­
­
­
­

SVP-Chef Dettling sagt ab: Wer für Parmelins Nachfolge noch im Rennen ist

Das Kandidatenkarussell für die Nachfolge des Ende Jahr abtretenden Bundesrats Guy Parmelin dreht sich bereits munter. Wir geben Ihnen den Überblick über den Stand der Dinge.
Er geht - wer kommt? Bundesrat Guy Parmelin. (Bild: Peter Schneider)
Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz. (Bild: Keystone)
Nationalrat Franz Grüter, SVP-Luzern. (Bild: Yoshiko Kusano)
Mike Egger, SVP-Nationalrat aus St. Gallen. (Bild: Lea Hartmann)
SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. (Bild: Keystone)
Der Freiburger Nationalrat Nicolas Kolly. (Bild: Keystone)
Der Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud. (Bild: Keystone)
Der Thurgauer Nationalrat Pascal Schmid. (Bild: Michel Canonica)
Der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. (Bild: Severin Bigler)
Ständerätin Esther Friedli. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. (Bild: Keystone)
Führt die SVP seit dem Frühling 2024: Der Schwyzer Marcel Dettling. (Bild: Severin Bigler)
Nationalratspräsident Pierre-André Page. (Bild: Pius Amrein)
Die Aargauer Regierungsrätin Martina Bircher. (Bild: Sandra Ardizzone)

Drei Frauen werden überall genannt, wenn es um die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin geht: die Genferin Céline Amaudruz, die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli und die St. Galler Ständerätin Esther Friedli. Doch auch andere Namen kursieren. Bis zum 23. Oktober müssen die jeweiligen Kantonalparteien ihre Nominationen bei der SVP Schweiz einreichen.

So präsentiert sich das Feld der potenziellen Kandidierenden aktuell:

Sie überlegen es sich

Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz. (Bild: Keystone)

Die Genferin Céline Amaudruz schreibt auf Anfrage: «Le temps est à la réflexion». Sie nehme sich jetzt Zeit, darüber nachzudenken. Amaudruz gilt als extrem interessiert am Amt – als Mutter zweier Kleinkinder fällt ihr der Entscheid aber sicher nicht ganz leicht. Andererseits meinte sie zur «NZZ am Sonntag»: «Die grösste Partei der Schweiz braucht einen Bundesrat aus der Romandie und einen aus der Deutschschweiz.» Da das Kandidatenfeld in der Westschweiz neben ihr dünn ist, lässt sich diese Aussage als Wegbereitung für eine eigene Kandidatur lesen.

Nationalrat Franz Grüter, SVP-Luzern. (Bild: Yoshiko Kusano)

Der Luzerner Nationalrat Franz Grüter sagte gegenüber «20 Minuten», er würde sich eine Kandidatur überlegen. Allerdings ist Grüter bereits 63 Jahre alt. Ob er sich ein solches Amt noch antun will, darf angezweifelt werden.

Mike Egger, SVP-Nationalrat aus St. Gallen. (Bild: Lea Hartmann)

«Prüfen» würde auch der St. Galler Nationalrat Mike Egger, «wenn die Partei das wünscht». Egger ist allerdings vor nicht allzu langer Zeit Vater geworden – ob das in seine Lebensplanung passt?

SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. (Bild: Keystone)

Auch Fraktionschef Thomas Aeschi sagt auf Anfrage von «20 Minuten» nicht ab – deutet aber auch keine Kandidatur an. Aeschi hat allerdings mehrere Nachteile. So ist er, wie der amtierende Verteidigungsminister Martin Pfister, Zuger. Und er ist selbst in der eigenen Fraktion – von den anderen Parteien ganz zu schweigen – nicht unumstritten. Zudem ist er Mitglied der Findungskommission, die die Kandidaten auf Herz und Nieren prüft. Das ist allerdings kein Hinderungsgrund, wie Findungskommissionspräsident Caspar Baader auf Anfrage von «Schweiz heute» sagt. Aeschi könnte einfach in Ausstand treten, wenn er selbst kandidieren würde.

Der Freiburger Nationalrat Nicolas Kolly. (Bild: Keystone)

«Ernsthaft» über eine Kandidatur denkt Nationalrat Nicolas Kolly nach. Gegenüber den «Freiburger Nachrichten» betonte der Freiburger, Politik nie aus persönlichem Ehrgeiz zu betreiben. Er sei jedoch «sozusagen ein Soldat». Komme er zum Schluss, dass er kandidieren sollte, «glaube ich nicht, dass ich mich drücken würde». Bleibt die Frage: Hat der 40-Jährige die nötige Erfahrung für das Amt?

