschafter in der Schweiz. Auch der deutsche Bundespräsident Steinmeier hat gemäss seinem Online-Kalender einen anderen Termin: Er lädt am Freitagmorgen zum Neujahrsempfang ein. Eine gestrige Anfrage ans Bundespräsidialamt, ob Steinmeier sein Programm umstellt, um doch in die Schweiz zu kommen, blieb bisher unbeantwortet.

Zugesagt hat seine Teilnahme der französische Präsident Emmanuel Macron. Und auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella wird ins Wallis reisen. (smr)

13:51 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Christian Constantin will den Brandopfern gedenken – auf seine Weise

Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, ist dem Dorf Crans-Montana verbunden. Sein Verein fährt seit 35 Jahren dorthin ins Sommer-Trainingslager. Deshalb will er den Opfern der Brandkatastrophe gedenken. Dabei will er nichts unversucht lassen und auch Ski-Stars mit dem Helikopter einfliegen.

07:39 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Barchef von« Le Constellation» wollte kündigen

Beim Brand in der Bar «Le Constellation» hat der Barchef offenbar schwere Verbrennungen erlitten, die sich über einen grossen Teil des Körpers erstrecken. Darüber berichtete der französische TV-Sender BFMTV. Er liege im Koma. Aufgrund eingeatmeter Dämpfe leide er an «pulmonalen Komplikationen», sagte sein Vater.

Dieser Vater sprach gegenüber dem Sender auch davon, dass sein Sohn sich vor Weihnachten bei ihm über die Bar beklagt habe. Der Vater gibt an, was sein Sohn zu ihm gesagt habe: «Papa, ich gehe nach Hause, nichts stimmt. Das habe ich nicht erwartet, es gibt viele Mängel.» Dabei beunruhigten ihn vor allem die «sehr jungen Teenager», die sich in der Bar aufhielten. (chm)

06:00 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

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