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«Wir haben bereits erste Bewerbungen»: Klangwelt Toggenburg besetzt künstlerische Leitung neu

Die Stiftung Klangwelt Toggenburg hat die künstlerische Leitung des Klanghaus Toggenburg neu ausgeschrieben. Die mit rund 30 Arbeitstagen pro Jahr dotierte Funktion ist als Mandat für die Periode 2027 bis 2030 ausgestaltet und befristet.
Der strategische Schwerpunkt der nächsten Jahre liegt auf «Alpiner Musik». In diesem Rahmen soll die künstlerische Leitung neue Ideen entwickeln und inhaltliche Impulse setzen. (Bild: Ralph Ribi)
Christian Zehnder, von 2018 bis 2025 künstlerischer Leitung bei der Stiftung Klangwelt.
Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig und Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg. (Bild: Christof Lampart)

Am Klanghaus Toggenburg war noch kein Stein gesetzt, als Christian Zehnder 2018 die künstlerische Leitung der Klangwelt Toggenburg übernahm. Mit der Eröffnung und dem Start des Ganzjahresbetriebs des 23-Millionen-Projekts im vergangenen Frühjahr verliess er die Klangwelt – noch bevor er die Früchte der intensiven und bisweilen auch konfrontativen Aufbauarbeit ernten konnte.

Jedoch wirken seine Spuren nach: in der strategischen Ausrichtung ebenso wie im Programm 2026, das seine Handschrift trägt.

Kein Zeitdruck für Neubesetzung

Christian Zehnder wurde bislang nicht ersetzt, das Klanghaus über die vergangenen Monate ohne künstlerische Leitung betrieben. Dass das Mandat erst jetzt neu ausgeschrieben wird, begründet der Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg, Mathias Müller, mit zwei Aspekten. «Wir standen nicht unter Zeitdruck», sagt er. Das von Christian Zehnder entwickelte Programm trage noch weit über dessen Weggang hinaus – die inhaltlichen Grundlagen reichten bis ins Jahr 2027.

Christian Zehnder, von 2018 bis 2025 künstlerischer Leitung bei der Stiftung Klangwelt.

Zugleich habe man die Zeit nach der Eröffnung genutzt, um strategische und organisatorische Fragen zu klären. Dazu gehört auch die künftige Verortung der Funktion. Müller erklärt, die künstlerische Leitung sei künftig anders ausgerichtet als noch unter Zehnder: «Während dieser sowohl umfassende Grundlagenarbeit leistete als auch Projekte selbst verantwortete und umsetzte, liegt der Fokus der neuen künstlerischen Leitung auf inhaltlichen Impulsen, der Entwicklung von Ideen, der Leitung der Programmgruppe sowie der kuratorischen Gesamtverantwortung.

Das definierte Programm umfasst unter anderem die Klangfeste 2028 und 2030, Produktionen und Koproduktionen im Klanghaus in den Jahren 2027 und 2029, Konzertreihen im Klanghaus sowie Formate wie Artist-in-Residence-Programme und thematische Schwerpunkte.

«Die eigentliche Programmplanung und Umsetzung», sagt Müller, «liegen dann aber bei der Leiterin Kultur & Veranstaltungen, Kathrin Dörig, und ihrem Team.»

Mandat für 30 Arbeitstage pro Jahr

Damit erklärt sich auch das Pensum von rund 30 Arbeitstagen pro Jahr, was etwa 14 Stellenprozenten entspricht. Mathias Müller sagt: «Wir suchen gezielt jemanden, der daneben in anderen Funktionen tätig und künstlerisch aktiv ist, über ein entsprechendes Netzwerk verfügt und die Klangwelt im Sinne des strategischen Schwerpunkts «Alpine Musik» als prägende Stimme weiterentwickelt.»

Mathias Müller, Stadtpräsident von Lichtensteig und Präsident der Stiftung Klangwelt Toggenburg. (Bild: Christof Lampart)

Das Mandat ist für die Periode von 2027 bis 2030 ausgeschrieben und damit befristet. Dies ermögliche den gewünschten strategischen Richtungswechsel hin zu neuen Schwerpunktthemen nach einer gewissen Zeit, sagt Müller.  Ziel sei es, innerhalb des künstlerischen Leitbilds regelmässig neue Akzente zu setzen. Dieses soll die Klangwelt im Schweizer Kontext wie auch im gesamten Alpenraum klar profilieren, ihre internationale Ausstrahlung ausbauen und ihre Relevanz als Kulturorganisation sichern.

«Wir haben bereits Bewerbungen erhalten», sagt Mathias Müller. Ein konkretes Datum für den Stellenantritt sei bislang nicht festgelegt worden. «Wichtig ist, dass die Person passt.» Die Besetzung der Stelle sei im Laufe des Jahres vorgesehen. Bewerben können sich übrigens künstlerische Persönlichkeiten aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein sowie dem gesamten Alpenraum.

Die künftige künstlerische Leitung trifft auf eine operativ gut aufgestellte Organisation, die sich aus Sicht von Mathias Müller in die richtige Richtung entwickelt. «Wir haben erkannt, wo die Nachfrage besteht und wo im laufenden Betrieb Schwerpunkte zu setzen sind», sagt er. Zugleich verhehlt er nicht: «Die Herausforderungen bleiben.»

 
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