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Verrückter Januar: Statt die Faust im Sack zu machen, können Sie Kuchen schön schneiden – das beruhigt

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana, der US-Angriff auf Venezuela, Proteste im Iran mit Toten und Snowboard-Legende Ueli Kestenholz, der in einer Lawine ums Leben gekommen ist. Das alles schon im Januar. Grund genug, sich zurückzuziehen und schöne Kuchen zu backen. Wie Instagramerin Milena Krais.
Was schmeckt besser als leckerer Schokoladenkuchen? Schön geschnittener Schokoladenkuchen. Bei Instagramerin Milena Krais kann man sich abschauen, wie das geht. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Der Zebrakuchen beeindruckt mit seinem Muster. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Der Zebrakuche überrascht mit seinem Muster. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Ostbröckli-Redaktorin Diana Hagmann-Bula (Bild: Benjamin Manser)

Der Januar 2026 ist ein Monat zum Vergessen. Erst ein paar Wochen alt ist das neue Jahr und schon hat sich viel Negatives zugetragen auf dieser Welt. Natürlich lässt sich das bei einem Spaziergang im Wald verarbeiten oder im Yogastudio. Wer gerne bäckt, rettet sich lieber in die Küche mit dem Backofen, um sich von all dem da draussen abzulenken. Und da stehe ich nun.

Ein Stück lauwarmer Schokoladenkuchen macht alles nicht ungeschehen und auch kein bisschen besser. Aber es stärkt hoffentlich für die nächste Absurdität aus irgendwo. Selbstfürsorge nennt sich das. Tönt egoistisch, ist es nicht. Zumindest nicht in Form von Kuchen. So ein Backwerk verschlingt ja niemand alleine. Man teilt es mit anderen, die man mag.

Hortensien, Lastenrad und Kuchen

Leckerer Kuchen würde eigentlich genügen. Noch besser als leckerer Kuchen schmeckt schöner Kuchen. Hübsch geschnitten, schön angerichtet. Für Inspiration gut ist die Instagramerin Milena Krais. Stundenlang könnte man sich auf ihr Profil flüchten, um dieser derben Januarwelt zu entkommen. Und schon schnipselt man und formt und vergisst, was da draussen passiert. Zumindest für ein paar Momente.

Backdesignerin nennt sie sich. Die Deutsche ist einst aus einem süddeutschen Dorf nach Hamburg gezogen, um dort textiles Produktdesign zu studieren. Nach ihrem Diplom arbeitete sie als freischaffende Künstlerin für verschiedene Galerien und Museen, ist auf ihrer Homepage zu lesen. Ausserdem ist sie Fachlehrerin für Handarbeit und Schneidern. Krais liebt die Hortensien auf ihrer Hinterhofterrasse, fährt am liebsten mit dem Lastenrad durch die Stadt und erholt sich beim Kaiserschmarrnessen und Blumenkranzbinden in den Bergen. Alles weit weg von Katastrophen und fragwürdiger US-Politik.

Auf ihrem Instagram-Account zeigt sie, wie aus herkömmlichen Kuchen schöne Kuchen werden. Sie schneidet sie nicht in Stücke, sondern in Stückchen. So dass geometrische Muster entstehen. Das geht besonders gut mit flachen Backwerken. Und funktioniert so: Den Kuchen in acht gleichgrosse Stücke teilen. Zwei diagonale Schnitte von links und rechts zu jeder zweiter Schnittkante. Zuletzt noch zwei senkrechte Schnitte in jedem Stück, voilà. Im kalten Januar mag ein nährender Schokoladenkuchen ohne Mehl passen. Im Mai, wenn alle die T-Shirt-Tage geniessen, eher ein Zitronenkuchen. Vielleicht mit rosa Glasur? Auch ihn schneidet Krais in Rauten.

Dieses Stückchen-für-Stückchen-Essen hat etwas Genussvolles. Eine ganze Tranche Kuchen kann ja auch überfordern, gerade nach einem Essen. Das braucht niemand diesen Januar.

Zebrakuchen überzeugt mit Muster

Krais hat sich auch sonst auf adrette Kuchen spezialisiert. Wenn die Rhabarber-Zeit kommt, legt sie die Frucht im Zickzackmuster auf ihren Backkunstwerken aus. Und sogar aus einem simplen Marmorkuchen gestaltet sie etwas Besonderes: den Zebrakuchen.

Der Zebrakuchen beeindruckt mit seinem Muster. (Bild: Diana Hagmann-Bula)
Der Zebrakuche überrascht mit seinem Muster. (Bild: Diana Hagmann-Bula)

Ein Löffel helle Masse in die Form geben, ein Löffel dunkle Masse in die Form geben, geduldig wiederholen, bis alles Material aufgebraucht ist.

Funktioniert nicht? Funktioniert doch. Sich nur nicht abschrecken lassen von Patzern bei ersten Versuchen. In Zeiten wie diesen tun kleine Wunder besonders gut.

Ostbröckli-Redaktorin Diana Hagmann-Bula (Bild: Benjamin Manser)
 
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