15 Jahre FL1.Life: Konfetti, Chöre und grosse Momente
Bereits am Samstagnachmittag füllte sich der Lindaplatz in Schaan. Raumfrequenz eröffnete den zweiten Festivaltag, bevor Myle, Linda Elys, Naturally 7, Edb, Tanja La Croix, Mark Forster und Joris die Besucher bis weit nach Mitternacht unterhielten. Während die Konzerte auf dem Lindaplatz und im Lindahof kostenlos besucht werden konnten, waren die Auftritte von Naturally 7 und Mark Forster im SAL restlos ausverkauft.
Dass aber ein Festival nicht riesig sein muss, um grosse Gefühle auszulösen, brachte die US-amerikanische A-cappella-Gruppe Naturally 7 auf den Punkt. Zwar habe die Band schon in grossen Arenen gespielt, sagte ein Bandmitglied im Gespräch mit dem «Liechtensteiner Vaterland». «Aber irgendwann wünscht man sich wieder kleinere Orte. Sie sind intimer.» Dort werde das Publikum wieder zu einzelnen Menschen.
Man schaut den Leuten in die Augen. Bei grossen Konzerten sieht man oft nur noch eine Menschenmenge.
Mark Forster: «Jeder Kilometer war es wert»
Den Höhepunkt des Abends bildete der Auftritt von Mark Forster. Schon nach den ersten Takten sprang der Funke aufs Publikum über. Mit viel Humor erzählte der deutsche Sänger von seinen ersten Eindrücken aus Schaan – von künstlichen Zähnen über den grössten Umzug Liechtensteins bis hin zur Bedeutung des Lindaplatzes. Sein Fazit: «Jeder Kilometer war es wert, hierher zu reisen.» Dass Schaan die kleinste Station seiner Sommertour sei, spiele für ihn keine Rolle. «Wir spielen – egal, ob vor vielen oder wenigen Leuten – immer mit genauso viel Herz», betonte Forster bereits vor seinem Konzert im Interview mit dem «Liechtensteiner Vaterland». Der Unterschied liege vielmehr in der unmittelbaren Nähe zum Publikum. «Wenn wir gar nicht gut ankommen und alle anfangen zu husten, zu gähnen oder sich zu langweilen, dann kriegen wir das hier auf jeden Fall eher mit als vor 10 000 Leuten.»
Davon war am Samstagabend allerdings nichts zu spüren. Vom ersten Ton an wurde gesungen, geklatscht und gesprungen. Konfetti regnete von der Decke, tausende Hände formten das von Forster eingeführte «Ich liebe dich»-Zeichen und bei seinen bekanntesten Songs sang das Publikum jede Zeile lautstark mit.
Für besondere Momente sorgte der Musiker gleich mehrfach. Gemeinsam mit Bandkollege Nils nahm er die Stimmen des Publikums auf und baute sie live in seinen Song «Einmal» ein – eigens für seine Liechtenstein-Premiere. Für eine weitere Überraschung begab sich der Musiker mitten ins Publikum. Auf einer Leiter, die auf einem X platziert wurde, griff er zum Handy und rief kurzerhand die beste Freundin einer Konzertbesucherin an. Wenig später stand die völlig überraschte Frau tatsächlich auf der Bühne und tanzte an Forsters Seite zum Song «Chöre».
Zwischen all der Euphorie fand der 43-Jährige aber auch Zeit für nachdenkliche Töne. Mit dem augenzwinkernd erfundenen «Forsti-Finger» – dem ausgestreckten kleinen Finger – setzte er ein Zeichen gegen Krieg, Ausgrenzung und Rassismus. Seine Botschaft:
Trotz allem glaube ich daran, dass am Ende alles gut wird.
Mit «Herz über Kopf» bis nach Mitternacht
Den Schlusspunkt des Jubiläums setzte Joris. Der erfolgreiche Singer-Songwriter begeisterte mit einem abwechslungsreichen Auftritt – mal an der Gitarre, mal am Klavier und zwischendurch mitten im Publikum. Als am Ende dann die ersten Töne seines Hits «Herz über Kopf» erklangen, verwandelte sich der Lindahof endgültig in einen grossen Chor.
So endete ein rundum gelungenes Jubiläum, das einmal mehr zeigte, wofür das FL1.Life seit 15 Jahren steht: grosse Musik, unvergessliche Momente und eine besondere Nähe zwischen Künstlern und Publikum – auf Bühnen mitten in Schaan.
Mark Forster: «Wir spielen mit genauso viel Herz»
«Ich möchte diese Bergluft mit nach Hause nehmen»
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