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Ukrainischer Geheimdienstchef will zurücktreten ++ Trump: Glaube nicht an Angriff Kiews auf Putins Residenz

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

14:13 Uhr

Montag, 5. Januar

Ukrainischer Geheimdienstchef will zurücktreten

Der bisherige Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wassyl Maljuk, tritt von seinem Posten zurück. Das geht aus einem Post des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski hervor. Er habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb Selenski in sozialen Medien. Maljuk bestätigte bei Telegram, dass er zurücktrete und gab an, im SBU-System zu bleiben, um «asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau» umzusetzen.

Es brauche mehr ukrainische «asymmetrische Operationen» gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenski aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Malkjuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun.

Selenski stellt derzeit den Sicherheits- und Verteidigungsapparat seines Landes personell teils neu auf. So ernannte er den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes und kündigte einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, hatte Selenski gesagt. Schmyhal wiederum soll Energieminister werden. Das Parlament muss die Personalien bestätigen.

08:29 Uhr

Montag, 5. Januar

Erneuter Angriff: Opfer und Schäden in Kiew und Umgebung

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Angriffen überzogen. In der Hauptstadt Kiew wurde Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge eine medizinische Einrichtung getroffen, vier Menschen seien dadurch verletzt worden. Ein Mann, der zur Behandlung in der Einrichtung war, kam demnach ums Leben.

Auch im Kiewer Umland hatten die Schläge schwere Folgen. Ein Mann sei im Kreis Fastow in der Region Kiew getötet worden, teilte die regionale Polizei mit. Seine Leiche sei bei Löscharbeiten in seinem Haus gefunden worden. An mehreren Orten des Gebiets seien Wohnhäuser, Autos und Garagen beschädigt worden.

In der Nacht gab es teilweise in der gesamten Ukraine Luftalarm. Nach Angaben der Luftstreitkräfte setzte Moskau 9 ballistische Raketen und umfunktionierte Flugabwehrraketen sowie 165 Kampfdrohnen ein. Davon seien 137 Drohnen abgewehrt worden. (dpa)

06:36 Uhr

Montag, 5. Januar

Trump: Glaube nicht an Angriff Kiews auf Putins Residenz

US-Präsident Donald Trump geht nicht von einem Angriff der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin aus. Er glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden habe, sagte der Republikaner auf eine Nachfrage von Journalisten. Vor einer Woche hatte Trump nach einem Gespräch mit Putin den angeblich geplanten Angriff noch kritisiert.

Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Kiew hatte das vehement bestritten. Putin hatte auch Trump über den angeblich geplanten Angriff informiert, der danach etwa sagte: «Das ist nicht gut.»

Der US-Geheimdienst CIA hatte dann die Erkenntnis erlangt, dass die Ukraine weder Putin ins Visier genommen noch eine seiner Residenzen angegriffen hat, wie Medien wenige Tage später berichteten. Damit widersprach der Auslandsgeheimdienst den schweren Vorwürfen aus Moskau. (dpa)

12:04 Uhr

Sonntag, 4. Januar

Selenski: Rund ‹.000 russische Luftangriffe in Neujahrswoche

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat nach rund 2.000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. «Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe», schrieb Selenski auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1.070 Gleitbomben, fast 1.000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.

Dabei erinnerte Selenski in einem Video auch an einen Angriff auf die Stadt Charkiw; dort gab es am 2. Januar zahlreiche Opfer. Am Sonntag stieg die Zahl der aus den Trümmern eines getroffenen Hauses geborgenen Toten auf vier, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden.

An diesem Dienstag soll in Paris die «Koalition der Willigen» zusammenkommen, um über Ergebnisse zu reden. Selenski fordert solide Sicherheitsgarantien der USA und der europäischen Staaten, die die Ukraine nach einem Kriegsende vor künftigen russischen Angriffen schützen sollen. Das bedeute ganz klar, dass «auf jeden Fall» mindestens französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert sein würden, sagte Selenski. (dpa)

07:14 Uhr

Sonntag, 4. Januar

Selenski: USA wissen, was mit Diktatoren zu tun ist

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit «Diktatoren» umzugehen ist. «Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen», sagte Selenski ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten.

