Schulpräsidium Lichtensteig: Zwei Pädagoginnen, eine Bäckerin und ein Polizist machten Werbung für sich
Vier Kandidierende wollen am 27. September Schulpräsidentin oder Schulpräsident in Lichtensteig werden: Margrit, genannt Mädi, Bergamin (parteilos), Pascal Brändle (FDP), Corinna Hardegger (parteilos) und Simone Kramer (Grüne).
Am Dienstagabend wurden die Vier an einem Podium im Kronensaal vorgestellt und legten ihre Positionen dar. Zunächst forderte Moderatorin Martina Heinrich von der «Toggenburger Zeitung» die Kandidierenden auf, in wenigen Sätzen für sich zu werben.
Corinna Honegger sagte: «Ich bin flexibel und offen, und würde mich für eine gute Schule einsetzen.» Pascal Brändle: «Ich sehe meine Rolle nicht im Pädadogischen, sondern in der Führung. Die Lehrpersonen brauchen einen Rahmen, damit sie sich zum Wohl der Kinder einsetzen können.» Simone Kramer: «Mein Ziel ist es, klar und offen zu kommunizieren. Ich verfüge über grosse pädagogische Erfahrung. Das Amt ist für mich eine Weiterentwicklung in meiner beruflichen Laufbahn.» Und Margrit Bergamin: «Ich setze auf meine Erfahrungen als Mutter. Ich bin in einer auswärtigen Schule tätig. Ich setze mich gerne für Lichtensteig ein.»

Nach der Demission der Schulpräsidentin Petra Stump habe man befürchtet, das Amt könnte auf wenig Interesse stossen, sagte Roman Hug. Die Findungskommission habe aber für diese Führungsposition «unbedingt eine fähige Persönlichkeit» finden wollen. Dazu habe sie mit vier Personen ausführliche Gespräche geführt.
Die Findungskommission empfiehlt Simone Kramer und Margrit Bergamin zur Wahl. Beide haben eine pädagogische Ausbildung und Lehrerfahrung. Beiden attestierte Hug zudem «Fachkompetenz, Belastbarkeit und zeitliche Verfügbarkeit».
Kandidatinnen aus dem Bildungsbereich
Simon Kramer weist langjährige pädagogische Erfahrung auf. Sie war ursprünglich Lehrerin, hat sich pädagogisch und betriebswirtschaftlich weitergebildet und verfügt über einen Master im Bildungsmanagement. Seit 17 Jahren wirkt sie als Schulleiterin, aktuell in Rapperswil. Vor vier Jahren zog sie in das Haus ihres Grossvaters in Lichtensteig.
Margrit Bergamin wohnt seit 20 Jahren in Lichtensteig und ist Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Sie ist ausgebildete Kleinkinderzieherin und hat Erfahrung in Pädagogik, Betreuung und Führung. Aktuell arbeitet sie in einem Teilpensum als Kindergartenlehrerin in Wil.

Mit Pascal Brändle und Corinna Honegger gibt es aber noch zwei weitere Kandidierende. Pascal Brändle ist Polizist und gehört bereits dem Gemeinderat an. Er ist Vater von drei eigenen und zwei Pflegekindern. Corinna Honegger ist gelernte Bäckerin-Konditorin, hat fünf Kinder und lebt mit ihrer Familie seit 2010 in Lichtensteig.
Im Podiumsgespräch kam unter anderem die integrative Beschulung zur Sprache. Die beiden offiziellen Kandidatinnen befürworten diese und sehen die frühe Förderung als gute Basis dafür. Für Brändle gilt es, «das beste Set für das Kind anzuwenden», was eine Abkehr vom integrativen Modell nicht ausschliesst. Honegger teilt diese Ansicht.
Alle wollen nur begrenzt Wahlkampf betreiben
Führungserfahrung können bis auf Honegger alle Kandidierenden ausweisen. Auf die Frage, ob Lehrer gleich wie Polizisten zu führen seien, sagte Brändle: «Es gibt nicht den Polizisten und den Lehrer. Der Mensch muss klar und berechenbar geführt werden.»
Finanzkompetenz haben nach eigener Beurteilung Kramer, Brändle und Honegger. Bergamin ist überzeugt, dass man sie lernen kann. Zeitlich sähen sich alle in der Lage, die Aufgabe zu bewältigen. Brändle und Kramer würden ihr jetziges Arbeitspensum etwas einschränken.
Wahlwerbung wollen alle in begrenztem Rahmen, in erster Linie mit Flyern, betreiben. Honegger hat sich noch nicht entschlossen. Weiter sagten alle Kandidierenden, dass sie möglichst viele persönliche Gespräche mit den Lichtensteigerinnen und Lichtensteigern führen wollten, wobei alle betonten, oft im Städtli unterwegs zu sein. Von einem Wahlkampf wollte niemand sprechen.
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