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Zwischen Klimadruck und Erholung: St.Gallen definiert die Zukunft seines Waldes neu

Die St.Galler Regierung hat neue Waldziele verabschiedet. Sie sollen sicherstellen, dass der Wald auch künftig Schutz bietet, Rohstoffe liefert und als Lebens- und Erholungsraum dient.
Die St.Galler Regierung stellt die Weichen für einen stärkeren St.Galler Wald. (Bild: Niklas Thalmann)

Der Wald erbringt vielfältige Leistungen für Mensch, Natur und Wirtschaft. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat die Regierung des Kantons St.Gallen neue Waldziele verabschiedet, wie die Staatskanzlei des Kantons St.Gallen mitteilt. Sie bilden den strategischen Rahmen für die zukünftige Waldpolitik im Kanton.

Die neuen Waldziele knüpfen an eine lange Tradition der Waldpolitik in der Schweiz an. Bereits das eidgenössische Forstpolizeigesetz von 1876 legte fest, dass die Waldfläche erhalten bleiben muss, Rodungen nur mit gleichwertigem Ersatz möglich sind und nicht mehr Holz genutzt werden darf, als nachwächst. Diese Grundsätze prägten die Waldpolitik auch 150 Jahre später noch, heisst es im Communiqué.

Mit den neuen Waldzielen, die anlässlich des internationalen Tags des Waldes am Samstag präsentiert wurden, bekenne sich die Regierung weiterhin klar zur Multifunktionalität, schreibt die Staatskanzlei. Der Wald erfüllt im Kanton St.Gallen viele Aufgaben: Er schützt vor Naturgefahren, liefert den Rohstoff Holz, ist Lebensraum für zahlreiche Arten und bietet der Bevölkerung Raum für Erholung.

Zudem sei der Wald auch ein wichtiger Ausbildungs- und Arbeitsort. Junge Menschen könnten hier einen vielseitigen Beruf erlernen und sich in der Waldbranche weiterentwickeln – etwa mit Perspektiven zur Weiterbildung zum Revierförster oder zu einem Studium im forstlichen oder umweltwissenschaftlichen Bereich. Gleichzeitig stehe der Wald vor grossen Herausforderungen – etwa durch den Klimawandel, extreme Wetterereignisse oder zunehmende Nutzungsansprüche.

Eine Vision für die Waldentwicklung

Die neuen Waldziele umfassen insgesamt zehn strategische Ziele. Dazu gehören beispielsweise der Erhalt der Wäldfläche, langfristig funktionierende Schutzwälder, nachhaltige und regionale Holznutzung, angepasste Wildbestände, Förderung der Biodiversität und gut ausgebildete Fachkräfte in der Waldbranche. Die Ziele ermöglichten die gezielte Waldentwicklung des St.Galler Waldes, damit er auch in Zukunft seine vielfältigen Funktionen dauerhaft erfüllen könne, heisst es weiter. Sie fussen gemäss Staatskanzlei auf folgender Vision: «Der Kanton St.Gallen sichert mit einer nachhaltigen Waldpolitik die vielfältigen Leistungen des Waldes für heutige und künftige Generationen.»

Die neuen Waldziele sollen künftig eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der kantonalen Waldpolitik bilden. Sie dienen als strategische Leitplanken für den neuen kantonalen Waldentwicklungsplan sowie für die Arbeit der Waldregionen und des Kantonsforstamts. Mit dieser Aktualisierung ersetze die Regierung die bisherigen Waldziele aus dem Jahr 2006 und trage den veränderten Anforderungen an den Wald Rechnung. (red)

 
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