Kerzers und der Krieg: Hat die Postauto-Katastrophe mit dem Iran zu tun?
Der Postauto-Brand von Kerzers und die Eskalation des Krieges im Iran: wieder eine Woche, die uns mit grauenvollen Bildern konfrontierte. Hat das eine mit dem anderen zu tun? Der ehemalige Bundesrat Moritz Leuenberger stellte im Schweizer Fernsehen einen Zusammenhang her.
Leuenberger war im Katastrophenjahr 2001 Bundespräsident. Er vermutet, der Amoklauf im Zuger Kantonsrat vom 27. September sei von den Terroranschlägen vom 11. September in New York mit ausgelöst worden. Und zu Kerzers formulierte er die These: «Wenn ein psychisch Kranker sich und damit andere anzündet, hat vielleicht auch er diese Gewalt in der Welt gesehen – und das hat ihn enthemmt.»
Eine gewagte Theorie. Über das Motiv des 65-jährigen Täters weiss man wenig. Doch Leuenberger hat, wie viele, das Bedürfnis, Erklärungen für das Unfassbare zu finden. Wenn in der sicheren Schweiz eine Katastrophe geschieht: Muss diese dann nicht in einem grösseren, sogar globalen Zusammenhang stehen? Doch das Bedürfnis kann in einen Irrtum münden. Manchmal gibt es die übergeordnete Ebene nicht, und es ist schlicht ein schrecklicher, isolierter Einzelfall.
Der Krieg im Iran hingegen folgt einer Logik von Machtpolitik und Eskalation. Erinnerungen werden wach an den Irak-Krieg 2003. Damals wie heute verstrickten sich die USA beim Kriegsmotiv in Widersprüche. Damals wie heute erweist es sich als Illusion, den militärisch ungleich schwächeren Gegner im Nu zu besiegen.
Diese Woche war ein schmerzhaftes Déjà-vu für die Amerikaner. Nach den militärischen Erfolgen der ersten Kriegstage mit der Tötung von Ajatollah Khamenei trifft der Iran die USA nun an ihrer Achillesferse - der Wirtschaft. Die Gegenschläge der Mullahs richten militärisch vergleichsweise wenig Schaden an. Doch sie treiben die Energiepreise nach oben und die Aktienkurse nach unten. Die Folgen spüren wir auch in der Schweiz.
Kerzers und Teheran? Nicht alles hängt mit allem zusammen. Nicht jedes Verbrechen ist ein Echo des Weltenlaufs. Aber die Geopolitik holt uns dennoch ein – über Benzinpreise, Pensionskassenguthaben, Unsicherheit. Hoffentlich auch im Positiven: Trump hört auf die Märkte. Sie könnten den Krieg verkürzen.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.