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Wie gefährlich ist das Bundesratsreisli?

Der Bundesrat bereist am Donnerstag und Freitag die Westschweiz. Dort gilt Hitzewarnung Stufe 4, «grosse Gefahr». Was empfiehlt die Gesundheitsbehörde in dieser Lage ihrer Regierung? Eine Glosse.
Dieses Jahr schmilzt der Käse ohne Racletteöfeli: Bundespräsidentin Viola Amherd bedient auf dem Bundesratsreisli 2024 Guy Parmelin. (Bild: Betaric Devennes)

Am Donnerstag und Freitag begibt sich der Gesamtbundesrat wie jedes Jahr vor der Sommerpause auf sein traditionelles Schulreisli. Heuer geht es in die Heimat von Bundespräsident Guy Parmelin, in die Waadt.

Noch sind die einzelnen Programmpunkte des Ausflugs nicht bekannt, doch Erfahrungswerte und Insider-Informationen legen nahe: Die muntere Reisegruppe wird die eine andere Kultur- und/oder Wirtschaftsstätte besuchen. Es wird Begegnungen mit dem Volk geben, mit – hoffentlich – kurzen Ansprachen der lokalen Politprominenz sowie musikalischen Darbietungen aller Art. So gut wie sicher ist auch eine Bootsfahrt. Dazwischen sind Gelegenheiten für die Presse angekündigt, die Regierung in corpore fotografisch oder in Bewegtbildern abzulichten.

Soweit wird alles sein, wie jedes Jahr. Der grosse Unterschied: die Aussentemperaturen. Mehrere der Orte, die der Bundesrat besuchen wird, liegen in einer Zone mit Hitzewarnung Stufe 4, wir reden von 34 Grad plus im Schatten. Das bedeutet «grosse Gefahr», wie es auf der Website naturgefahren.ch des Bundes heisst. Vor uns liegt eines der heissesten, wenn nicht das heisseste Bundesratsreisli aller Zeiten – und das mit einer Regierung, deren Durchschnittsalter bei rund 62 Jahren liegt.

Welche Empfehlungen gelten in dieser Lage?

«Meiden Sie die pralle Sonne und halten Sie sich im Schatten sowie an kühlen Orten auf», empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Tragen Sie leichte Kleidung und nutzen Sie leichte Bettwäsche.» Und nicht zu vergessen: «Nehmen Sie kühle Duschen oder Bäder. Auch kühlende Lotionen, kalte Tücher auf Stirn und Nacken, sowie kalte Fuss- und Handbäder helfen, den Körper zu kühlen.» Das alles verspricht aussergewöhnliche Bilder von der diesjährigen Bundesratsreise!

Ebenfalls behördlich empfohlen: «Trinken Sie regelmässig», «konsumieren Sie wasserreiches Obst» und auch «salzhaltige Lebensmittel helfen, den durch starkes Schwitzen verursachten Mineralverlust auszugleichen». Das schreit geradezu nach Apéros, wie sie zweifellos in grosser Zahl beim Reisli eingeplant sind. Vielleicht einfach nicht wie üblich unter freiem Himmel, sondern in einem kühlen Weinkeller an den Abhängen des Genfersees – wobei das BAG einmal mehr den Spielverderber gibt: «Verzichten Sie auf alkoholische Getränke!»

Wir sind gespannt, wie ernst der Bundesrat seine Gesundheitsbehörde nehmen wird.

 
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