«Es wird in Zukunft mehr Ressourcen brauchen» – Regionalpolizei im Kanton St.Gallen startet Pilotprojekt
Die Regierung des Kantons St.Gallen hat sich in ihrer Schwerpunktplanung zum Ziel gesetzt, «die Krisenfestigkeit des Kantons zu stärken, um die Sicherheit und das Wohl der Bevölkerung in allen Lebensbereichen so weit wie möglich zu gewährleisten». Wie die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung schreibt, sei eine starke, effiziente und agile Polizeiorganisation dafür unerlässlich.
Regionalpolizei ist mit rund 470 Mitarbeitenden grösste Hauptabteilung
Die Kantonspolizei sei mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert: Steigende Kriminalität, wachsende Bevölkerung, Wertewandel in der Gesellschaft, zunehmende Polarisierung sowie komplexe soziale Probleme seien nur einige davon. Mit ihrer Strategie legt die Kantonspolizei St.Gallen nun den Fahrplan und die Prioritäten für ihre Zukunft fest. «Effektive Polizeiarbeit ist dabei ein wichtiges Handlungsfeld», heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Gleichzeitig würden die Entlastungsmassnahmen des Parlaments dazu führen, dass die Ressourcen noch gezielter eingesetzt werden müssen.
Davon ist auch die Regionalpolizei betroffen. Sie ist mit rund 470 Mitarbeitenden die grösste Hauptabteilung der Kantonspolizei St.Gallen. Aufgeteilt in vier Polizeiregionen mit je einem Stützpunkt und 21 Polizeistationen gewährleisten die Mitarbeitenden der Regionalpolizei die polizeiliche Grundversorgung rund um die Uhr.
Einsätze und Aufträge nehmen kontinuierlich zu
Die Regionalpolizei sei mit verschiedenen Entwicklungen konfrontiert. Einerseits würden im Rahmen der Entlastungsmassnahmen des Parlaments die Polizeistationen in Bad Ragaz, Walenstadt, Oberriet und Flawil geschlossen. Diese Schliessungen erfolgten in den Jahren 2026 und 2027. Auf der anderen Seite würden die Einsätze und Aufträge kontinuierlich zunehmen. Dazu kämen Zusatzaufgebote zu Ordnungsdiensteinsätzen im Rahmen von Fussball- und Eishockeyspielen, Schwerpunktkontrollen oder Demonstrationen.
Gleichzeitig sei die Polizei vor allem an den Abenden und den Wochenenden mit einer steigenden Anzahl an Ereignissen konfrontiert. «In der Konsequenz bedeutet dies, dass es je nach Tageszeit mehr oder weniger Mitarbeitende braucht und diese noch flexibler eingesetzt werden müssen.»
Pilotversuch im Linthgebiet-Toggenburg und Werdenberg-Sarganserland
Die Kantonspolizei reagiert nun in der Regionalpolizei auf diese Entwicklungen, indem sie in einem Pilotprojekt eine flexiblere Dienstplanung testet und die Schalteröffnungszeiten auf den Polizeistationen und den Stützpunkten in einem ersten Schritt verkürzt. In einem zweiten Schritt brauche es eine telefonische Voranmeldung, um am Schalter eine Anzeige aufgeben zu können.
Die Polizeiregion Linthgebiet-Toggenburg ist die erste Pilotregion für diese Anpassungen. Der Versuch läuft seit dem 1. Februar 2026. Im März kommt mit der Polizeiregion Werdenberg-Sarganserland eine zweite Region hinzu. Die Pilotversuche dauern bis Ende Jahr. Die Geschäftsleitung der Kantonspolizei werde gestützt auf die Ergebnisse der Auswertung der Mitarbeitenden und Partnerorganisationen Anfang 2027 über das weitere Vorgehen entscheiden.
«Polizei wird in Zukunft mehr Ressourcen brauchen»
«Die Kantonspolizei St.Gallen liegt im schweizweiten Vergleich bezüglich Polizeidichte im interkantonalen Vergleich im hinteren Drittel», schreibt die Kantonspolizei ihrer Medienmitteilung weiter. Mit der erwarteten Bevölkerungsentwicklung werde die Zahl der Einsätze kontinuierlich zunehmen und das Ressourcenproblem werde sich dadurch verschärfen. «Die Polizei wird in Zukunft mehr Ressourcen brauchen, um Sicherheit und Ordnung zu garantieren und die vielfältigen Herausforderungen meistern zu können.» (pd/red)
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