«Uns geht es gut in Kirchberg»: Im Toggenburg gibt es auch Gemeinden, die richtig glücklich sind
Die Fussballfans unter den Besuchenden der Kirchberger Bürgerversammlung kamen am Freitagabend auf ihre Rechnung. Um 19.30 Uhr gestartet, beendete Gemeindepräsident Roman Habrik den Anlass 73 Minuten später mit den Worten «Uns geht es gut.»
Somit blieb Zeit, um im Fernseher wenigstens einen Teil des Länderspiels Schweiz – Deutschland mitzuverfolgen. Wer blieb, durfte bei der obligaten Bratwurst auch ein wenig Stadionatmosphäre einatmen.
176 der 5350 Kirchberger Stimmberechtigten wohnten der Bürgerversammlung bei, die erstmals in der Gähwiler Turnhalle stattfand. Und die Anwesenden durften dabei feststellen, dass hier auf dem Land Geschäfte auch noch unkompliziert via Handschlag besiegelt werden.
Ein Spielplatz gibt zu reden
Markus Keller aus Bazenheid hatte auf Seite 44 der Jahresrechnung festgestellt, dass aus dem Fonds Spar- und Leihkasse Kirchberg knapp 8000 Franken für die Instandsetzung eines «nicht öffentlichen» Spielplatzes in Wolfikon vorgesehen sind. Er störte sich am Vermerk «nicht öffentlich» und stellte den Antrag, die Gelder nicht zu sprechen. Als ihm der Gemeindepräsident versicherte, dass der Betrag nur gesprochen wird, wenn der Spielplatz für alle Kinder zugänglich ist, zog Keller seinen Antrag zurück. Keller und Habrik besiegelten den Pakt dann per Handschlag.

Komplizierter dürfte die Geschichte mit der Mühlaubrücke werden. Bei dieser hatten die Lütisburger Stimmberechtigten am letzten Dienstag an der Bürgerversammlung 270'000 Franken für die Projektierung eines Neubaus gestrichen. Weil sich die Gemeindegrenze zwischen Kirchberg und Lütisburg ungefähr in der Mitte der Brücke befindet, hat Kirchberg denselben Betrag bei den Investitionen eingestellt – und belässt diesen vorderhand auch dort.
Roman Habrik konnte am Freitag noch nicht sagen, wie es weitergeht. Die Gemeinde würde aber fortlaufend informieren. Dass die Brücke in den kommenden Jahren ersetzt oder saniert werden muss, steht ausser Frage.
Steuerfuss bleibt bei 120 Prozent
Die Abhandlung der Traktanden war eine reine Formsache. Das Rechnungsjahr 2025 schloss rund 2,3 Millionen Franken besser als budgetiert ab. Der Verlust beträgt knapp 300'000 Franken. Bei einem Aufwand von 63,3 Millionen Franken rechnet die Gemeinde im laufenden Jahr mit einem Minus von gut zwei Millionen Franken. Trotzdem verfügt Kirchberg weiterhin über ein ansehnliches Eigenkapital. Der Steuerfuss bleibt dadurch unverändert bei 120 Prozent. Habrik geht davon aus, dass sich daran bis zum Ende der laufenden Legislatur (2028) kaum etwas ändern wird.
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