Grosse Ehre für St.Galler Journalisten
«Recherchen wie diese zeigen, dass Umweltverschmutzungen nicht nur in fernen Ländern geschehen», sagt Sandro Büchler, der jede Woche die Strafbefehle des Kantons St.Gallen sichtet und so «zufällig» auf den Fall Amcor stiess.
In einer monatelangen Recherche deckte er zusammen mit Davide De Martis und Jochen Tempelmann einen der grössten Umweltskandale in der Ostschweiz auf. Vor fünf Jahren war beim Verpackungskonzern Amcor in Goldach tonnenweise giftiger Löschschaum mit PFAS in den See gelangt. Einer Chemikalie, die nicht abbaubar und potenziell krebserregend ist.
Die drei Tagblatt-Journalisten stiessen auf haarsträubende Fehler und Unterlassungen, die selbst dann nicht aufhörten, als sich die Behörden einschalteten. Das australische Unternehmen versuchte, dies zu vertuschen. Dies zeigten Dokumente, welche die Journalisten unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz verlangt hatten.
Weil Amcor die Herausgabe der Strafakten verhindern wollte, kam es zu juristischen Auseinandersetzungen bis vors Bundesgericht. «Wir sind stolz darauf, dass das Bundesgericht unser Anliegen zur Akteneinsicht gutgeheissen hat. Nur so kam die ganze Wahrheit ans Licht. Aber das ist unser Job: Nachhaken, nachforschen, genau hinschauen.»
Der Verein Öffentlichkeitsgesetz.ch hat den Prix Transparence Regio zum vierten Mal verliehen. Damit wurde die beste journalistische Leistung ausgezeichnet, die dank den kantonalen Öffentlichkeitsgesetzen zustande kam. «Der Preis ist ein wichtiges Zeichen, nicht nur für den Lokaljournalismus, sondern für die ganze Region», sagt Büchler. Die Recherche löste auch politische Vorstösse aus. Unter anderem eine Motion im Nationalrat, die härtere Strafen für Unternehmen bei Umweltdelikten fordert.
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