Demnach liess der Kontext der Äusserung darauf schliessen, dass Selenski Kremlchef Wladimir Putin im Blick hatte, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Florida meinte zuvor Aussenminister Marco Rubio, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei. (dpa)

08:26 Uhr

Samstag, 3. Januar

«Welle personeller Veränderungen» in Kiew vor Verhandlungen

Vor heute in Kiew geplanten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Präsident Wolodimir Selenski seinen Verteidigungs- und Sicherheitsapparat teils neu aufgestellt. Er ernannte den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes. Der 39 Jahre alte Budanow war schon bisher in die Friedensgespräche eingebunden. Zudem kündigt Selenski erneut einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an.

Selenski kündigte zudem an, einmal mehr auch den Posten des Verteidigungsministers neu zu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, wie er sagte. Der 34 Jahre alte Fedorow ist Spezialist für Drohnen und Digitalisierung. Das Parlament muss der Personalie zustimmen.

«Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu ändern», sagte Selenski. Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. Selenski sagte weiter, hilfreiche Veränderungen müssten umgesetzt werden. Auch die militärische Ausbildung solle erneuert werden gemäss der an der Front gesammelten Erfahrungen. (dpa)

21:32 Uhr

Freitag, 2. Januar 2026

Russland nennt höhere Opferzahl nach mutmasslichem Drohnenangriff

Die russischen Behörden haben die Angaben zur Zahl der Todesopfer nach einem mutmasslichen ukrainischen Drohnenangriff auf ein besetztes Dorf in der Ukraine erhöht. 27 Menschen seien bei dem Angriff auf ein Café und ein Hotel in der Region Cherson getötet worden, teilten die russischen Behörden am Freitag mit. Kiew wies den Vorwurf zurück, zivile Ziele angegriffen zu haben.

Die Sprecherin des Ermittlungskomitees, der wichtigsten russischen Kriminalbehörde, Swetlana Petrenko, sagte, unter den Toten im Dorf Chorly, wo mindestens 100 Zivilisten Silvester feierten, seien zwei Minderjährige. 31 Menschen seien verletzt in Krankenhäuser gebracht worden.

Ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs, Dmytro Lychowij, bestritt einen Angriff auf Zivilisten. Er sagte am Donnerstag dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne, die ukrainischen Truppen hielten sich an das Völkerrecht und griffen militärische russische Einrichtungen an, ausserdem Anlagen des russischen Energie- und Brennstoffsektors sowie andere legitime Ziele. Russland habe wiederholt Desinformation und Falschaussagen eingesetzt, um die laufenden Friedensverhandlungen zu stören, fügte er hinzu. Die Angaben zu dem mutmasslichen Angriff liessen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

21:31 Uhr

Freitag, 2. Januar 2026

Verhandlungen zum Ukraine-Krieg gehen in nächste Runde

In den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs kommen an diesem Samstag (3. Januar) nationale Sicherheitsberater zu einem Treffen in Kiew zusammen. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenski haben 15 Länder, Vertreter von EU und Nato, ihre Teilnahme zugesagt. Das US-Team wird demnach online zugeschaltet. Selenski erwartet Fortschritte beim schwierigen Thema Sicherheitsgarantien für sein Land.

Die militärische Komponente sei der Schlüssel dazu, wirklich Sicherheit zu garantieren, schrieb Selenski am Freitag in sozialen Medien. Er habe mit seinem Vize-Kanzleichef Pawlo Palissa über die Vorbereitung des Treffens der Sicherheitsberater gesprochen. Auch ging es demnach um weitere geplante Treffen mit Unterstützerstaaten der Ukraine aus der sogenannten Koalition der Willigen Anfang der kommenden Woche.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Seit Wochen laufen die von US-Präsident Donald Trump angestossenen Friedensverhandlungen intensiv. Ein Kriegsende zeichnet sich aber nicht ab. Auch bei den nun geplanten Treffen sitzt Russland nicht mit am Tisch. (dpa)

17:15 Uhr

Freitag, 2. Januar 2026

Selenski bestimmt neuen Chef des Militärgeheimdienstes

Der ukrainische Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko übernimmt in Kiew die Leitung des Militärgeheimdienstes HUR. Das teilte Präsident Wolodymir Selenski mit, nachdem er den bisherigen HUR-Chef Kyrylo Budanow zum Chef seiner Kanzlei gemacht hat. Der 56 Jahre alte Generalleutnant Iwaschtschenko hatte die Auslandsaufklärung seit 2024 geführt. Er solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenski in den sozialen Netzwerken mit.

«Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das wirtschaftliche Potenzial Russlands zu schwächen: Je weniger der Aggressor verdient, desto mehr Möglichkeiten gibt es für die Diplomatie. Dies gilt insbesondere für die russischen Ölexporte, die eingeschränkt und billiger werden», sagte Selenski. Er äusserte sich auch mit Blick auf die zahlreichen Drohnenschläge gegen die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes.

