Mord an Tupac Shakur gelöst – Drahtzieher schuldig gesprochen
Am 7. September 1996 hielt Tupac Shakur in Las Vegas an einer roten Ampel. Plötzlich fielen Schüsse. Als der erste Polizist am Tatort ihn fragte, wer ihn angegriffen habe, sagte er nur: «Fick dich.» Schwer verletzt wurde der Rapper ins Spital gebracht, wo er sechs Tage später seinen Verletzungen erlag. Er war erst 25 Jahre alt.
Der Fall beschäftigte die Hip-Hop-Welt. Mitten in der erbitterten Rivalität von US-Rappern der Ost- und Westküste stieg Shakur zum Superstar auf. Mit Hits wie «California Love» oder «Changes» prägte er eine ganze Generation von Fans.
Sein Einfluss auf Rapmusik und Popkultur reichte weit über seinen Tod hinaus: 2017 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2023 erhielt er einen Stern auf dem Walk of Fame. Doch wer für seinen Tod verantwortlich war, blieb lange unklar.
Der Drahtzieher plauderte über den Mord
Nun steht Duane Davis als Schuldiger fest. Der ehemalige Anführer der South Side Compton Crips soll den Mord als Vergeltung nach einer Schlägerei organisiert und die Waffe besorgt haben. Nach dem Recht im Bundesstaat Nevada kann auch jemand wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Tat hilft.

Vor Gericht plädierte der 63-Jährige auf nicht schuldig. Gleichzeitig plauderte er aber öffentlich in Podcasts und sogar in einer Biografie aus, dass er in dem weissen Cadillac gesessen habe, aus dem die tödlichen Schüsse auf Shakur abgefeuert wurden.
Trotzdem fehlten lange stichhaltige Beweise, um den Fall vor Gericht zu bringen. Am Ende hätten unter anderem die eigenen Worte des Festgenommenen die Untersuchungen weitergebracht, erklärte die Polizei.
Davis’ Verteidiger stellte seinen Mandanten hingegen als Lügner und Angeber dar, der viele Dinge erfunden habe, um daraus Kapital zu schlagen. Ausserdem sollen die Ermittler bei der Untersuchung viele Fehler gemacht haben. So wurde die Mordwaffe nie gefunden und es gab auch keine physischen Beweismittel dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war.

Schneller Schuldspruch, doch das Urteil muss noch warten
Drei Wochen lang verfolgten Shakurs Angehörige, Freunde und Fans den Prozess. Am Ende brauchten die Geschworenen nur drei Stunden, um ein Urteil zu fällen: Schuldig.
Davis nahm den Spruch zunächst regungslos hin, kündigte dann aber an, in Berufung gehen zu wollen. Sein Strafmass wird am 13. Oktober verkündet – ihm droht lebenslange Haft.
Die Ermordung von Tupac Shakur war mehr als ein Verbrechen. Es machte die Gewalt und die Spannungen für die Welt sichtbar, die Anfang der 90er-Jahre im US-Hip-Hop herrschten. Nur sechs Monate nach Tupacs Tod wurde The Notorious B.I.G. ermordet, der als sein Rivale galt. Das galt als schockierendes Ende dieses Hip-Hop-Krieges. (zen/dpa)
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