Tourismus schafft im Toggenburg 123 Millionen Franken Wertschöpfung
In der Ferienregion Toggenburg entstand im vergangenen Jahr eine direkte touristische Bruttowertschöpfung von 123 Millionen Franken. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Wachstum von 9 Prozent oder rund 10 Millionen Franken. Dies schreibt die Organisation Toggenburg Tourismus in einer Medienmitteilung. Dabei bezieht sie sich auf eine touristische Wertschöpfungsstudie, die sie in Auftrag gegeben hatte.
«Der Tourismus im Toggenburg entwickelt sich positiv und gewinnt als Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region weiter an Bedeutung», bilanziert die Organisation. Denn gleichzeitig verzeichnete die Ferienregion im ersten Halbjahr 2026 bei den Hotelübernachtungen ein Wachstum – und zwar ein deutlich grösseres als die Ostschweiz insgesamt.
Von Januar bis Juni 2026 stiegen die Hotelübernachtungen im Toggenburg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf 63’413 Logiernächte. Die Ostschweiz verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus von 0,4 Prozent. Die Zahl der Ankünfte erhöhte sich um 3,3 Prozent auf 28’217.
Besonders dynamisch entwickelte sich Wildhaus-Alt St.Johann. Die Hotelübernachtungen stiegen dort im ersten Halbjahr 2026 um 9,0 Prozent auf 45’835 Logiernächte. Damit entfallen rund 72 Prozent der Hotelübernachtungen der Ferienregion auf die Gemeinde. Dieses Wachstum wurde trotz eines kleineren Angebots an geöffneten Betrieben erreicht.
Der Sommer gewinnt weiter an Bedeutung
Zwischen 2020 und 2025 nahmen die Logiernächte im Toggenburg insgesamt um 28 Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelte sich der Sommer mit einem Wachstum von 36 Prozent, während die Logiernächte im Winter um 19 Prozent zunahmen. 2025 entfielen bereits 56 Prozent der Logiernächte auf die Sommersaison.
Zu dieser Entwicklung trägt die wachsende Vielfalt an Natur-, Erlebnis- und Kulturangeboten bei. Die frühe Sommeröffnung am Chäserrugg, Ganzjahresangebote rund um Gamplüt, Angebote zu Klang und Resonanz, der Baumwipfelpfad, der Pumptrack, die Thurwasserfälle sowie die Wanderangebote entlang von Thur und Necker schaffen zusätzliche Gründe für einen Aufenthalt im Toggenburg.

Auch im Ferienwohnungs- und Gruppenhaussegment deuten regionale Rückmeldungen auf eine positive Entwicklung hin: Der Buchungsstand für den Zeitraum Mai bis Oktober 2026 lag Anfang Juli rund 5 Prozent über dem Vergleichsstand zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.
Zweitwohnende sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor
Den grössten Beitrag zur touristischen Wertschöpfung leisten Zweitwohnende und ihre Gäste mit rund 72 Millionen Franken. Tagesgäste tragen rund 29 Millionen Franken bei, Gäste in Hotels und Gruppenunterkünften rund 23 Millionen Franken.
Für Toggenburg Tourismus sind Zweitwohnende damit eine zentrale Gästegruppe, wie die Organisation schreibt. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Grenzen zwischen Gästen und lokal Verbundenen zunehmend fliessend werden. Zweitwohnende verbringen regelmässig Zeit im Toggenburg, nutzen lokale Angebote, pflegen Beziehungen in der Region und sind wichtige Botschafterinnen und Botschafter.
«Damit wird auch die enge Verbindung zwischen Tourismus und regionaler Wirtschaft sichtbar. Touristische Entwicklung entsteht nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Gewerbe, Landwirtschaft, Kultur, Dienstleistungen und Bevölkerung», so Toggenburg Tourismus. Diese Verbindungen und Kooperationen will die Organisation künftig noch stärker nutzen und Zweitwohnende gezielter in Angebotsgestaltung, Kommunikation und regionale Entwicklung einbeziehen.

Wildhaus-Alt St.Johann bleibt touristisches Herzstück
Mit einer touristischen Wertschöpfung von 56 Millionen Franken erwirtschaftete Wildhaus-Alt St.Johann 2025 rund 46 Prozent der gesamten touristischen Wertschöpfung des Toggenburgs. Seit 2019 stieg sie in der Gemeinde um zehn Prozent oder rund 5 Millionen Franken.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die wirtschaftliche Wirkung des Tourismus weit über die klassischen Ferienorte hinausreicht. «Eine starke Tourismusregion braucht attraktive Berggebiete ebenso wie lebendige Talorte und regionale Zentren», sagt Bruno Fläcklin, Präsident von Toggenburg Tourismus. «Bleiben Gäste länger, kommen sie wieder und entdecken mehr von der Region, verstärkt sich diese Wirkung zusätzlich. Davon profitieren lokale Unternehmen, Gastronomie und Kultur ebenso wie Mobilität, Arbeitsplätze und letztlich die Lebensqualität in der ganzen Region.»
Toggenburg Tourismus will diese regionale Wirkung gemeinsam mit Gemeinden, Wirtschaft, Kultur, Landwirtschaft, Leistungsträgern und Bevölkerung weiter stärken. «Die Studie zeigt, dass das Toggenburg touristisch wächst und auf einem guten Weg ist», sagt Rebecca Scheidegger, neue Geschäftsführerin von Toggenburg Tourismus. «Entscheidend ist nun, diese Dynamik gemeinsam zu nutzen.»
Im Fokus stehen die weitere Stärkung des Sommertourismus und der Ganzjahresangebote, die Positionierung als Natur-, Erholungs- und Resonanzdestination sowie die Entwicklung hochwertiger Beherbergungsangebote. (pd)
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