Schnelle Glace für heisse Tage: So gelingt Glace mit gefrorenen Früchten ohne Maschine
Wenn dieser Sommer nicht alle Glacerekorde bricht! Das Wetter verleitet dazu, schon morgens das Tiefkühlfach zu öffnen und die Ausnahme zur Gewohnheit zu machen. Glace, das geht nun auch vor 13 Uhr.
Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Es war wohl etwa bei Glace Nummer 50. Das gesamte Sortiment der Glaceanbieter war durchprobiert. Rakete, Pralinato, der blaue Kaffeeglacebecher, Pirulo, Glace vom Italiener, Glace als Frappé. Mit jedem noch wärmeren Tag erschien Rahmglace schwerer und irgendwann zu schwer. Zerronnene Wasserglace aber klebte manchmal so sehr an den Fingern, dass sie ohne Seife kaum mehr auseinanderzubringen waren.
Etwas dazwischen wäre perfekt. Und am liebsten etwas, das sich daheim selbst und ohne Glacemaschine herstellen lässt. Weil es aktuell zwischen 11 und 17 Uhr ohnehin drinnen am angenehmsten ist, besteht genug Zeit, um in der Küche zu experimentieren.
Nur vier Zutaten
Die Lösung für die oben genannten «Probleme»: Blitzglace mit gefrorenen Früchten und Joghurt. Sie braucht wenig Zutaten, schmeckt erfrischend und ist im Nu hergestellt. Nur die gefrorenen Früchte – etwa Aprikosen oder Himbeeren – kurz stehen lassen, zusammen mit Puderzucker und Joghurt in den Mixer geben. Knopf drücken, zuschauen, wieder den Knopf drücken, 15 Minuten in den Tiefkühler damit. Deswegen kommen keine weiteren Schweissperlen dazu.
Blitzglace mit Aprikosen (400 g)
Zutaten: 400 g tiefgekühlte Aprikosen, 150 g griechischer Joghurt nature, 3 EL Puderzucker, 1 Prise Vanillesamen
Zubereitung: Aprikosen etwa 10 Minuten stehen lassen, dann in den Mixer geben. Joghurt, Puderzucker und Vanillesamen dazugeben und alles pürieren. In eine Form geben und 15 Minuten im Tiefkühler gefrieren.

Wer einen Grund sucht, um noch etwas mehr Zeit in der Küche mit dem kühlen Boden zu verbringen, bäckt die Cornets selbst. Wir haben es zuerst im Ofen probiert. Resultat nach den ersten Versuchen: unbefriedigend. Die Waffel fiel zu dick aus, sie war zu zerbrechlich.
Mit dem ausgeliehenen Bretzeleisen gelingen sie hingegen gut. Die knusprigen Schönheiten lassen sich mit Blitzglace füllen oder mit anderem, mit Rahm und Beeren zum Beispiel. Man kann sie auch pur knabbern, wie ein Guetzli.
Glacecornets (etwa 8 Stück)
Zutaten: 35 g Butter, 70 g Puderzucker, 1 Prise Vanillesamen, 1 Ei, 100 g Milch, 90 g Weissmehl
Zubereitung: Butter schmelzen und auskühlen lassen. Butter mit Zucker und Vanillesamen mit dem Handschwingbesen mischen. Ei verquirlen und mit der Milch dazugeben, weiter mischen. Mehl dazusieben und ordentlich durchrühren. Teig rund 10 Minuten stehen lassen. Dann je einen Schöpfer von der Teigmasse auf das Bretzeleisen geben und warten, bis er gebacken ist. Teig sofort zum Cornet formen und aushärten lassen.

Man sollte die Cornets formen, bevor sie hart sind. Sich dabei nicht die Finger zu verbrennen, ist gar nicht so einfach. Gerade bei den ersten Stücken, bei denen man noch ungeübt am Werk ist.

Roller basteln und Eiskristalle verhindern
Gehört kein Roller zum Bretzeleisen, hilft eine kleine Bastelei: Mit Alufolie einen Kegel formen, diesen mit Backpapier umwickeln, damit der Teig nicht kleben bleibt. Die Cornets unbedingt ganz auskühlen lassen, bevor die Glace hineinkommt. Und dann Glacekugeln formen. Blitzglace schmilzt schnell, bei diesen Temperaturen ohnehin.
Wer keine Eiskristalle in der Glace mag, beachtet Folgendes: Mit trockenem Glaceportionierer arbeiten und darauf achten, dass kein Wasser auf die Oberfläche der Glace tropft. Die Glace mit einem Löffel wieder glatt streichen, sobald die Kugel geformt ist, oder ein Stück Backpapier auf die Glace legen. So bildet sich kein Kondenswasser und es entstehen keine Eiskristalle.
Unterdessen ist draussen die grösste Hitze vorbei. Man sitzt zufrieden auf der Terrasse, geniesst die leicht säuerliche, erfrischende Aprikosenblitzglace und denkt sich: Passt farblich gut zum Abendhimmel. Wie schön, dass noch Reste übrig sind für morgen.

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