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Steigende Billettpreise im ÖV: Auch Ostschweizer Regionalverkehr ist betroffen

Die Tickets für Bahn und Bus werden teurer. Im Ostschweizer Regionalverkehr steigen die Preise im kommenden Dezember um durchschnittlich 2,5 Prozent. Der Tarifverbund Ostschweiz nennt verschiedene Gründe. Dazu gehört die Sparpolitik von Bund und Kantonen.
Die Tarife im Ostschweizer Regionalverkehr steigen – aber weniger stark als auf nationaler Ebene. (Bild: zvg)

Ab dem Fahrplanwechsel im nächsten Dezember müssen die Passagierinnen und Passagiere tiefer in die Tasche greifen. Die nationale Branchenorganisation Alliance Swiss Pass hat am Dienstag eine Erhöhung der ÖV-Billettpreise um durchschnittlich 3,9 Prozent angekündigt.

Etwas weniger stark fällt die Preiserhöhung auf regionalen Tickets und Abonnements in der Ostschweiz aus. Der Tarifverbund Ostschweiz erhöht die Tarife um durchschnittlich 2,5 Prozent. «Wir haben bewusst darauf geachtet, die Tarifanpassung für unsere Kundinnen und Kunden so moderat wie möglich zu halten», sagt Ostwind-Geschäftsführer Michel Pfirter. «Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass der öffentliche Verkehr in der Ostschweiz auch in Zukunft zuverlässig und leistungsfähig bleibt.»
Letztmals stiegen die Ostwind-Tarife im Jahr 2023, zuvor waren sie sieben Jahre konstant.

Wie die Preisanpassungen bei den Ostwind-Angeboten im Detail aussehen, wird der Tarifverbund später kommunizieren.

Kosten steigen, der Staat spart

Ursache für die jetzt bevorstehende Tariferhöhung sind «steigende Kosten im Betrieb durch veränderte finanzielle Rahmenbedingungen», wie es in der Medienmitteilung von Ostwind heisst.

Was heisst das konkret? Wo liegen die Gründe? Pfirter nennt auf Anfrage mehrere Faktoren, welche die Kosten im ÖV prägen. «So sind beispielsweise die Energiepreise in den vergangenen Jahren gestiegen, gleichzeitig wachsen auch die Personalkosten. Hinzu kommen Investitionen in Kapazitäten und Qualität, etwa durch Taktverdichtungen sowie die Erneuerung und Erweiterung des Rollmaterials.»

Der Tarifverbund nennt aber auch die Politik als Auslöser. «Sparmassnahmen bei Bund und Kantonen führen dazu, dass sich die Finanzierungssituation im regionalen Personenverkehr zusätzlich verschärft», sagt Pfirter.

Zum Beispiel hat das Bundesparlament im Entlastungspaket 27 auch Gelder für den Regionalverkehr gekürzt. Zugleich reduziert der Kanton St.Gallen die Mittel für den ÖV. Das Kantonsparlament hat im Dezember entschieden, dass die jährlichen Abgeltungen für den regionalen Personenverkehr um mehrere Millionen Franken sinken sollen. Die Regierung hatte die Massnahme beantragt und festgehalten, ein Abbau des öffentlichen Verkehrs sei deswegen nicht zu befürchten. Denn: «Die Nachfrage auf den Linien des Regional- und Ortsverkehrs hat sich nach Corona überraschend schnell erholt. Die Erträge auf diesen Linien fallen deutlich höher aus als bisher erwartet.»

Linien rentieren unterschiedlich

Im nationalen Durchschnitt decken die regionalen ÖV-Linien etwa 53 Prozent ihrer Kosten selbst, den Rest bezahlen Bund, Kantone und Gemeinden. Der Bundesrat erwartet, dass die Transportunternehmen den Kostendeckungsgrad gesamthaft um fünf Prozent steigern können. Ob es dafür Preiserhöhungen brauche, müssten die Transportunternehmen entscheiden.

Allerdings sind die ÖV-Linien unterschiedlich rentabel. Manche sind sehr gut ausgelastet. Andere - gerade in weniger dicht besiedelten Gebieten - haben einen tieferen Kostendeckungsgrad. Die Unterschiede zeigen sich auch bei den Ostschweizer Bahnunternehmen. Die Südostbahn erreichte im Jahr 2024 auf den regionalen Linien 62 Prozent, die Regionalbahn Thurbo 58 Prozent, die Appenzeller Bahnen erzielen im Jahr 2026 voraussichtlich 49 Prozent Kostendeckung.

Alle drei Bahnen gehören zum Tarifverbund Ostschweiz, nebst 29 weiteren Verkehrsunternehmen. Darunter sind diverse Busbetriebe wie Bus Ostschweiz oder die Gossauer Regiobus AG sowie Schifffahrtsbetriebe und einzelne Seilbahnen.

 
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