Verrückter Januar: Statt die Faust im Sack zu machen, können Sie Kuchen schön schneiden – das beruhigt
Der Januar 2026 ist ein Monat zum Vergessen. Erst ein paar Wochen alt ist das neue Jahr und schon hat sich viel Negatives zugetragen auf dieser Welt. Natürlich lässt sich das bei einem Spaziergang im Wald verarbeiten oder im Yogastudio. Wer gerne bäckt, rettet sich lieber in die Küche mit dem Backofen, um sich von all dem da draussen abzulenken. Und da stehe ich nun.
Ein Stück lauwarmer Schokoladenkuchen macht alles nicht ungeschehen und auch kein bisschen besser. Aber es stärkt hoffentlich für die nächste Absurdität aus irgendwo. Selbstfürsorge nennt sich das. Tönt egoistisch, ist es nicht. Zumindest nicht in Form von Kuchen. So ein Backwerk verschlingt ja niemand alleine. Man teilt es mit anderen, die man mag.
Hortensien, Lastenrad und Kuchen
Leckerer Kuchen würde eigentlich genügen. Noch besser als leckerer Kuchen schmeckt schöner Kuchen. Hübsch geschnitten, schön angerichtet. Für Inspiration gut ist die Instagramerin Milena Krais. Stundenlang könnte man sich auf ihr Profil flüchten, um dieser derben Januarwelt zu entkommen. Und schon schnipselt man und formt und vergisst, was da draussen passiert. Zumindest für ein paar Momente.
Backdesignerin nennt sie sich. Die Deutsche ist einst aus einem süddeutschen Dorf nach Hamburg gezogen, um dort textiles Produktdesign zu studieren. Nach ihrem Diplom arbeitete sie als freischaffende Künstlerin für verschiedene Galerien und Museen, ist auf ihrer Homepage zu lesen. Ausserdem ist sie Fachlehrerin für Handarbeit und Schneidern. Krais liebt die Hortensien auf ihrer Hinterhofterrasse, fährt am liebsten mit dem Lastenrad durch die Stadt und erholt sich beim Kaiserschmarrnessen und Blumenkranzbinden in den Bergen. Alles weit weg von Katastrophen und fragwürdiger US-Politik.
Auf ihrem Instagram-Account zeigt sie, wie aus herkömmlichen Kuchen schöne Kuchen werden. Sie schneidet sie nicht in Stücke, sondern in Stückchen. So dass geometrische Muster entstehen. Das geht besonders gut mit flachen Backwerken. Und funktioniert so: Den Kuchen in acht gleichgrosse Stücke teilen. Zwei diagonale Schnitte von links und rechts zu jeder zweiter Schnittkante. Zuletzt noch zwei senkrechte Schnitte in jedem Stück, voilà. Im kalten Januar mag ein nährender Schokoladenkuchen ohne Mehl passen. Im Mai, wenn alle die T-Shirt-Tage geniessen, eher ein Zitronenkuchen. Vielleicht mit rosa Glasur? Auch ihn schneidet Krais in Rauten.
Schokoladenkuchen ohne Mehl
Zutaten: 200 Gramm Butter, 200 Gramm Zartbitterschokolade gehackt, 4 mittelgrosse Eier, 150 Rohzucker, 2 Prisen Salz, 1 Prise gemahlene Vanille, 200 Gramm gemahlene Mandeln, 2 Teelöffel Backpulver
Zubereitung: Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Butter mit der gehackten Schokolade im Topf bei niedriger Hitze schmelzen lassen. Immer wieder rühren. Eine Springform einfetten oder mit Backpapier auslegen. Eier mit den beiden Zuckersorten, Vanille und Salz schaumig schlagen. Die Mandeln mit Backpulver und der flüssigen Butter-Schokolade-Mischung unterrühren. Teig in die Form giessen. Kuchen rund 30 Minuten backen und danach 5 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen. Vor dem Anschneiden mindestens 15 Minuten in der Form abkühlen lassen.
Dieses Stückchen-für-Stückchen-Essen hat etwas Genussvolles. Eine ganze Tranche Kuchen kann ja auch überfordern, gerade nach einem Essen. Das braucht niemand diesen Januar.
Zebrakuchen überzeugt mit Muster
Krais hat sich auch sonst auf adrette Kuchen spezialisiert. Wenn die Rhabarber-Zeit kommt, legt sie die Frucht im Zickzackmuster auf ihren Backkunstwerken aus. Und sogar aus einem simplen Marmorkuchen gestaltet sie etwas Besonderes: den Zebrakuchen.

Zebrakuchen
Zutaten: 4 Eier, 220g Zucker, 300g Mehl, 1 Päckchen Packpulver, 150 ml Öl, 150ml warmes Wasser, 2 EL Kakao
Zubereitung: Eier mit Zucker und Vanille schaumig schlagen mit dem Mixer. Öl und Wasser beigeben. Mehl und Backpulver untermischen und alles rasch zu einem flüssigen Teig zusammenrühren. Die Hälfte davon mit Kakao und einem Esslöffel Wasser vermischen. Abwechselnd in eine mit Backpapier ausgelegte Form geben und im auf 170 Grad vorgeheizten Backofen etwa 30 Minuten backen.

Ein Löffel helle Masse in die Form geben, ein Löffel dunkle Masse in die Form geben, geduldig wiederholen, bis alles Material aufgebraucht ist.
Funktioniert nicht? Funktioniert doch. Sich nur nicht abschrecken lassen von Patzern bei ersten Versuchen. In Zeiten wie diesen tun kleine Wunder besonders gut.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben









Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.