«Ähnlich verfahren wir auch in Bezug auf die russische Rüstungsproduktion: Je mehr wir die Verbindungen des Aggressors zur Welt und seine Umgehungsstrategien für Sanktionen unterbrechen, desto grösser ist das Potenzial für Bemühungen zur Beendigung des Krieges», sagte Selenski weiter. Er sei dem Auslandsgeheimdienst für seine Arbeit dankbar. Unklar war, wer künftig die Auslandsaufklärung der Ukraine führt.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe, darunter auch von befreundeten Geheimdiensten, seit bald vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Trotz Verhandlungen ist ein Ende des Krieges bisher nicht in Sicht. (dpa)

17:13 Uhr

Freitag, 2. Januar 2026

Geheimdienstchef wird Selenskis neue rechte Hand

Der langjährige ukrainische Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow übernimmt die Leitung des Präsidialbüros in Kiew und wird damit zur neuen rechten Hand von Staatschef Wolodymir Selenski. Der 39-Jährige folgt auf den einflussreichen Andrij Jermak, der im Zuge eines Korruptionsskandals in der Ukraine vor einem Monat zurückgetreten war. Budanow gilt auch wegen zahlreicher erfolgreicher Operationen im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg als populärer Strippenzieher in der Ukraine.

Der Generalmajor ist verantwortlich unter anderem für Sprengstoffanschläge auf die Brücke zu der von Moskau annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und für Attentate auf Generäle in Moskau. «Es ist für mich eine Ehre und eine Verantwortung, mich in dieser für die Ukraine historischen Zeit auf die entscheidenden Fragen der strategischen Sicherheit unseres Staates zu konzentrieren», teilte Budanow nach seiner Ernennung mit.

«Wir müssen weitermachen – den Feind bekämpfen, die Ukraine verteidigen und für einen gerechten Frieden arbeiten. Lasst uns gemeinsam weiter für eine freie und sichere Zukunft der Ukraine kämpfen! Wir werden durchhalten!» Er dankte auch seinen Mitstreitern beim Militärgeheimdienst. Wer Budanows Nachfolge antritt beim Militärgeheimdienst HUR, war zunächst nicht klar.

Selenski: Sicherheitsfragen haben Vorrang

Die Ukraine müsse sich stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und den diplomatischen Weg der Verhandlungen konzentrieren, teilte Selenski zu seiner Entscheidung mit. Das Präsidialamt werde sich diesen Aufgaben vorrangig widmen. Budanow sei besonders erfahren in diesen Bereichen und könne Ergebnisse erzielen.

Selenski trifft damit insbesondere vor den nächsten Terminen der Verhandlungen über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges eine wichtige Personalentscheidung. Als HUR-Chef war Budanow bereits Mitglied der ukrainischen Delegation. An diesem Samstag treffen sich nationale Sicherheitsberater in Kiew, um über die weitere Unterstützung der Ukraine zu beraten.

Laut Selenski haben 15 Länder, Vertreter der EU und der Nato ihre Teilnahme zugesagt. Das US-Team werde online zugeschaltet, sagte Selenski. Am 5. Januar solle es Gespräche auf Ebene der Generalstabschefs geben, gefolgt von einem Gipfel der «Koalition der Willigen» am Dienstag in Paris. Budanow kommt eine zentrale Rolle bei den Gesprächen zu.

Selenski hatte zuvor gesagt, dass er mehrere Kandidaten im Blick habe für die Nachfolge Jermaks. Beobachter hatten mit Budanows Ernennung gerechnet. In Kiew meinten Kommentatoren, dass Budanow auf US-Linie liege und für die Vorbereitung eines Friedensplans eine zentrale Figur und ein Machtmensch mit sehr grosser Nähe zu Selenski sei.

Aus ukrainischer Sicht gehen zahlreiche für Kiews Militär erfolgreiche Angriffe auf Ziele in Russland auf sein Konto. Besonders intensiv greift die Ukraine seit Monaten auch Anlagen der russischen Ölindustrie mit Drohnen an, um Moskaus Kriegsmaschinerie die Einnahmen zu nehmen.

Russland sieht Budanow als «Terroristen»

Russland hingegen sieht Budanow nach einer Vielzahl tödlicher Bombenattentate auf Generäle als einen Terroristen, als einen der wichtigsten Feinde, der auf der Todesliste Moskaus steht.

