Krisenmanager im Krisenamt: Marc Siegenthaler wird neuer BABS-Direktor - und soll die Schutzbunker modernisieren
Auf Antrag von Verteidigungsminister Martin Pfister (Mitte) hat der Bundesrat am Mittwoch Marc Siegenthaler (50) zum neuen Direktor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) ernannt. Der bisherige stellvertretende Generalsekretär in Pfisters Verteidigungsdepartement VBS wird seinen neuen Posten am 1. August antreten und folgt auf Michaela Schärer.
Die umstrittene bisherige Amtsdirektorin scheidet Ende April aus ihrem Posten aus. Darauf hatten sich das VBS und Schärer im letzten Dezember «einvernehmlich» geeinigt. Schärer erhält eine Abfindung in der Höhe ihres Jahreslohns von 320'000 Franken. Wie der «SonntagsBlick» berichtete, führte das fehlende Vertrauensverhältnis zwischen Pfister und der BABS-Direktorin zum Abgang.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz sorgt schon länger für Negativschlagzeilen. Pfisters Vorgängerin Viola Amherd hatte Schärer im Januar 2021 während der Covid-Pandemie eingesetzt. Schärers Reorganisation sorgte intern für Unruhe und miserable Werte bei der Personalbefragung. Hinzu kamen mehrere IT-Pannen, ausgerechnet während Notfallübungen, sowie Probleme mit dem Kommunikationssystem Polycom, über welches Bund, Kantone und Rettungsorganisationen in Notfällen eine krisenfeste Kommunikation sicherstellen wollen. Auch die kantonalen Verantwortlichen für den Bevölkerungsschutz zeigten sich alarmiert über die Zustände im BABS. «Das Katastrophenamt ist selbst ein Krisenfall», titelte die «NZZ am Sonntag» wenig schmeichelhaft im letzten November.
Er soll die Bunker wieder fit machen
Mit Marc Siegenthaler hat Verteidigungsminister Martin Pfister nun einen ausgewiesenen Krisenmanager zum neuen Direktor ernannt. Siegenthaler ist seit 1999 für die Bundesverwaltung tätig. Seit 2016 ist er Chef Ressourcen im VBS, seit 2017 zusätzlich auch stellvertretender Generalsekretär. Er wurde von Ex-Verteidigungsministerin Viola Amherd unter anderem als Aufpasser und Feuerwehrmann für den aus dem Ruder gelaufenen Transformationsprozess beim Nachrichtendienst des Bundes (NDB) ernannt, der ebenfalls intern für Unruhe und bei den Kantonen für Unzufriedenheit gesorgt hatte. Diese Aufgabe führte Marc Siegenthaler auch unter Pfister weiter.
An der Medienkonferenz zu seiner Ernennung betonte Siegenthaler die Bedeutung eines guten Austauschs mit den Kantonen, den Gemeinden und den Schutzorganisationen: «Bevölkerungsschutz ist Teamsache». Auf eine entsprechende Frage hin formulierte Bundesrat Pfister die wichtigsten Erwartungen an den neuen Amtschef: Dieser müsse einerseits den Verbund mit den Kantonen und die komplexen Kommunikationssysteme, darunter Polycom, rasch verbessern. Zweitens müsse er die aus dem Kalten Krieg stammende «Schutzbautenwelt» auf Vordermann bringen. Diese Schutzbauten für die Zivilbevölkerung wie Luftschutzkeller und Bunker müssten rasch wieder instand gesetzt werden, damit sie im Notfall zur Verfügung stehen.
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