Affäre um Regierungsrat Zali: Fremdeinwirkung bei Ertrunkener ausgeschlossen
Die Affäre um den Tessiner Lega-Staatsrat Claudio Zali hält den Kanton seit Wochen in Atem. Eine 52-jährige Frau hatte im Sommer Audioaufnahmen veröffentlicht, die Zali schwer belasteten und ihn schliesslich dazu veranlassten, seinen Rücktritt per Ende September anzukündigen. In einem der Mitschnitte rät der Politiker ihr, eine Nebenbuhlerin zu verprügeln – er habe das selbst auch schon getan.
Am 18. August wurde die Frau leblos im Luganersee bei Melide aufgefunden. Nun liegen dazu neue Ermittlungsergebnisse vor: Die Tessiner Staatsanwaltschaft teilt mit, dass die 52-Jährige an Erstickung durch Ertrinken gestorben ist. Krankheitsbedingte Ursachen wurden ebenso ausgeschlossen wie eine Fremdeinwirkung durch Dritte.
Die toxikologischen Analysen ergaben zudem einen sehr hohen Blutalkoholspiegel sowie Spuren von Benzodiazepinen. Das Medikament wird als Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt –in Kombination mit Alkohol könne es die Wachsamkeit, Koordination und das Bewusstsein der Verstorbenen erheblich beeinträchtigt haben. Dies könne etwa zu einem Sturz ins Wasser oder Schwierigkeiten beim Schwimmen geführt haben.
Weiterhin Gegenstand der Ermittlungen ist eine Anzeige, welche die Frau gegen Unbekannt erhoben hat. Einige Tage vor ihrem Tod wurde die Frau von einem maskierten Mann überfallen. Der Angriff soll sich nur wenige Meter vom Ort ereignet haben, wo die Frau schliesslich tot aufgefunden wurde.
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