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Nach Amoktat in Aarau: Linke wollen halbautomatische Waffen verbieten

Die Kalaschnikow, mit der der Täter von Aarau in die Menschenmenge schoss, war eine halbautomatische Waffe. Während eine linke Politikerin fordert, solche einzuziehen, sind Bürgerliche dagegen.
An der Medienkonferenz wurden Symbolbilder der baugleichen Waffen gezeigt, die beim Amoklauf verwendet wurden. (Bild: Sandra Ardizzone)
SP-Ständerätin Franziska Roth will alle halbautomatischen Waffen einziehen. (Bild: Andre Veith)
SVP-Sicherheitspolitiker Werner Salzmann appelliert an die Verantwortung des Umfelds potentieller Täter. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Über 40 Mal schoss der Amoktäter von Aarau mit einer Kalaschnikow AK-74 auf Besucherinnen und Besucher des Aarauer Raves, wie die Kantonspolizei Aargau am Mittwoch informierte.

Der 43-jährige Jurassier hatte die halbautomatische Waffe – genauso wie die anderen zwei Waffen, die er beim Anschlag mit sich trug – vor rund 20 Jahren legal erworben.

An der Medienkonferenz wurden Symbolbilder der baugleichen Waffen gezeigt, die beim Amoklauf verwendet wurden. (Bild: Sandra Ardizzone)

Zumindest bei der Kalaschnikow wäre das heute schwieriger. Seit der Verschärfung des Waffenrechts 2019 sind halbautomatische Waffen grundsätzlich verboten. Nur Waffensammler und Sportschützen dürfen sie erwerben – und auch sie nur mit einer Ausnahmebewilligung.

Für Waffen wie die des mutmasslichen Aarau-Täters, die vor der Verschärfung gekauft wurden, gilt das nicht. Franziska Roth, Ständerätin der SP, findet das unhaltbar. Sie fordert gegenüber SRF eine Verschärfung.

SP-Ständerätin Franziska Roth will alle halbautomatischen Waffen einziehen. (Bild: Andre Veith)

«Das würde bedeuten, dass man Waffen, die früher gekauft wurden, einzieht», sagt Roth. Und der ehemalige SP-Ständerat (heute parteilos) Daniel Jositsch sagt: «Es gibt eine Risikogruppe. Je schwieriger es für diese Menschen ist, an eine Waffe zu kommen, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit für Taten.»

Bürgerliche Politiker reagieren skeptisch auf diese Vorschläge von links. Rechtliche Verschärfungen bedeuteten viel Bürokratie und wenig Nutzen, findet Mitte-Nationalrat Reto Nause. Das sei zudem seines Wissens der erste Vorfall mit dieser Art von Waffe. Für ihn müsse man an einem anderen Punkt ansetzen: Der Täter habe wohl seit Längerem schon unter psychischen oder medizinischen Problemen gelitten. «Das ist ein Problem, das uns seit einiger Zeit in vielen Fällen beschäftigt.»

Beim Täter von Aarau gibt es zwar Anhaltspunkte für eine psychische Labilität, bestätigt sind sie jedoch nicht.

SVP-Sicherheitspolitiker Werner Salzmann appelliert an die Verantwortung des Umfelds potentieller Täter. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

In eine ähnliche Richtung geht SVP-Sicherheitspolitiker Werner Salzmann: Im Fall Aarau hätte das Umfeld des mutmasslichen Täters dessen psychische Probleme erkennen und der Polizei melden müssen, dass er Waffen besitze», sagt er. Eine rechtliche Verschärfung sei nicht notwendig. (watson/her)

 
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