Nicht nur für Collien Fernandes: Tausende demonstrieren gegen sexualisierte Gewalt
«Lasst uns laut sein und laut bleiben!», schrieb Collien Fernandes am Samstag auf Instagram und warb für eine Demo in Berlin gegen sexualisierte Gewalt: «Lasst uns auf die Strassen gehen und lautstark diese Mauern einressen!» Die Demo war für 16 Uhr beim Brandenburger Tor angesetzt, wo sich viel mehr als die 500 angemeldeten Teilnehmer versammelten. Die Veranstalter sprechen von 13'000 Menschen, laut Polizei sind es rund 6'700.
Organisiert hat die Demo das neu gegründete Bündnis «Feminist Fight Club!». Der Verein wurde erst am Freitag ins Leben gerufen, explizit wegen Christian Ulmens Taten gegen Ex-Frau Collien Fernandes, sagt Aktivistin Kira Bönisch gegenüber rbb24.
Collien Fernandes machte vergangene Woche öffentlich, was sie erlebt hatte: Die Moderatorin schilderte, wie ihr damaliger Ehemann, Schauspieler Christian Ulmen, zehn Jahre lang pornografische Deepfakes von ihr verbreitete und grausame Vergewaltigungsfantasien teilte. Alles in ihrem Namen! Ausserdem sei er in der 14-jährigen Ehe auch gewalttätig geworden.
Online ist das Echo enorm. Tausende zeigen sich der Moderatorin gegenüber solidarisch und loben ihren Mut. Unter dem Motto «Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern» soll mit der Demo nun auf aktuelle Gesetzeslücken hingewiesen und für das Verbot von Porno-Deepfakes geworben werden. Fernandes war selbst nicht vor Ort, es wurde aber ein Statement von ihr verlesen. Auch andere Promis, wie Schweizer Comedienne Hazel Brugger warben auf Instagram für die Demo. Vor Ort waren Model Marie Nasemann, Schauspielerin Xenia Seeberg und Moderatorin Johanna Klum.
Christian Ulmen will gegen Berichterstattung vorgehen
Derweil will Christian Ulmen offenbar gegen den «Spiegel», der als Erster über den Fall berichtet hat, klagen. Laut einem Schreiben, das «T-Online» am Donnerstag erhalten hat, vertritt Anwalt Christian Schertz «ab sofort und allein» die Interessen des Schauspielers und will gegen die Berichterstattung des «Spiegel» über die Anschuldigungen vorgehen. Er warnt davor, dass die Verbreitung der Darstellungen aus der Recherche «aus mehreren Gründen rechtswidrig» sei.
Schertz vertrat in der Vergangenheit schon andere Promis wie Rammstein-Sänger Till Lindemann und Moderator Jan Böhmermann. 2024 äusserte er sich ausserdem in der ZDF-Doku von Collien Fernandes als Experte. Darin nannte er sexualisierte Deepfakes eine «mediale Vergewaltigung» und forderte strengere Gesetze: «Wir müssen das Recht ändern, um den Schutz der Betroffenen zu verstärken.»
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.