Vor dem Mähtod bewahrt: Die Rehkitzrettung Toggenburg bricht ihren eigenen Rekord
So viele Rehkitze wurden noch nie gerettet. 7590 Rehe konnten in diesem Jahr schweizweit vor dem Mähtod bewahrt werden. Dazu beigetragen hat unter anderem die Rehkitzrettung Toggenburg. Der Verein suchte auch in diesem Jahr die Felder der Toggenburger Landwirtinnen und Landwirte mit Drohnen nach Kitzen ab.
Die Tiere werden von ihren Müttern im hohen Gras versteckt, um sie vor Raubtieren zu schützen. In den ersten Wochen haben sie keinen Fluchtinstinkt, weshalb sie von Mähmaschinen erfasst werden können. Wenn mit der Drohne ein Kitz gefunden wird, wird es an den Rand des Felds verlegt und mit einem Harass zugedeckt.

Gegenüber dieser Zeitung sagte der Drohnenpilot Andreas Gähwiler vergangenes Jahr: «Für die Landwirte sind solche Mähvorfälle äusserst belastend. Sie sind sehr dankbar für unsere Dienste». Laut ihm melden sich immer mehr Landwirte für die Suche auf ihren Feldern an.
Rekord gebrochen
«In diesem Jahr haben wir total 247 Rehkitze gefunden», sagt Sandra Kuratli, die Präsidentin des Vereins. 177 der Tiere haben sie unter einem Harass sichern können. Die älteren Tiere könne man oftmals nicht einfangen, da diese wegspringen. Diese Kitze werden deshalb nicht unter einem Harrass geschützt, sondern man versucht, sie vom Feld zu treiben und so ausser Gefahr zu bringen.

Die Nachfrage steigt jedes Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Verein eine Rekordzahl an Rehkitzen gefunden und gerettet. Kuratli erklärt sich dies folgendermassen: «Wir haben dieses Jahr am meisten Kitze gefunden, weil wir mehr Felder abgesucht haben.» Auch nennt Kuratli das schöne Wetter als Grund für die Rekordzahl.
Das Hauptgebiet des Vereins liegt in Wattwil und Ebnat-Kappel. Dort hat der Verein begonnen und sucht die meisten Felder der Region ab. Über die Jahre haben sich auch Bauern aus umliegenden Gebieten gemeldet. Nun ist der Verein von Wildhaus bis Kirchberg auf 943 Feldern und 2951 Hektaren Land unterwegs.
Auf der Suche nach helfenden Händen
Sie würden ihren Einsatzbereich gerne weiter expandieren, sagt Kuratli. Das Angebot im unteren Toggenburg müsse noch ausgebaut werden. Aus diesem Gebiet habe der Verein viele neue Anrufe erhalten, jedoch seien nur zwei Drohnenpilotinnen und -piloten für den Bereich zuständig.
Der Verein ist mit 14 Drohnen im Einsatz. In diesem Jahr flogen insgesamt 19 Drohnenpilotinnen und -piloten die Felder ab. Diese sind aus unterschiedlichen Gründen zum Verein gekommen, sagt Kuratli: «Die einen sind aus Tierschutzgedanken beigetreten, andere sind Hobbydrohnenflieger, die ihr Hobby sinnvoll nutzen wollen.» Die Helferinnen und Helfer seien sehr naturverbunden und gerne draussen.

Der Verein versucht auch, auf sein Angebot aufmerksam zu machen. Dazu organisiert er Infoveranstaltungen und baut sich eine Plattform in den sozialen Medien auf. «Wir sind immer dabei, neue Leute zu suchen», sagt Kuratli. Je mehr Landwirtinnen und Landwirte die Rehkitzrettung Toggenburg kennen, desto mehr Rehkitze können vor dem Mähtod gerettet werden.
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