Der Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud. (Bild: Keystone)

Mit dem Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud überlegt sich ein weiterer Romand eine Kandidatur. «Das Amt interessiert mich, aber ich muss natürlich noch darüber nachdenken», sagte Pahud gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er politisiert erst seit drei Jahren in Bern.

Der Thurgauer Nationalrat Pascal Schmid. (Bild: Michel Canonica)

Das gilt auch für seinen Ratskollegen Pascal Schmid. Der Thurgauer ist jedoch schnell zum Asylchef der SVP aufgestiegen und verantwortet damit das Kerndossier der Partei. Gegenüber der «NZZ am Sonntag» teilte er mit, er sei von Parmelins Rücktritt überrascht worden, mache sich nun aber «selbstverständlich Gedanken dazu».

Der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. (Bild: Severin Bigler)

Und dann wären da noch die kantonalen Regierungsräte. Während sich die Zürcherin Natalie Rickli bislang nicht geäussert hat, sagte der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati dieser Zeitung: «Ich überlege mir das und werde eine mögliche Kandidatur mit meinem privaten und politischen Umfeld besprechen.»

Ständerätin Esther Friedli. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Nicht geäussert hat sich bislang die St.Galler-Ständerätin Esther Friedli. Die Frau des früheren SVP-Chefs Toni Brunner gilt vielen als Kronfavoritin – wenn sie denn will.

Sie wollen

Noch hat niemand gesagt, dass er kandidieren will – das ist so kurz nach dem Rücktritt auch unwahrscheinlich: Wer seinen Hut zu schnell in den Ring wirft, wird meist als wenig chancenreich erachtet.

Sie sagen ab

Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. (Bild: Keystone)

Das ging schnell: Nur wenige Stunden, nachdem Guy Parmelin seinen Rücktritt angekündigt hatte, sagte Magdalena Martullo-Blocher, dass sie nicht interessiert sei, die Nachfolge anzutreten. «Ich bin Unternehmerin und das lässt sich nicht mit dem Bundesratsamt vereinbaren», so die Ems-Chefin am Freitagabend in der SRF-«Arena».

Führt die SVP seit dem Frühling 2024: Der Schwyzer Marcel Dettling. (Bild: Severin Bigler)

Am Sonntag sorgt gegenüber dieser Zeitung auch Parteipräsident Marcel Dettling für Klarheit. «Meine Aufgabe ist das Führen der Partei», teilt er mit und verweist auf den Kampf gegen die neuen EU-Verträge. «Gerade in der jetzigen Phase, wo sich für die Schweiz entscheidet, ob es eigenständig weitergeht oder in Zukunft Brüssel alles diktiert, braucht es klare Verhältnisse in der SVP.»

Nationalratspräsident Pierre-André Page. (Bild: Pius Amrein)

Nationalratspräsident Pierre-André Page hat ebenfalls kein Interesse. Beim 66-Jährigen dürfte auch das Alter eine Rolle spielen. Es habe ihn jedoch «berührt», dass sich Parlamentsmitglieder anderer Parteien von ihm eine Kandidatur gewünscht hätten, sagte er gegenüber den «Freiburger Nachrichten».

Die Aargauer Regierungsrätin Martina Bircher. (Bild: Sandra Ardizzone)

Keine Wechselabsichten hegt die Aargauer Bildungsdirektorin Martina Bircher. Sie wolle sich auf ihr Amt als Regierungsrätin konzentrieren, teilte sie dieser Zeitung mit. Eine Rückkehr ins Bundeshaus, wo sie bis 2024 im Nationalrat politisierte, ist damit vom Tisch.

 

Schlagwörter

Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Wer folgt auf Parmelin? Diese Kandidaten stehen im Fokus

Das Kandidaten-Karussell drehte sich schon lange vor der Rücktrittsankündigung von Guy Parmelin. Das sind die Namen der möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolger.
02.10.2026
Abo

Gegen alle Klischees: Guy Parmelin war ein unterschätzter Bundesrat

Er galt einst als gemütlicher Winzer, Alibikandidat und sprachlich wenig gewandt. Doch Guy Parmelin war strategischer, durchsetzungsfähiger und besser vernetzt, als sein Image vermuten liess.
02.10.2026

Die Kehrtwende der SVP-Granden bei der Mehrwertsteuer

Nach einem ungewöhnlichen Hin und Her wird der befristete Steuersatz für die Hotellerie zum siebten Mal verlängert. Es geht um 300 Millionen Franken.
02.10.2026

Wettbewerb

1x 2 Tickets für das Benefizkonzert «Balsam für die ...
Balsam für die Seele

Umfrage der Woche

Ist konfessioneller Religionsunterricht noch zeitgemäss?
­
­