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Ungewöhnliches Geschenk zum Abschied: Nato-Chefs erhalten von Erdogan scharfen Revolver samt Munition

Zum Ende des Nato-Gipfels in Ankara schenkte der türkische Regierungschef seinen Amtskollegen eine scharfe Waffe mit eingraviertem Namen. Nicht alle wollten sie mit nach Hause nehmen.
Macht ungewöhnliche Geschenke: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Bild: Hussein Malla)

Gastgeschenke sind bei hohen diplomatischen Treffen üblich. Normalerweise beschenken sich Staats- und Regierungschefs aber eher mit Sachen wie Porzellan, Kunsthandwerk oder lokalen Spezialitäten.

Eine spezielle Wahl traf nun der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan: Zum Ende des grossen Nato-Gipfels in Ankara übergab er seinen Amtskollegen einen Revolver mit eingraviertem Namen – samt scharfer Munition. Die ausgefüllte Ausfuhrbescheinigung legte der türkische Gastgeber praktischerweise gleich bei.

Einige der Staatenlenker reagierten leicht verdutzt über das potenziell tödliche Geschenk. Der britische Premierminister Keir Starmer etwa liess verlauten, dass er die Waffe erst entschärfen werde, bevor er sie mit nach London nehme. Ganz im Einklang mit den strengen britischen Waffeneinfuhrgesetzen, versteht sich. Der deutsche Bundeskanzler übergab das Schiesseisen an seine Botschaft in Ankara, die es nach Deutschland überführen wird, wo es offiziell inventarisiert werden soll.

Und der belgische Premier Bart de Wever hat offenbar sogar erst nach der Landung in Belgien gemerkt, was in der Give-away-Tüte von Erdogan war. De Wever habe die Waffe der Polizei übergebe, die sie nun in einem Tresor aufbewahre, schreibt das belgische Nachrichtenportal 7sur7. Was mit dem Revolver passiere, sei noch unklar.

Erdogan hat mit seinem scharfen Präsent den Gipfel mit einer kuriosen Note beendet. Andereseits: Die Nato ist eine waffenstarrende Militärallianz. Vor diesem Hintergrund macht der Geschenk-Revolver vielleicht doch Sinn.

Sturmgewehr für Kim Jong Un

Und ganz so unüblich sind Waffen in der Diplomatie auch nicht. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden öfter vergoldete Pistolen ausgetauscht. Diesen März beschenkte der weissrussische Machthaber Alexander Lukaschenko seinen Diktatorenfreund Kim Jong Un in Nordkorea mit einem Sturmgewehr. 2023 erhielt Russlands Präsident Wladimir Putin von Kim einen nordkoreanischen Karabiner.

Weit üblicher als Schusswaffen sind aber Schwerter und Dolche. Bei seinem Besuch beim britischen König Charles III. im vergangenen Jahr zum Beispiel brachte US-Präsident Donald Trump eine Replik eines sogenannten Eisenhower-Schwertes mit.

Aussergewöhnlich und für heutige Verhältnisse einmalig ist die Tatsache, dass es sich bei Erdogans Geschenk nicht um eine zeremonielle, sondern um eine voll funktionsfähige Waffe samt Munition handelt. Anders als ein Vertrauensbeweis an seine Nato-Kollegen kann das kaum gelesen werden. Ob sich der US-Secret Service darüber freute, ist bislang nicht bekannt.

 
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