Aline Trede schafft den Sprung in die Berner Regierung – SVP triumphiert im Parlament
Der Kanton mit den zweitmeisten Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz hat gewählt. Doch das Interesse an den Wahlen in Bern war im Vorfeld mau geblieben. Grosse Verschiebungen zeichneten sich nicht ab. Und tatsächlich: An der parteipolitischen Zusammensetzung in der Regierung ändert sich nichts. Es gab aber eine Zitterpartie bis zum Schluss.
Die Bisherigen schafften die Wiederwahl problemlos. Astrid Bärtschi (Mitte) setzte sich mit 138’672 Stimmen an die Spitze, gefolgt von SP-Regierungsrätin Evi Allemann (129’824 Stimmen) und FDP-Regierungsrat Philippe Müller (120’623 Stimmen). Der bisherige SVP-Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg aus dem französischsprachigen Kantonsteil schaffte die Wiederwahl auf dem fünften Platz mit 108’022 Stimmen. Er landete tausend Stimmen hinter seinem Parteikollegen Raphael Lanz, dem Stadtpräsidenten von Thun.
Aline Trede holte 101’511 Stimmen und schloss die Regierungswahl als Sechstplatzierte ab. Die Grünen-Politikerin sass ein erstes Mal zwischen 2013 und 2015 im Nationalrat, dann verpasste sie die Wahl und rutschte 2018 wieder nach. Seit 2020 führte sie ihre Partei als Fraktionschefin. Mit ihrem Wechsel in die Berner Regierung verlieren die Grünen im Bundesparlament eine weitere wichtige Führungsfigur. Anfang Monat hatte der frühere Parteipräsident Balthasar Glättli den Sprung in die Stadtzürcher Regierung geschafft. Die Partei muss sich somit auf nationaler Ebene mit Blick auf die eidgenössischen Wahlen 2027 neu sortieren.
Aline Trede: «Fühle mich wie ein Kind nach gewonnenem Sprint»
Hinter Trede kam es bei den Berner Regierungsratswahlen zu einem Zweikampf zwischen dem Langenthaler Stadtpräsidenten Reto Müller (SP) und dem Zollikofer Gemeindepräsidenten Daniel Bichsel (SVP). Während der SVP-Herausforderer am Nachmittag zwischenzeitlich vorne gelegen hatte, verpasste er die Wahl letztlich doch mit 7000 Stimmen Rückstand.
Somit ist der Versuch der SVP, einen dritten Regierungssitz zu erobern, gescheitert. Die Exekutive bleibt aber bürgerlich dominiert. In der siebenköpfigen Berner Kantonsregierung halten SP und SVP auch künftig je zwei Sitze; FDP, Mitte und Grüne je einen.

Rechtsrutsch im Parlament, Zentrumskräfte verlieren
Gewählt wurden am Sonntag auch alle 160 Sitze des Berner Kantonsparlaments. Dabei kam es zu einem Rechtsrutsch mit der SVP als grosser Siegerin. Sie konnte ihre Vormachtstellung zementieren und sieben Sitze hinzugewinnen (neu: 51). Auch der SP als zweitstärkster Kraft gelang es, vier Mandate zuzulegen (neu: 36). Die FDP konnte ihre 18 Mandate verteidigen.
Auf der Verliererseite stehen die Zentrumskräfte EVP (minus 4 Sitze, neu: 5) und Mitte (minus 3 Sitze, neu: 9). Auch bei den Grünen geht der Abwärtsstrudel weiter: Sie verloren zwei ihrer 19 Sitze. Die GLP konnte ihre Einbussen mit einem Sitzverlust in Grenzen halten. Sie kommt neu auf 15 Sitze. Die nationalkonservative EDU verbuchte ihrerseits zwei Sitzgewinne und bringt es neu auf acht Mandate.
Die kantonalen Wahlen in Bern gelten als wichtiger Stimmungstest für die eidgenössischen Wahlen, die in eineinhalb Jahren stattfinden.
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