«Das Verhalten der Wölfe ist nie unbedenklich»
Nachdem im Februar und März erstmals regelmässig ein Wolfspaar beobachtet wurde, hat sich vergangene Woche die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) zu Wort gemeldet. Dabei blieb es jedoch nicht. So äussert sich nun mit der Vereinigung Bäuerlicher Organisationen (VBO) ein weiterer Akteur zur Wolfsthematik. Unter dem Titel «Wölfe gehören nicht in unser Land» positioniert sich die VBO sehr kritisch bezüglich der Wolfsaktivitäten in Liechtenstein und sieht darin eine Gefahr für den Menschen, die Nutztierhaltung und die ökologische Vielfalt.
In erster Linie greift die VBO die räumliche Nähe von Wildtierrissen zu dem Siedlungsgebiet auf. «Wenn Wölfe 50 Meter entfernt von Höfen und Wohnhäusern jagen ist die Annahme, es sei ein unbedenkliches Verhalten schlicht falsch», meint die Vereinigung in der Mitteilung. Ausserdem können durch die Aktivitäten Herdenschutzmassnahmen notwendig werden, welche aber grosse externe Effekte verursachen. «Die Herdenschutzmassnahmen sind mit einem enormen Aufwand verbunden. Die Netzzäunung gerade für Schafe und Ziegen ist im Berg- und vor allem Alpgebiet äusserst schwierig, da das Gelände kupiert ist und grosse Flächen gezäunt werden müssen», erläutert die VBO. Eine durch den Wolf gestörte Kuhherde könne zudem zu Komplikationen mit anderen Tieren oder Menschen führen.
Letztendlich sieht die Vereinigung in den Wolfsaktivitäten aber auch eine Bedrohung für die ökologische Vielfalt im Berggebiet. «Wenn die Alpwirtschaft aufgrund von Wolfsrissen aufgegeben wird, verbuschen die wertvollen Magerwiesen. Damit verschwindet der Lebensraum für über 1000 spezialisierte und teils gefährdete Arten, die auf die offene, gepflegte Landschaft angewiesen sind», erklärt die VBO. (red)
Erneuter Wildtierriss in Siedlungsnähe
Wolfspaar mehrmals zusammen beobachtet
Videonachweis: Wolfspaar zwischen Steg und Malbun entdeckt
Amt gibt Hinweise für richtiges Verhalten bei Begegnung mit Wölfen
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Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz
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