Neun Millionen Dollar für Herzforschung mit St.Galler Beteiligung
Das Kantonsspital St.Gallen und das Universitätsspital Zürich sind Teil des international ausgezeichneten Forschungsverbunds «CoeurTCR». Das teilt das St.Galler Spital in einer Medienmitteilung mit. Das Netzwerk untersucht, wie Entzündungen den Herzmuskel schädigen – und erhält dafür von der Leducq Foundation während fünf Jahren insgesamt neun Millionen US-Dollar. Die Stiftung zählt zu den weltweit wichtigsten privaten Förderorganisationen der Herz-Kreislauf-Forschung und wählte das Projekt als eines von vier weltweit aus.
Ziel des Projekts ist es, krankheitsauslösende Immunreaktionen im Herzmuskel präzise zu identifizieren und daraus neue Therapieansätze zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen sogenannte T-Zellen, spezialisierte Immunzellen des Immunsystems, die akute und chronische entzündliche Herzmuskelerkrankungen verursachen können.
Die Forschenden wollen jene molekularen Strukturen entschlüsseln, die fehlgeleitete Immunreaktionen im Herzmuskel auslösen und aufrechterhalten. Auf dieser Grundlage sollen innovative Immuntherapien entwickelt werden. Diese sollen krankmachende Immunzellen gezielt hemmen, ohne die gesamte Immunabwehr zu beeinträchtigen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Das Netzwerk vereint Forschungsgruppen aus den USA, der Schweiz, Spanien und Dänemark. Die europäische Koordination übernimmt Burkhard Ludewig, Leiter des Medizinischen Forschungszentrums am Kantonsspital St.Gallen und zugleich Leiter der Translationalen Kardioimmunologie am Universitätsspital Zürich.
«Entzündliche Herzmuskelerkrankungen können zu einer dauerhaften Schwächung der Herzfunktion führen und betreffen häufig auch jüngere Menschen», sagt Ludewig. Ziel sei es, die Auslöser besser zu verstehen und so präzisere Diagnosen und Behandlungen zu ermöglichen. Offizieller Projektstart ist der 1. Januar 2027. (pd/ame)
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