Selenski habe den «Hauptterroristen» zum Chef seiner Kanzlei gemacht, schrieb der prominente Moskauer Politologe Sergej Markow bei Telegram. Die Zeichen stünden damit auf Angriff, meinte er - auch Kremlchef Wladimir Putin sei damit weiter in Gefahr.

Russland wirft der Ukraine seit Tagen Versuche vor, eine Residenz Putins mit Drohnen angegriffen zu haben. Kiew weist das als Lüge und russische Desinformation zurück.

Derweil gehen die Kämpfe in dem seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg weiter. Einmal mehr wurde die frontnahe Grossstadt Charkiw am Tag Ziel der russischen Streitkräfte. Zahlreiche Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Selenski sprach nach ersten Erkenntnissen von zwei Raketen, die in einem Wohngebiet eingeschlagen seien. (dpa)

06:15 Uhr

Freitag, 2. Januar 2026

Angriff auf Putin-Residenz? Moskau übergibt USA Material

Russland hat nach eigenen Angaben auf einer ukrainischen Drohne Navigationsdaten entschlüsselt, die einen angeblich geplanten Angriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin beweisen sollen. Die Materialien mit entschlüsselten Routing-Daten in einer Mappe sowie ein Bauteil der Drohne seien einem Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten. Die Ukraine bezeichnet die russischen Vorwürfe seit Tagen als Lüge – mit dem Ziel, Schläge gegen Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.

Moskau zeigte Drohne im Wald im Schnee

Russische Geheimdienstexperten hätten die Daten entschlüsselt, sagte der selten in der Öffentlichkeit auftretende GRU-Chef Kostjukow in dem Video. Damit sei klar belegt, dass diese Drohne am 29. Dezember 2025 in der Region Nowgorod einen Terroranschlag auf die Residenz Putins ausführen sollte. Russland hoffe, dass dies zur Wahrheitsfindung beitrage, sagte Admiral Kostjukow. Die russische Seite machte keine Angaben zu den Namen der US-Vertreter und deren Positionen.

Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Alle Drohnen seien abgeschossen worden. Nach tagelangen Forderungen der Ukraine, Beweise vorzulegen, veröffentlichte das Verteidigungsministerium in Moskau am Silvestertag mehrere Videos. Zu sehen war auch eine Drohne in einem Wald im Schnee, Karten mit Flugrouten und Uhrzeiten sowie angebliche Augenzeugen.

Reaktion auf Berichte über CIA-Schlussfolgerung

Putin hatte am Montag auch US-Präsident Donald Trump über die Drohnenangriffe informiert. Der Kreml erklärte, dass Russland zwar nicht aussteigen wolle aus den von Trump angestossenen Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges, aber eine härtere Position einnehmen werde. Kiew und Moskau werfen einander vor, den Vorfall zu benutzen, um die Friedensverhandlungen zu stören.

Unstrittig ist, dass die Ukraine in ihrem Kampf gegen Putins Angriffskrieg täglich auch russische Ziele angreift. Zweifel gibt es aber an der russischen Darstellung, dass Putins Residenz das Ziel gewesen sein soll.

CIA sieht laut Medien keinen Angriff auf Putins Residenz

Die Übergabe von Material an die USA gilt auch als Reaktion auf Berichte in amerikanischen Medien, nach denen der US-Auslandsgeheimdienst CIA ermittelt habe, dass die ukrainischen Drohnen nicht Putins Residenz als Ziel gehabt hätten. Darüber sei auch Trump informiert worden, hiess es. Der US-Präsident hatte den angeblich geplanten Angriff auf Putin kritisiert – zur Freude des Kreml. Russische Kommentatoren hatten die CIA-Führung als proukrainisch und verlogen kritisiert. (dpa)

22:04 Uhr

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ukrainischer Geheimdienst täuschte Tod von Milizenführer vor

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Ende Dezember den Tod eines russischen Milizenführers fingiert, der in der Ukraine gegen Moskaus Truppen kämpft. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow zeigte am Neujahrstag in einem Video den totgeglaubten Denis Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK. Es kämpft an der Seite ukrainischer Truppen gegen die russische Invasion.

In einer komplizierten Aktion sei es dem HUR gelungen, im russischen Geheimdienst die Drahtzieher eines geplanten Attentats auf Kapustin zu ermitteln, hiess es in einer Mitteilung. Das von Moskau ausgesetzte Kopfgeld von 500'000 US-Dollar (425'000 Euro) sei sichergestellt worden und komme nun der Verteidigung der Ukraine zugute. Unabhängige Quellen zu dieser Darstellung aus Kiew gab es indes nicht.

