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Theater auf Wanderschaft: Die «Junge Bühne Toggenburg» bleibt vorerst ohne festen Standort

Nachdem das Kinder- und Jugendtheater «Junge Bühne Toggenburg» den Standort auf dem Stadtufer-Areal in Lichtensteig verlassen hat, fand der Verein in der Bahnhalle einen neuen Veranstaltungsort. Doch diesen Sommer wird diese während zwei Jahren umgebaut.
Die erste Vorstellung der «Schtärnäfunklä» am 27. November 2025. (Bild: zvg)
Stephan Haller ist Präsident des Vereins «Junge Bühne Toggenburg». (Bild: Yasmin Stamm (14.4.23))

Die «Junge Bühne Toggenburg», ein Theater für Kinder und Jugendliche in Lichtensteig, wird voraussichtlich auch in den kommenden zwei Jahren ohne festen Standort arbeiten.

Im März 2025 gab der Vereinspräsident Stephan Haller bekannt, dass die «Junge Bühne Toggenburg» ihren bisherigen Standort auf dem Stadtufer-Areal in Lichtensteig aufgibt. Seit der Verein Ende Juni das «Stadtufer» verlassen und den Kulturbetrieb dort eingestellt hat, verfügt er über keinen festen Aufführungsort mehr.

Gast und Partnerin der Stiftung Zukunft.Bahnhof

Derweil führte der Verein sein Programm an anderen Orten weiter: «Bis Ende Jahr waren wir mit unseren Veranstaltungen Gast und Partnerin der Stiftung Zukunft.Bahnhof», schreibt Stephan Haller auf Anfrage. Die Stiftung betreibt das Theater in der Bahnhalle Lichtensteig – das ehemalige Chössi Theater. Dort ist auch der gleichnamige Verein aktiv.

Stephan Haller ist Präsident des Vereins «Junge Bühne Toggenburg». (Bild: Yasmin Stamm (14.4.23))

Tatsächlich ging der Verein Junge Bühne Toggenburg aus dem «Goofechössi» hervor, dem Kinder- und Jugendtheater, das ursprünglich dem Verein Chössi Theater angegliedert war. Nachdem sich das Chössi-Theater und das Kinder- und Jugendtheater getrennt hatten, gründeten die Aktiven des «Goofechössi» im Jahr 2022 den neuen Verein. Die «Junge Bühne Toggenburg» ist kein klassischer Mitgliederverein, sondern versteht sich als Interessengemeinschaft. Derzeit engagieren sich dafür etwa 30 Leute aktiv.

Verein und Stiftung führten erfolgversprechende Gespräche

Im vergangenen halben Jahr organisierten die Stiftung Zukunft.Bahnhof und die «Junge Bühne Toggenburg» gemeinsam mehrere Veranstaltungen in der Bahnhalle. So etwa das Kinderkonzert im Herbst oder die Schtärnäfunklä-Veranstaltung im Advent. «Das Publikum kam in Scharen», sagt Haller und ergänzt: «Besonders erfolgreich waren die beiden Zirkus-Vorstellungen mit dem Zirkus Fahraway auf der Floozwiese.»

Auch in Zukunft möchte der Verein mit der Stiftung zusammenarbeiten. Erfolgversprechende Gespräche sollen stattgefunden haben: «Wir sind im intensiven Kontakt. Beide Seiten haben Lust, zusammenzuarbeiten.» Die Details würden jedoch zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert. Denn: Ab diesem Sommer wird die Bahnhalle für rund zwei Jahre umgebaut. In dieser Zeit steht sie nicht als Veranstaltungsort zur Verfügung.

Und wie geht es für den Verein weiter? «Bis zur Wiedereröffnung wird die ‹Junge Bühne Toggenburg› situativ aktiv bleiben und verschiedene Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten präsentieren und andere Veranstalterinnen und Veranstalter unterstützen», sagt Haller. Aktuell stehen noch keine Veranstaltungen auf dem Programm.

Es fehlt ein Konzertort für lokale Bands

Während der Umbauphase einen anderen fixen Standort zu finden, habe aktuell keine Priorität, sagt Stephan Haller. Einerseits fehlen die finanziellen Mittel, andererseits bleibt offen, ob der Verein überhaupt einen eigenen Standort anstrebt. Das Areal Stadtufer verliess die «Junge Bühne Toggenburg» hauptsächlich wegen der fehlenden Planungssicherheit bei der Arealentwicklung. «Den Fehler werden wir nicht mehr machen», sagt Haller.

Der Wegfall der Bühne im Stadtufer und der Bahnhalle wirkt sich aus Hallers Sicht vor allem auf lokale Bands aus. «Es fehlt ein guter Konzertort», sagt er. Die «Junge Bühne Toggenburg» organisierte in den vergangenen Monaten vermehrt Konzerte. Jetzt fehlt Musikerinnen und Musiker im mittleren Toggenburg eine Plattform. Haller kann sich jedoch vorstellen, künftig kleine, neue Konzertformate zu entwickeln und zu realisieren.

Nach mehreren anspruchsvollen Jahren möchte es der Verein bewusst ruhig angehen und die weitere Entwicklung beobachten. Für die Zukunft zeigt sich Haller zuversichtlich: «Wir freuen uns auf wohlwollende Leute, die Freude haben, zusammenzuarbeiten.»

 
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