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Nicht nur für Collien Fernandes: Tausende demonstrieren gegen sexualisierte Gewalt

Der Fall von Collien Fernandes schockierte vergangene Woche – und löst mehr als nur Online-Solidarität aus: 500 Menschen meldeten sich in Berlin zu einer Demo gegen sexualisierte Gewalt an. Doch es kamen viel mehr.
Collien Fernandes löste ein enormes Echo aus. (Bild: Daniel Bockwoldt)

«Lasst uns laut sein und laut bleiben!», schrieb Collien Fernandes am Samstag auf Instagram und warb für eine Demo in Berlin gegen sexualisierte Gewalt: «Lasst uns auf die Strassen gehen und lautstark diese Mauern einressen!» Die Demo war für 16 Uhr beim Brandenburger Tor angesetzt, wo sich viel mehr als die 500 angemeldeten Teilnehmer versammelten. Die Veranstalter sprechen von 13'000 Menschen, laut Polizei sind es rund 6'700.

Organisiert hat die Demo das neu gegründete Bündnis «Feminist Fight Club!». Der Verein wurde erst am Freitag ins Leben gerufen, explizit wegen Christian Ulmens Taten gegen Ex-Frau Collien Fernandes, sagt Aktivistin Kira Bönisch gegenüber rbb24.

Collien Fernandes machte vergangene Woche öffentlich, was sie erlebt hatte: Die Moderatorin schilderte, wie ihr damaliger Ehemann, Schauspieler Christian Ulmen, zehn Jahre lang pornografische Deepfakes von ihr verbreitete und grausame Vergewaltigungsfantasien teilte. Alles in ihrem Namen! Ausserdem sei er in der 14-jährigen Ehe auch gewalttätig geworden.

Online ist das Echo enorm. Tausende zeigen sich der Moderatorin gegenüber solidarisch und loben ihren Mut. Unter dem Motto «Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern» soll mit der Demo nun auf aktuelle Gesetzeslücken hingewiesen und für das Verbot von Porno-Deepfakes geworben werden. Fernandes war selbst nicht vor Ort, es wurde aber ein Statement von ihr verlesen. Auch andere Promis, wie Schweizer Comedienne Hazel Brugger warben auf Instagram für die Demo. Vor Ort waren  Model Marie Nasemann, Schauspielerin Xenia Seeberg und Moderatorin Johanna Klum.

Christian Ulmen will gegen Berichterstattung vorgehen

Derweil will Christian Ulmen offenbar gegen den «Spiegel», der als Erster über den Fall berichtet hat, klagen. Laut einem Schreiben, das «T-Online» am Donnerstag erhalten hat, vertritt Anwalt Christian Schertz «ab sofort und allein» die Interessen des Schauspielers und will gegen die Berichterstattung des «Spiegel» über die Anschuldigungen vorgehen. Er warnt davor, dass die Verbreitung der Darstellungen aus der Recherche «aus mehreren Gründen rechtswidrig» sei.

Schertz vertrat in der Vergangenheit schon andere Promis wie Rammstein-Sänger Till Lindemann und Moderator Jan Böhmermann. 2024 äusserte er sich ausserdem in der ZDF-Doku von Collien Fernandes als Experte. Darin nannte er sexualisierte Deepfakes eine «mediale Vergewaltigung» und forderte strengere Gesetze: «Wir müssen das Recht ändern, um den Schutz der Betroffenen zu verstärken.»

 
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