Mehr Schweizer Musik auf SRF
Fünf der sechs SRF-Radiosender konzentrierten sich in ihren Beiträgen im letzten Jahr fast ausschliesslich auf die deutsche und rätoromanische Schweiz. Ereignisse in den anderen Sprachregionen hätten dort praktisch keine Beachtung gefunden, schrieb Publicom in einer Programmanalyse im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
So stagniere die Aufmerksamkeit für die lateinische Schweiz seit 2014 bei einem Anteil von gerade einmal zwei Prozent der Gesamtinformationen. Nicht einmal die Wahl des Tessiners Ignazio Cassis zum Bundesrat habe dieses tiefe Niveau aufzubessern vermocht, weil gleichzeitig die Berichterstattung aus der Romandie zurückging.
Zwar habe durch die Bundesratswahl die "ansonsten weitgehend ignorierte italienische Schweiz" 2017 bei allen Programmen an Beachtung gewonnen. Doch da in der untersuchten Woche auch das Filmfestival Locarno zu Ende ging, bleibe abzuwarten, ob ein Trend bevorstehe.
Eine Ausnahme habe der Informationssender SRF 4 mit vier Prozent gebildet. Dort gebe es auch ein Sendegefäss, das sich den beiden lateinischen Sprachregionen widme.
Kulturauftrag erfüllt
Bei der "Förderung der kulturellen Identität" erhalten die SRG-Radios hingegen gute Noten. Publicom stuft die Programmleistung dort als "hoch, wenn auch uneinheitlich" ein. Über ein Viertel der gespielten Musik in den SRF-Radioprogrammen stammte 2017 aus der Schweiz. An der Spitze steht SRF Musikwelle: Auf dem Volksmusiksender war jeder zweite gespielte Musikbeitrag ein Schweizer Song.
Einen grossen Sprung nach vorne machten in dieser Hinsicht gemäss Publicom die beiden Musiksender SRF 3 und Virus mit mittlerweile fast einem Drittel Schweizer Musik. Kritisiert wird hingegen, dass sich die beiden Sender bezüglich der Musikformate mittlerweile kaum noch unterschieden.
Auf SRF 1 und SRF 2 stammte zwar nur rund jeder zehnte Song aus Schweizer Produktion. Dafür spiele die Schweizer Kultur im Wortprogramm von SRF 2 eine wichtigere Rolle als früher, hiess es weiter. SRF 2 und SRF 3 nahmen in diesem Punkt eine Vorreiterrolle ein.
55 Prozent Wiederholungen
Die SRG soll auch zur freien Meinungsbildung des Publikums beitragen. Dazu muss sie umfassende, vielfältige und sachgerechte Informationen liefern. Publicom lobt in diesem Zusammenhang die hohe Aufbereitungsqualität der Informationsbeiträge. Davon profitierten die "wortstarken" Programme SRF 1, SRF 2 Kultur und SRF 4 News.
Doch weil die tagesaktuelle Information zentral produziert werde, gebe es zahlreiche Redundanzen: 55 Prozent der ausgestrahlten Informationsinhalte auf allen Sendern bestünden aus Wiederholungen und Übernahmen anderer SRG Programme.
Insgesamt werde das parteipolitische Spektrum auf allen Sendern "recht ausgewogen repräsentiert". SRF 1 und SRF 4 lieferten regelmässig thematische Zusammenhänge kontroverser Positionen. Die anderen Programme hingegen machten das "kaum häufiger als kommerzielle Privatradios".
In der Schweiz werden öffentliche und private Programmanbieter, die Konzessionsgelder beziehen, zu bestimmten Leistungen verpflichtet. Die Programmanalyse soll überprüfen, ob und in welchem Umfang diese Leistungen erbracht werden. Dazu untersuchte Publicom die sechs Vollprogramme der Deutschschweiz während einer Woche. Die Stichprobe umfasste insgesamt 798 Programmstunden. (sda)
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