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«Wie gewonnen, so zerronnen»: Wattwil nimmt über 6 Millionen mehr Steuern ein als budgetiert – kann sich aber nicht lange darüber freuen

Die Steuerrechnung der Politischen Gemeinde Wattwil liegt 20 Prozent über dem Budget. Grund sind ausserordentliche Nachsteuerzahlungen. Der Nachteil: Die Beiträge aus dem Finanzausgleich werden deshalb in den Folgejahren deutlich sinken.
Das Zentrum der Gemeinde Wattwil, die einen äusserst positiven Steuerabschluss vermeldet. (Bild: zvg)

Als «äusserst positiv» bezeichnet die Politische Gemeinde Wattwil ihren Steuerabschluss. Die Steuereinnahmen 2025 liegen 20,8 Prozent über dem Budget. Total wurden 6,13 Millionen Franken mehr eingenommen als erwartet. «Dieser Mehrertrag ist insbesondere auf ausserordentliche Nachsteuerzahlungen zurückzuführen», heisst es in den Gemeindemitteilungen.

Tatsächlich legt die Toggenburger Zentrumsgemeinde mit den Einnahmen aus den ordentlichen Einkommens- und Vermögenssteuern gegenüber dem Budget eine Punktlandung hin. Die Nachzahlungen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern waren allerdings «einmalig und aussergewöhnlich hoch», heisst es aus Wattwil. 8,67 Millionen Franken kamen als Nachzahlungen zusammen. Budgetiert waren lediglich 1,67 Millionen Franken.

Woher kommen die unerwarteten 7 Millionen? Ins Detail kann die Gemeinde nicht gehen. Auf Anfrage heisst es: «Bei den Nachzahlungen kann es immer wieder zu grösseren Abweichungen kommen.» Das Ergebnis sei als Sondereffekt zu betrachten.

Rund 1 Million Franken unter Budget liegen in Wattwil dafür die Steuererträge der juristischen Personen. Die Gemeinde kommentiert: «Diese Entwicklung lässt erkennen, dass sich die Konjunkturlage zunehmend auf die Unternehmen auswirkt und entsprechend negative Effekte auf die Steuererträge hat.» Auch das Budget-Ziel der Handänderungssteuern wurde nicht erreicht, da die Anzahl der Handänderungen unter dem Durchschnitt der Vorjahre lag. Das Total der Steuererträge des Jahres 2025 liegt in Wattwil bei 35,5 Millionen Franken.

Finanzausgleich lässt Geldsegen schwinden

Was bedeutet der unerwartete Millionensegen für die Wattwiler Gemeindekasse? Die Arbeiten am Jahresabschluss laufen noch. Auch über den Steuerfuss – aktuell bei 129 Prozent – entscheidet der Gemeinderat erst nach Vorliegen des fertigen Abschlusses. «Schon heute kann aber abgeschätzt werden, dass die Gemeinde Wattwil – trotz in Aussicht stehender Umlagerungen von den übergeordneten Staatsebenen auf die kommunale Ebene – kurzfristig keine Steuererhöhung in Betracht ziehen muss», heisst es auf Anfrage.

Trotzdem relativiert die Gemeinde den Millionensegen. Wattwil beziehe Beiträge aus dem innerkantonalen Finanzausgleich. «Und diese Beiträge werden aufgrund dieses Sondereffekts in den Folgejahren sehr deutlich absinken. Ganz im Sinne der Redewendung ‹wie gewonnen, so zerronnen›.»

Kirchberg nimmt 1,5 Millionen Franken mehr ein

Auch die Politische Gemeinde Kirchberg, bevölkerungsmässig noch ein  bisschen grösser als Wattwil, berichtet über erfreuliche Steuererträge 2025. Gegenüber dem Budget liegen die Steuereinnahmen in Kirchberg um 1,46 Millionen Franken (+4,75 %) höher.

Relevante Mehreinnahmen gegenüber dem Budget kamen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern (+705‘000 Franken) sowie bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen (+953‘400 Franken) zusammen. Letztere seien voraussichtlich einmalige Mehreinnahmen, heisst es im «Gmeindsblatt». Unter Budget (-276‘000 Franken) liegen dafür auch in Kirchberg die Handänderungssteuern. Das Total der Steuererträge des Jahres 2025 liegt in Kirchberg bei 32,3 Millionen Franken.

 
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