Damals im Toggenburg: Eine mobile Immobilie
Vor 100 Jahren
6. September: Neu St. Johann. Eine gefährliche Arbeit wurde am Klosterturm ausgeführt. Sie galt der Herunternehmung von Turmkreuz und Kugel. Die Gerüstung vom Glockenstuhl des Verwahrglöckleins aus über die oberste Kuppelpartie gebot die grösste Vorsicht und routinierte Praktik. Sie ist denn auch gut gelungen, dank der Kaltblütigkeit und Schwindelfreiheit des hiesigen Dachdeckermeisters, des Spenglers und zweier Mitarbeiter. Als die alte Mutter des Erstern unten die Strasse passierte, beruhigte sie wohl ein froher Jauchzer des Sohnes von des Turmes Spitze aus. Auch dessen Vater war ja das frühere Turmdach nicht unbekannt. Bei einer Reparatur befand er sich auf einer hängenden Leiter auf der untern Kuppel, plötzlich entglitt ihm die Leiter unter den Füssen, kalt und rasch überlegend vermochte er sich am Gesimse zu halten und sich selbst noch in Sicherheit aufzuziehen.
Vor 50 Jahren
3. September: Necker. Anfang dieses Jahres wurde mit dem Bau des Oberstufenschulhauses im Necker begonnen. Heute findet nun eine offizielle Grundsteinlegung statt. Behördenvertreter der Vertragsgemeinden und die Berichterstatter von einem Dutzend Zeitungen werden vom Präsidenten der Baukommission und durch den Architekten über das Projekt orientiert. Mit einem Kostenaufwand von rund 6 Mio Franken wird ein Bau erstellt, in dem sieben Klassenzimmer und je ein Raum für Holz- und Metallbearbeitung zur Verfügung stehen. Dazu kommen noch zwei Mädchenhandarbeitszimmer und diverse Nebenräume.
Vor 20 Jahren
8. September: Wattwil. Die trächtige Kuh, welche einem 62-jährigen Landwirt im Hummelwald aus dem Stall gestohlen wurde, wurde von der Polizei wohlbehalten auf einer Alp im Kanton Uri wieder gefunden. Der Kuhdieb hatte das Tier in der Nacht losgebunden und auf einen Transporter geladen, mit dem er wegfuhr. Dank eines Hinweises aus der Bevölkerung konnte die Polizei die Kuh-Spurensuche aufnehmen und den Täter, einen 25-jährigen Landwirt aus Uri, ermitteln. Die «Blüem»-Kuh, die einen Wert von gegen 2500 Franken hat, ist nach ihrem kurzen Ausflug ins Urnerland inzwischen wieder in ihren Heimatstall zurückgekehrt.
Vor 10 Jahren
7. September: Dietfurt. Über Jahrzehnte hinweg stand es an der Oberhelfenschwilerstrasse, das alte Feuerwehrhäuschen von Dietfurt. Am Montag dann aber ging es schnell: Abgedeckt, abgebaut und festgezurrt, wurde die Holzkonstruktion mit einem Lastwagen 100 Meter weiter zum Gewerbepark transportiert, wo sie einer neuen Bestimmung zugeführt wird – als Ganzes. (red)
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