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Ist die neue Kanti Wattwil schon zu klein? Gleich zwei Vorstösse im Kantonsrat zu diesem Thema

Eigentlich sollte der Neubau die Zukunft sichern. Doch die Zahl der Schülerinnen und Schüler wächst schneller als prognostiziert. Mitte-Kantonsräte und die SVP-Fraktion verlangen Antworten, bevor Platzmangel zum Problem wird.
Die Kanti Wattwil wird im Sommer bezogen, das Berufsbildungszentrum Toggenburg wird saniert. Die Umstände sorgen bei Kantonsräten für Fagen an den Regierungsrat. (Bild: Andrea Häuler)

«Wir haben im alten Kanti-Gebäude drei bis vier Schulzimmer reserviert, um Spitzenzeiten abzufedern», sagte Martin Gauer, Rektor der Kanti Wattwil, vergangene Woche in einem Artikel dieser Zeitung. Erstmals äusserte sich der Rektor explizit zum allfälligen Platzproblem im neu realisierten Schulhaus in Wattwil. Hintergrund: Der Neubau an der Ebnaterstrasse soll bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen stossen. Ausgelegt ist er auf 720 Lernende. Im nächsten Schuljahr werden jedoch 880 Schülerinnen und Schüler in 44 Klassen die Kantonsschule besuchen.

Interpellation von Mitte-Kantonsräten zum Platzproblem

Mit diesem Problem befassten sich die beiden Mitte-Kantonsräte Adrian Gmür aus Bütschwil und Mathias Müller aus Lichtensteig. In einer Interpellation mit dem Titel «Alte Kanti Wattwil: Hat die Regierung einen Gameplan an der Näppis-Ueli-Strasse» wurden sie in der Juni-Session bei der Regierung des Kantons St.Gallen vorstellig.

Die «Alte Kanti» an der Näppis-Ueli-Strasse war bisher als Provisorium für die Berufsschule Wattwil während der Bauphase vorgesehen. Muss die Kantonsschule nun selbst auf einen Teil der Räume zurückgreifen, könnte dieses Konzept ins Wanken geraten. Aus den Fragen der beiden Kantonsräte kristallisiert sich eine zentrale Sorge heraus: Ist der neue Campus Wattwil angesichts steigender Schülerzahlen bereits bei seiner Eröffnung zu knapp bemessen? Weitere Fragen betreffen die künftige Nutzung der alten Kanti und des Areals – von einer möglichen Unterschutzstellung über öffentliche Nutzungen bis hin zu einer privaten Entwicklung.

Motion der SVP-Fraktion zur Berufsschule

Der Campus-Neubau sowie der Bau der Berufsschule (BWZT) in Wattwil haben auch die Fraktion der SVP beschäftigt. Mit dem Titel «BWZT: Volkswillen vollständig umsetzen – Mietlösungen verhindern, Aufstockung prüfen» formulierten sie ihre Anliegen mit einer Motion ebenfalls in der Juni-Session.

Die Unterzeichnenden fordern eine Anpassung des Projekts «Campus Wattwil», weil die demografische Entwicklung und die Schülerzahlen stärker wachsen als 2018 prognostiziert. Sie befürchten, dass die Kapazitäten von Kantonsschule und Berufsbildungszentrum bereits bei Fertigstellung nicht ausreichen. Deshalb verlangen sie einen Nachtrag zum Kantonsratsbeschluss, damit zusätzliche Schulräume geschaffen, Bildungsabbau und teure Ausweichlösungen verhindert sowie der ursprünglich vom Stimmvolk beschlossene Campus-Gedanke umgesetzt werden können.

Die Antwort der St.Galler Regierung liegt für beide Vorstösse bis jetzt noch nicht vor.

 
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