Rapper zahlt 600’000 Dollar für Begnadigung, Trump ignoriert’s – jetzt will er sein Geld zurück
Im Mai 2023 drehte der US-Rapper Boosie Badazz ein Musikvideo und war dabei mit einer Waffe im Hosenbund zu sehen. Eine anwesende Person zeigte die Szene in einem Instagram-Livestream. Die Polizei sah dies, ermittelte den Ort und stoppte das Fahrzeug bei einer Verkehrskontrolle.
Bei der Durchsuchung fanden die Beamten mehrere Waffen. Auf dem Rücksitz, auf dem Boosie gesessen hatte, lag unter anderem eine Glock 19. Boosie bestritt zunächst den Waffenbesitz und verwies auf seine Sicherheitsleute. Später räumte er ein, die Glock beim Videodreh getragen zu haben.
Boosie, der mit bürgerlichem Namen Torrence Ivy Hatch Jr. heisst, durfte wegen einer früheren Drogendeliktsverurteilung keine Schusswaffe besitzen und sah sich mit einer weiteren Haftstrafe konfrontiert. Er fürchtete jahrelang keine Musik machen, kein Geld verdienen und seine Kinder nicht sehen zu können.
Dann kam ein Angebot, dem er nicht widerstehen konnte. Es meldeten sich die Lobbyisten Jack Burkman und Jacob Wohl bei seinen Anwälten. Sie erklärten, ihre Kontakte zu Donald Trump und dessen Umfeld nutzen zu können, um Boosie zu einer Begnadigung zu verhelfen. Der Rapper zahlte ihnen dafür 600’000 Dollar. Doch die Begnadigung blieb aus.
Keine Rückzahlung in Sicht
Nun fordert der 43-jährige Rapper die Hälfte des Geldes zurück. Er beruft sich auf einen Vertrag, der auf der Nachrichtenwebsite Notus einsehbar ist. Doch genau dieser Vertrag ist umstritten.
Demnach verpflichtete sich JM Burkman & Associates, sich beim Justizministerium, im Weissen Haus und bei hochrangigen Regierungsvertretern für eine Begnadigung einzusetzen. Garantiert wurde sie nicht. Falls sie bis zur vereinbarten Frist ausblieb, sollten jedoch 300’000 Dollar zurückgezahlt werden. Der Vertrag soll im September 2025 unterzeichnet worden sein, nennt aber den 31. Januar 2025 als Frist – offenbar ein Tippfehler. Burkman und Wohl behaupten zudem, Boosie habe ihnen die unterzeichnete Vereinbarung erst zurückgeschickt, nachdem er bereits ein aussergerichtliches Verfahren zur Klärung des Streits eingeleitet hatte.
Boosie sagt, die beiden hätten seine Notlage ausgenutzt. Gegenüber der New York Times weisen die Lobbyisten den Vorwurf zurück. Sie hätten eine umfangreiche Kampagne im Kongress, in der Regierung und bei politischen sowie medialen Einflussnehmern geführt.
Burkman und Wohl sind registrierte Lobbyisten, aber auch für rechtsgerichtete Verschwörungserzählungen und umstrittene politische Aktionen bekannt. Gegen sie gab es unter anderem Verfahren wegen einer Kampagne, die Schwarze Wähler vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 von der Stimmabgabe abhalten sollte.

Auf Kuschelkurs mit Trump
Boosie ist nicht der einzige Rapper, der die Nähe zu Trump suchte, während rechtliche Probleme im Raum standen. Lil Wayne traf Trump kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020, lobte dessen Pläne für Schwarze Amerikaner und veröffentlichte ein gemeinsames Foto. Wenige Monate später begnadigte Trump ihn wegen eines Waffendelikts. Belege für eine vereinbarte Gegenleistung gibt es nicht.
Auch über Nicki Minajs Annäherung an Trump wird spekuliert. Sie könne damit Begnadigungen für ihren Ehemann Kenneth Petty oder ihren Bruder anstreben, heisst es in sozialen Medien. Belastbare Belege gibt es auch hierfür nicht.
Im Januar 2026 wurde Boosie zu drei Jahren Bewährung, 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von 50’000 Dollar verurteilt, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, als vorbestrafte Person Schusswaffen besessen zu haben.
Seine rechtlichen Probleme sind damit nicht vorbei. Im Mai 2026 wurde er in Houston wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Er soll in einem Club einen Sicherheitsmitarbeiter mit dem Sockel einer Wasserpfeife geschlagen haben. Bundesbewährungsbeamte beantragten daraufhin, seine Bewährung zu widerrufen.
Ob Boosie die 300’000 Dollar zurückerhält, hängt davon nicht ab und soll nun in einem aussergerichtlichen Verfahren geklärt werden. Der Rapper will sich nach eigenen Angaben lieber auf seine Musik und seine Kinder konzentrieren.
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