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Die Renten schrumpfen, Nestlé und Migros streiten und warum gibt es so wenige Krankenkassenwechsel?

Die Renten schrumpfen, könnten aber deutlich höher sein, Nestlé und Migros streiten und weniger Menschen wechseln ihre Krankenkasse. Die News der Sonntagspresse.
Rentner könnten deutlich mehr Geld im Geldbeutel haben. (Bild: SINA SCHULDT)
Migros im Streit um Produktpreise. (Bild: GAETAN BALLY)
Wenige Krankenkassenwechsel. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER)

Eine ausreichende finanzielle Versorgung im Alter ist den Schweizerinnen und Schweizern enorm wichtig. Die Angst, nicht genug zu haben, belegt im Sorgenbarometer seit Jahren einen Spitzenplatz. Damit auch tatsächlich genug für eine ausreichende Rente verfügbar ist, investieren die Pensionskassen das Vorsorgegeld. Ein grosser Teil der Altersleistungen speist sich denn auch aus den Erträgen am Finanzmarkt.

Rentner könnten deutlich mehr Geld im Geldbeutel haben. (Bild: SINA SCHULDT)

Dabei schöpfen die Schweizer Pensionskassen laut «SonntagsZeitung» aber bei weitem nicht aus, was möglich wäre: Die Renten könnten bis zu 50 Prozent höher sein. Grund dafür: Die Investments sind sehr konservativ. So ist der Anteil an Aktien mit rund 30 Prozent tief, dafür setzen die Kassen stark auf Obligationen – die jedoch kaum etwas zur Vermögensbildung beitragen. Wären die Pensionskassen in den letzten zehn Jahren im Schnitt jedes Jahr nur einen Prozentpunkt stärker in Aktien und entsprechend weniger in Obligationen investiert gewesen, lägen heute 8,4 Milliarden Franken mehr auf den Vorsorgekonten. Damit könnte man dieses Jahr nicht nur die 13., sondern auch noch eine 14. AHV-Rente auszahlen.

Der Anlagechef einer Pensionskasse fasst es in der «SonntagZeitung» so zusammen: Mit Obligationen könne man zwar gut schlafen, «aber man wird im Schlaf enteignet». Dass die Kassen so stark auf Sicherheit statt auf Rendite setzen, hat wohl auch damit zu tun, dass Stiftungs­räte Angst vor persönlicher Haftung haben – etwa nach einem Börsencrash.

Preisstreit eskaliert: Nestlé beliefert die Migros nicht mehr

In der Migros ist Mayonnaise derzeit Mangelware. Der Grund: Nestlé beliefert die Genossenschaft nicht mehr mit ihrer beliebten Thomy-Marke. Die Migros bestätigt entsprechende Recherchen der «NZZ am Sonntag»: «Nestlé hat vor einigen Monaten eine Preiserhöhung für die Thomy-Mayonnaise gefordert, die wir aus sachlichen Gründen nicht akzeptiert haben», so die Migros. Trotz dieser offenen Preisdiskussion habe Nestlé die Artikel zunächst weiter geliefert. «Nach einigen Monaten hat Nestlé jedoch entschieden, die Belieferung eigenständig einzustellen.»

Migros im Streit um Produktpreise. (Bild: GAETAN BALLY)

Während bei Nestlé vorerst nur ein Produkt betroffen ist, hat Feldschlösschen kurzzeitig gar keine Produkte mehr an die Migros-Gruppe verkauft. Bei den Schweizer Markenartikelproduzenten wächst der Frust über die Migros. Barbara Castegnaro vom Verband Promarca sagt zur «NZZ am Sonntag»: «Das, was jetzt passiert, ist besorgniserregend und geht in die falsche Richtung.» Die Migros stelle Hersteller an den Pranger, habe selbst aber viel zu hohe Preisforderungen.

Nur acht Prozent der Versicherten haben die Krankenkasse gewechselt

Trotz weiter steigender Krankenkassenprämien sind nur beschränkt Wechsel in der Grundversicherung erfolgt. 4,4 Prozent sind die Prämien auf dieses Jahr hin durchschnittlich teurer geworden, die mittlere Monatsprämie in der Grundversicherung beträgt inzwischen fast 400 Franken. Dem «SonntagsBlick» sagte Gesundheitsexperte Felix Schneuwly vom Internetvergleichsdienst Comparis, er gehe von einer Wechselquote von rund 8 Prozent aus.

Wenige Krankenkassenwechsel. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER)

Die tiefe Rate liege darin begründet, dass die Prämienunterschiede kleiner geworden seien. Zudem böten die grössten Versicherer CSS und Helsana in der ganzen Schweiz attraktive Prämien. «Damit ist die Wechselmotivation von über drei Millionen Versicherten klein», sagte Schneuwly. Der Comparis-Experte betonte allerdings, dass die Quote der Kündigungen kantonal unterschiedlich sei. In den Vorjahren hatten ebenfalls nie mehr als 10 Prozent der rund 9 Millionen Versicherten die Kasse gewechselt, obwohl die Prämien kontinuierlich teurer geworden waren. (has)

 

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