­
­
­
­

Zwei Anschläge auf die deutsche Stromversorgung wecken ungute Erinnerungen

Innert weniger Stunden kommt es zu Sabotageakten in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Dass Russland hinter den Vorfällen steckt, erscheint ebenso möglich wie eine linksextreme Täterschaft.
Das Umspannwerk in Bergheim bei Köln, auf das am Dienstagabend ein Anschlag verübt wurde. (Bild: Christopher Neundorf/EPA)

Zwei Anschläge, die innert weniger Stunden auf das deutsche Stromnetz verübt wurden, geben den Ermittlern Rätsel auf: Zunächst, am Dienstagmorgen, verursachten Saboteure Kurzschlüsse an einer Höchstspannungsleitung in Turnow-Preilack im Süden Brandenburgs. Einige Stunden später, gegen 21 Uhr, kam es zu einem Kurzschluss in einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.

Beide Vorfälle lösten in Deutschland ungute Erinnerungen aus, hatten mutmasslich linksextreme Täter doch im Januar die Stromversorgung mehrerer zehntausend Haushalte im Südwesten Berlins für Tage lahmgelegt. Derart weitreichende Folgen blieben nach den beiden jüngsten Sabotagefällen aus.

Die Behörden ermittelten wegen verfassungsfeindlicher Sabotage, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul am Mittwoch über den Bergheimer Vorfall. Darüber, wer hinter den Taten stecken könnte, machten die Ermittler aber noch keine Aussagen.

So schiessen Spekulationen ins Kraut, zumal die deutsche Regierung am Dienstag Russland für einen Drohnenangriff auf ein ukrainisches Frachtflugzeug verantwortlich gemacht hatte, der sich Anfang August auf dem Leipziger Flughafen ereignet hatte. Am Mittwoch berichtete die «Süddeutsche Zeitung», die Ermittler hätten in dem Leipziger Fall Tatverdächtige ausgemacht: einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass und einen Weissrussen mit russischer Staatsangehörigkeit.

Ob zwischen den Sabotageakten in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ein Zusammenhang besteht, ist noch unklar; allerdings sollen die Abschussvorrichtungen, die in beiden Fällen verwendet wurden, nahezu identisch sein. Dass «eine fremde Macht», etwa Russland, hinter den Vorfällen stecken könnte, erscheint ebenso möglich wie ein linksextremer Hintergrund.

Zu der fiebrigen Stimmung, die das Land angesichts der Ereignisse erfasst hat, trug auch die Explosion einer Handgranate bei, die sich am Mittwochmorgen auf dem Hauptbahnhof im bayrischen Augsburg ereignete; dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Hier vermuten die Ermittler allerdings eher einen Zusammenhang mit organisierter Kriminalität als einen Angriff auf die Infrastruktur. (hfm)

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Kurzschluss am Umspannwerk: Polizei geht von gezieltem Angriff aus

Nach einem Kurzschluss in einem Umspannwerk bei Köln ermittelt die Polizei wegen Sabotage. Zwei mögliche Richtungen stehen im Fokus: fremdstaatliche Akteure und Linksextremismus.
vor 5 Stunden

Feuerwalze im Naturschutzgebiet: Waldbrand in Belgien bedroht deutsche Grenzstadt

Innerhalb von 48 Stunden breitete sich ein Feuer im Naturschutzgebiet «Hohes Venn» zum grössten Waldbrand in Belgien seit über 100 Jahren aus. Die Feuerwehrleute kämpfen im Hochmoor unter erschwerten Bedingungen.
17.08.2026

In Belgien müssen rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen – jetzt bedroht das Feuer ein deutsches Dorf

Der Brand in Belgien ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt bittet rund 5000 Menschen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Und warnt vor einer starken Rauchbelastung.
16.08.2026
­
­