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Walliser Regierungspräsident kämpft mit Tränen: «Unsere Spitäler sind komplett überlastet»

Erneut eine Tragödie im Kanton Wallis: Regierungspräsident Mathias Reynard zeigt sich im Westschweizer Fernsehen tief betroffen - und spricht über den aktuellen Wissensstand.
Staatsrat Mathias Reynard wird von RTS-Journalist Cédric Jordan interviewt. (Bild: RTS)

Das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet am Morgen nach der Silvester-Katastrophe in einer Sondersendung live. Journalist Cédric Jordan hat nach der Pressekonferenz der Behörden den Präsidenten der Walliser Regierung interviewt, Mathias Reynard. Wir geben das Gespräch hier auszugsweise wieder.

Es handelt sich um ein Ereignis, um eine Tragödie von internationaler historischer Tragweite. Es wird den Kanton noch lange prägen. Mathias Reynard, man wacht am Morgen mit diesem Grauen auf. Es herrscht Fassungslosigkeit.

Mathias Reynard: Ja, für die gesamte Bevölkerung ist es ein furchtbares Erwachen. Unsere Gedanken gelten vor allem den Familien, den Angehörigen und allen betroffenen und trauernden Menschen. Man spricht von Dutzenden Todesopfern und von Dutzenden, ja sogar von rund hundert Verletzten. Die meisten davon sind schwer verletzt. Unsere Gedanken gehen daher in erster Linie an sie. Sie gehen aber auch an die Rettungskräfte, an die Ambulanzteams, an die Polizei, an die Feuerwehr und selbstverständlich an das gesamte Spitalpersonal, das mit der Versorgung dieser Verletzten beschäftigt ist. Das ist absolut schrecklich, und wir rufen zur Solidarität auf.

Was man weiss: Um 1.30 Uhr kam es zu einer Explosion. Viele Menschen haben sie gehört. Schwarzer Rauch stieg auf. Über die Ursachen dieser Tragödie weiss man derzeit noch nichts.

Wir haben aktuell keine weiteren Informationen. Die Staatsanwältin wird sich zu diesen Punkten äussern. Was wir wissen, ist, dass es sich um einen Brand handelt. Es ist eine Tragödie. Unsere erste Priorität ist die Unterstützung der Menschen. Dazu gehört die Unterstützung der Familien durch eine psychologische Betreuungsstelle, die wir eingerichtet haben. Und selbstverständlich haben die medizinische Versorgung und die Pflege der Verletzten oberste Priorität. Es gibt extrem schwer Verletzte. Das Spital ist vollständig ausgelastet. Man muss sich die Situation in der Intensivpflege und in den Operationssälen vorstellen. Gleichzeitig erleben wir eine grosse Solidarität aus anderen Kantonen. Patientinnen und Patienten werden oder wurden bereits in andere Kantone und andere Spitäler verlegt, um dort spezialisierte Behandlungen, insbesondere für Schwerstbrandverletzte, zu erhalten.

Mitten in der Tourismussaison wird dieses Drama zwangsläufig auch international wahrgenommen. Sind unter den Opfern auch Touristinnen und Touristen?

Sehr wahrscheinlich, ja. Das dürfte die Realität sein. Wir sind ein Tourismuskanton. Menschen kommen gerne zu uns, darauf sind wir stolz. Und es ist richtig, dass wir erneut von einer Katastrophe betroffen sind, die nicht nur uns trifft, sondern weit über unsere Grenzen hinaus wirkt.

Es war ein schwieriges Präsidialjahr für Sie. Es gab die schweren Unwetter, es gab Blatten, und nun dieses Ereignis. Das ist viel.

Ja, das ist viel. Und gerade in solchen Momenten müssen wir solidarisch sein. Solidarität zwischen den Kantonen, Solidarität innerhalb der Regierungen und Behörden, und selbstverständlich auch Solidarität innerhalb der Bevölkerung. Wenn wir heute einen Appell an die Menschen richten können, die sich derzeit im Wallis aufhalten, dann ist es ein Appell zur Vorsicht. Unsere Spitäler sind aktuell komplett überlastet. Die Situation ist sehr schwierig. Alle verfügbaren Ressourcen werden eingesetzt, um so viele Leben wie möglich zu retten. Wenn Sie helfen wollen, dann bleiben Sie ruhig und verhalten Sie sich heute vorsichtig (kämpft mit den Tränen).

Man spürt die Emotionen, Mathias Reynard. Es ist schwer.

Ja, es ist schwer, weil ich an all die Menschen denke, die ihr Leben verloren haben, an ihre Familien und an die Verletzten. Es ist schwer. Übersetzung: pmü

 
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