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«Kassensturz» testet Babymilchpulver – ausgerechnet ein Marken-Riese schmiert ab

Ein aktueller Test bringt gute Nachrichten für Eltern: Die Mehrheit der Produkte bleibt unter Grenzwerten. Doch ein bekanntes Produkt fällt negativ auf.
Rückrufaktionen für Babymilchpulver verunsicherten in den letzten Monaten Eltern weltweit. (Bild: Imago Images)
Nur ein Milchpulver erhält eine ungenügende Note. (Bild: Keystone)

Ob als Alternative zum Stillen oder als Ergänzung zur Muttermilch, Babymilchpulver begleitet viele Kinder in den ersten Monaten ihres noch jungen Lebens. Es ist eine Phase, in der die Säuglinge besonders anfällig für Krankheiten sind. Umso besorgniserregender waren die Meldungen über den weltweiten Rückruf verschiedener Babymilchpulver seit dem letzten Dezember.

Während die ersten Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid in den Niederlanden bereits im November entdeckt wurden, dauerte es noch eine Weile, bis im Januar auch in der Schweiz die ersten Produkte aus den Regalen verschwanden. Die betroffenen Produkte waren mit dem Toxin Cereulid kontaminiert, das zu Erbrechen und Durchfall führen kann.

Genügende Noten für 9 von 10 Milchpulvern

Vor diesem Hintergrund testete der «Kassensturz» in Zusammenarbeit mit «K-Tipp» nun erneut zehn verschiedene Milchpulver für Säuglinge und kam dabei, im Vergleich zu den vorangegangenen Tests, zu erfreulichen Ergebnissen. So waren vier Produkte komplett frei von den untersuchten Schadstoffen.

Bei fünf weiteren wurden geringe Spuren von ein bis zwei Schadstoffen festgestellt, unter anderem vom Fettschadstoff 3-MCPD, welcher beim Raffinieren von Pflanzenöl entsteht. Der Stoff gilt als möglicherweise krebserregend, die gefundenen Werte liegen jedoch deutlich unter dem erlaubten Grenzwert. Alle fünf Milchpulver der Hersteller Bimbosan, Nestlé, Müller und Danone wurden mit dem Gesamturteil genügend bewertet.

Nestlé mit ungenügender Note

Die einzige ungenügende Note erhält das Milchpulver Beba Bio Pre von Nestlé. Neben 3-MCPD und Chlorat, die in den anderen fünf ebenfalls gefunden wurden, enthielt das Milchpulver des Lebensmittelriesen aus der Romandie auch Spuren von Glycidylester. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Fettstoff, der im Körper zum potenziell krebserregenden und genotoxischen, sich also im Erbgut festsetzenden Stoff Glycidol abgebaut wird.

Für Glycidol selbst gibt es keine klassischen Grenzwerte, da der Stoff als genotoxisch gilt und somit kein sicherer Schwellenwert festgelegt werden kann. Stattdessen werden die Glycidylester als Vorstufen reguliert, da sie im Körper zu Glycidol umgewandelt werden. Für diese existieren gesetzliche Höchstgehalte. Auch wenn Produkte diese einhalten, gilt jede Exposition gegenüber Glycidol aus Sicht von Expertinnen und Experten als potenziell bedenklich und sollte so gering wie möglich gehalten werden.

Nur ein Milchpulver erhält eine ungenügende Note. (Bild: Keystone)

Nestlé verweist auf Anfrage von «Kassensturz» darauf, dass das Produkt sämtliche Schweizer und EU-Normen einhalte und bemängelt das Testresultat: «Wir sind mit der Bewertung unseres Produkts nicht einverstanden. Minimale Unterschiede im Spurenbereich rechtfertigen keine qualitative Abstufung. Alle unsere Produkte sind sicher für den Verzehr.»

Rückruf zeigt Wirkung

Am besten schnitten beim Test die Milchpulver Bio Anfangsmilch 1 der Migros, Bio Combiotik 1 von Hipp, Aptamil Pronatura 1 von Danone sowie das Pulver Bio 1 Anfangsmilch Demeter von Holle ab. Das Produkt von Migros war gleichzeitig auch das günstigste im Test. Weder die untersuchten Schadstoffe noch der Giftstoff Cereulid, welcher der Grund für den weltweiten Rückruf von Milchpulver in den letzten Monaten war, konnten bei den vier Herstellern nachgewiesen werden.

Eine erfreuliche Nachricht, die für sämtliche getesteten Produkte gilt: Cereulid wurde in keinem der zehn getesteten Babymilchpulver mehr nachgewiesen. (jul/watson)

 
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