Zwischen Fell, Verantwortung und viel Herz
Tiere begleiten mich, seit ich denken kann. Mein Ehni hatte Schafe, und als Kind war ich oft bei ihm auf der Wiese oder im Stall. Eine grosse Hilfe war ich wohl kaum. Aber ich liebte diese Stunden zwischen Gras, weitem Himmel und blökenden Schafen. Unvergessen sind die Momente, in denen ich die Lämmlein «buddla» durfte – mit kleinen Händen in weichem Fell und einem Herzen, das fast platzte vor Stolz. Weniger gern half ich dabei, die Tiere auf eine andere Wiese zu treiben. Die Angst, eines könnte ausbüxen, sass tief. Verantwortung kann schon als Kind schwer wiegen – vor allem, wenn sie vier Beine hat und schneller ist als man selbst.
Zu Hause begleiteten mich stets Katzen. Jede hat Spuren hinterlassen. Besonders unser Kater Balu, der drei Jahre lang ein echtes Familienmitglied war, bevor ihn ein Unfall aus unserer Mitte riss. Wer so etwas erlebt, weiss: Wenn ein Tier geht, bleibt eine Lücke. Nicht nur im Körbchen oder auf dem Lieblingsplatz am Fenster. Es fehlt im Alltag – beim Heimkommen, beim morgendlichen Füttern, in den kleinen Routinen, die plötzlich wegfallen.
Vielleicht berühren uns Tiere deshalb so sehr, weil sie nichts vorspielen. Sie sind da, verlässlich, unmittelbar, ohne Urteil. Ihre Zuneigung kennt keine Bedingungen, ihr Vertrauen ist kein Tauschgeschäft. Sie spüren Unruhe, teilen Freude, reagieren auf Stimmungen, wortlos und doch unmissverständlich. In ihrer Gegenwart werden wir ruhiger, weicher, manchmal auch ehrlicher mit uns selbst. Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Kraft: Sie nehmen uns an, ohne etwas zu erwarten.
Genau um diese ehrliche, facettenreiche Beziehung dreht sich unsere Frühlingsausgabe unter dem Leitthema «Tierisch gut». Wir porträtieren Menschen, die ihr Leben Tieren widmen: einen Ornithologen mit feinem Gespür für die Vogelwelt, einen Falkner, der auf Geduld und Vertrauen setzt, einen Naturfotografen, der eindrückliche Momente festhält, sowie einen Lama- und Alpakahof, wo Tiernähe zum Alltag gehört. Zudem erzählen wir die Geschichte einer Tierärztin, geben Einblick in die Verantwortung eines Wildhüters und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Tierschutzhauses. Ausserdem haben wir nachgefragt, was andere Menschen «tierisch gut» finden.
Es geht um Nähe und Respekt – gegenüber Haus-, Nutz- und Wildtieren. Um jene kostbaren Momente, in denen uns ein Tier aus dem Takt bringt und zugleich erdet.
Wir wünschen Ihnen viel Freude, neue Erkenntnisse und den einen oder anderen Moment des Innehaltens. Denn Tiere fordern uns heraus, rütteln uns wach und erinnern uns daran, wie viel Mitgefühl, Verantwortung und Herz in uns steckt.
Bianca Cortese, Panorama-Redaktionsleiterin
Ruhig bleiben, auch wenn es tierisch ernst wird
Vier Menschen und eine gemeinsame Leidenschaft
Die Katzenflüsterin vom Schwarz Strässle
«Der Mensch muss lernen, mit der Nähe der Wildtiere umzugehen»
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