Betreuer soll in Schweizer Kitas mehrere Kleinkinder missbraucht haben
Ein Betreuer soll in diversen Schweizer Kitas mindestens 15 Kleinkinder sexuell missbraucht haben. Das berichtet SRF, welches sich auf die Anklageschrift der Berner Staatsanwaltschaft Stand Ende Juli 2025 beruft. Die Vorfälle sollen sich in zwei privaten Kitas – eine im Raum Bern, eine im Raum Winterthur – ereignet haben.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, soll der Beschuldigte seine mutmasslichen Opfer hinter verschlossenen Türen missbraucht und dabei gefilmt haben. Die Vorfälle sollen sich über einen Zeitraum von rund anderthalb Jahren ereignet haben. Die mutmasslichen Opfer sind alle zwischen einem und vier Jahre alt, die meisten von ihnen Mädchen.
Beschuldigter flog fast auf
Die Vorfälle wurden im Sommer 2022 beinahe aufgedeckt: Eine Mutter meldete einer Winterthurer Kita, ihre vierjährige Tochter habe einen Missbrauch geschildert. Die Kita erstattete Anzeige. Die Ermittlungen wurden Ende Mai 2023 eingestellt, nachdem der Beschuldigte die Aussage verweigerte und das Mädchen schwieg. Ein hinreichender Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, teilte die Staatsanwaltschaft SRF mit.
Der Mann wurde nicht verurteilt, aber entlassen. Im Sommer 2023 trat er eine Stelle bei einer Kita im Raum Bern an – offenbar mit positiven Referenzen. Wegen laufender Ermittlungen habe man geschwiegen, so die Winterthurer Kita gegenüber SRF. Dort wurde er Gruppenleiter.
Im Februar 2024 wurde der Beschuldigte verhaftet. Es bestand der Verdacht auf Kinderpornografie-Delikte. Die Polizei stellte rund 800 verbotene Bilder und Videos sicher, darunter Aufnahmen aus beiden Kitas.
Der Prozess gegen den mutmasslichen Täter, einen 33-Jährigen aus der Region Emmental, beginnt Ende April vor dem Regionalgericht Bern. Vorgeworfen werden ihm unter anderem Schändung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und sexuelle Handlungen mit Kindern, wie SRF schreibt. Laut Verteidigung hat er gestanden, 15 Kleinkinder missbraucht zu haben.
Vorwürfe gegen Kitas
Ob den Kitas juristische Konsequenzen drohen, ist offen. Opferanwältin Laura Jost sieht organisatorische Mängel und verweist auf Hinweise wie Entzündungen oder auffälliges Verhalten von Kindern. «Die Fürsorgepflicht wurde aus meiner Sicht klar verletzt», sagt sie gegenüber SRF. Im Herbst 2025 reichte sie Strafanzeige gegen die Berner Kita ein.
Beide Kitas zeigen sich betroffen. Man habe nichts bemerkt, so der Anwalt der Berner Einrichtung. Die Winterthurer Kita spricht von «tiefer Betroffenheit». Schutzkonzepte seien vorhanden und inzwischen verschärft worden, etwa mit zusätzlichen Kameras. Hinweise auf Übergriffe weist der Anwalt zurück.
Für den Beschuldigten und die Kitas gilt die Unschuldsvermutung. Ein rechtskräftiges Urteil liegt nicht vor. (dab/watson)
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