Kapustins Truppe hatte am 27. Dezember mitgeteilt, ihr Kommandeur sei im Gebiet Saporischschja durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Es wurde Rache für den Tod des Rechtsextremisten mit dem Kampfnamen White Rex angedroht. Das RDK war in der Vergangenheit in dem Krieg auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert.

Ukrainische Geheimdienste hatten schon 2018 einen Todesfall vorgetäuscht und weltweit Schlagzeilen gemacht. Damals hiess es, der kremlkritische russische Kriegsberichterstatter Arkadi Babtschenko sei in Kiew bei einem Anschlag getötet worden. Einen Tag später zeigte sich, dass Babtschenko noch lebte. Mithilfe dieser Finte seien die Attentäter entlarvt worden. (dpa)

15:45 Uhr

Donnerstag, 1. Januar 2026

Russland bekräftigt Vorwurf eines Drohnenangriffs auf Putins Residenz

Das russische Verteidigungsministerium hält an seinem Vorwurf fest, das ukrainische Militär habe eine Residenz von Präsident Wladimir Putin mit Drohnen angegriffen. Das Ministerium teilte am Donnerstag mit, seine Spezialisten hätten sich Zugriff auf das Navigationssystem einer der mutmasslich eingesetzten Drohnen verschafft. Anhand der Daten sei bestätigt worden, dass Putins Residenz das Ziel der Drohne gewesen sei. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, weil das Ministerium keine Beweise vorlegte. Russische Vertreter gaben jedoch an, die Daten würden über etablierte Kanäle an US-Behörden weitergeleitet.

Russland wirft der Ukraine vor, eine Residenz Putins im Nordwesten Russlands in der Nacht zum Montag mit 91 Langstreckendrohnen angegriffen zu haben. Diese seien alle abgefangen worden. Die ukrainische Regierung bestreitet einen solchen Angriff und bezeichnet die Anschuldigung als Lüge.

Bereits am Mittwoch veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ein Video einer abgeschossenen Drohne, die an dem Angriff beteiligt gewesen sein soll. Die nächtliche Aufnahme zeigt einen Mann in Tarnkleidung, Helm und Schutzweste neben einer beschädigten Drohne, die im Schnee liegt. Der Mann, dessen Gesicht verdeckt ist, spricht über die Drohne. Weder der Mann noch das Verteidigungsministerium nannten Ort oder Datum. Zudem konnten weder das Video noch die darin enthaltenen Behauptungen unabhängig überprüft werden. (dpa)

11:26 Uhr

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ukrainische Drohnen attackieren russische Ölanlagen

Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf auch in der Neujahrsnacht russische Ölanlagen mit Drohnen angegriffen. Im Gebiet Kaluga südwestlich von Moskau wurde nach Informationen russischer Telegramkanäle ein Tanklager getroffen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Auch die Raffinerie von Ilski in Südrussland wurde Berichten zufolge zum wiederholten Mal attackiert.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien über Nacht 168 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen worden. Solche Militärzahlen sind nicht überprüfbar. Die genannte hohe Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schliessen, was sich mit Angaben ukrainischer Militärbeobachter deckt.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete nach Mitternacht immer wieder von Drohnen, die im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden seien. Zu Schäden wurde nichts mitgeteilt.

Keine Foto- oder Videobelege gab es für einen Bericht der russischen Besatzungsverwaltung im südukrainischen Gebiet Cherson. Mindestens 24 Menschen seien bei ukrainischen Drohnentreffern auf eine Silvesterfeier im Dorf Chorly am Schwarzen Meer getötet worden, teilte Verwaltungschef Wladimir Saldo auf Telegram mit. Ausserdem habe es in dem Café mehr als 25 Verletzte gegeben. Der proukrainische Telegramkanal Exilenova kommentierte, es habe schon früher ähnliche Angriffe gegeben, wenn sich Besatzungssoldaten zu Feiertagen versammeln.

Die ukrainische Luftwaffe in Kiew meldete, Russland habe in der Nacht mit 205 Kampfdrohnen angegriffen. 176 Flugobjekte seien abgefangen worden. Trotzdem seien Einschläge an 24 Orten verzeichnet worden. Betroffen war nach regionalen Angaben unter anderem das Gebiet Wolyn im Nordwesten der Ukraine. (dpa)

 
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