Nach Crans-Montana kommen weitere Verletzte mit Schwerstverbrennungen in die Spitäler
Nach Crans-Montana folgt ein weiterer schwerer Brand: Das ausgebrannte Postauto in Kerzers forderte am Dienstagabend sechs Todesopfer, fünf weitere Personen wurden verletzt.
Drei der Verletzten befanden sich in kritischem Zustand. Eine Person musste in das Universitätsspital Zürich geflogen werden, wo sie auf der Intensivstation für Schwerbrandverletzte behandelt wird. Eine verletzte Person wurde am Mittwochnachmittag wieder aus dem Spital entlassen. Insgesamt sind zwei Personen noch hospitalisiert.
«Die Rettungskette hat sehr gut funktioniert», betonte Manuela Spicher, Leiterin der Sanitätszentrale 144 Freiburg-Jura, an der Medienkonferenz. Auch der Freiburger Staatsrat würdigte «das Engagement und die Professionalität der Rettungsdienste, der Sicherheitskräfte sowie aller Personen, die zur Bewältigung dieser aussergewöhnlichen Situation mobilisiert wurden».
Weniger als 50 Plätze für Schwerstverbrennungen
Bereits in Crans-Montana hat sich gezeigt: Die Schweiz kann sich auf ihre Rettungsstrukturen verlassen. Im Wallis waren die Dimensionen deutlich grösser und internationaler. Wenige Minuten nach dem ersten Alarm organisierten Feuerwehr, Sanität, Rega, Spitäler und Bund eine Rettungsaktion von historischem Ausmass. Diese wurde angesichts der über 100 Verletzten notwendig.
Schweizweit stehen weniger als 50 spezialisierte Plätze für die Behandlung von Schwerstverbrennungen zur Verfügung. Im Nachgang an die Brandkatastrophe von Crans-Montana kamen die Schweizer Spitäler deshalb an ihre Grenzen. Ein Teil der Verletzten wurde in geeignete Einrichtungen in ganz Europa verlegt.
Die Behandlung von schweren Brandverletzungen ist anspruchsvoll und komplex. Durch schwerste Verbrennungen verliert die Haut ihre Schutzfunktion. Der Körper verliert Flüssigkeiten, Keime dringen leichter in den Körper ein, der Kreislauf gerät unter Druck und die Organe können in eine kritische Unterversorgung rutschen.
Behandlung dauert an – auch Monate nach Crans-Montana
Wenn Hitze und Rauch eingeatmet wurden – wie das sowohl in Crans-Montana als auch in Kerzers vorkam – können die Atemwege auch von innen geschädigt werden. Schon im ersten Moment braucht es deshalb an mehreren Stellen hoch spezialisierte intensivmedizinische Behandlungen, die von einem breit aufgestellten Team durchgeführt werden müssen.
Auch nach der Stabilisierung bleibt die Behandlung anspruchsvoll. Abgestorbenes Gewebe muss laufend entfernt und die Wunden müssen immer wieder gereinigt und gepflegt werden, teils in kurzen Abständen, und das über Wochen und Monate. Gleichzeitig müssen die Wunden mit neuer Haut gedeckt werden. Der Rehabilitationsprozess dauert lange und muss eng begleitet werden.
Ein Teil der Brandopfer von Crans-Montana befindet sich deshalb noch immer im Spital. 25 Verletzte werden derzeit im Ausland behandelt, die meisten davon in Frankreich. 20 Patientinnen und Patienten werden gemäss Bund in der Schweiz noch immer stationär behandelt, 13 in Spitälern, 7 in Rehabilitationskliniken der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) in Bellikon und in Sitten.
Von einer Überlastung ist allerdings nicht mehr die Rede. Auf Anfrage schreibt das Universitätsspital Zürich, die Versorgung von Brandverletzten sei mit der zusätzlich behandelten Person aus Kerzers auch für weitere Betroffene sichergestellt.
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