Mehr Förderung für Start-ups: Im Kanton St.Gallen können Unternehmen neuerdings vollständig online gegründet werden
Die Ostschweizer Wirtschaft kriselt. Die Unternehmensinsolvenzen häufen sich, im interkantonalen Vergleich schneidet die Wirtschaftskraft immer schlechter ab. Um dem entgegenzuwirken, hat der Kanton St.Gallen verschiedene Massnahmen ergriffen. Eine zentrale ist die Unterstützung von Start-ups: Der Kanton will Unternehmensgründungen und Innovationskraft fördern.
Seit 2023 besitzt der Kanton eine Förderstrategie für Start-ups. Nun konnte die Regierung einen weiteren Teil der Strategie umsetzen: Unternehmen sollen künftig so leicht gegründet werden können wie noch nie. Hierfür hat der Kanton ein neues Onlineportal geschaffen.
Unternehmensgründung ohne Behördengang
Die neue Plattform findet sich unter www.startupguide.sg.ch. Wie der Kanton St.Gallen schreibt, sind Unternehmensgründungen und Handelsregister-Mutationen neuerdings komplett online möglich. Die neue Plattform vereinfache, beschleunige und digitalisiere die Umsetzung von Gründungsvorhaben.
Der neue digitale Gründungsschalter ermöglicht, die gesamte Firmengründung digital sowie zeit- und ortsunabhängig abzuwickeln. Der Kanton schreibt, es sei schweizweit eine Neuheit, dass alle wesentlichen Schritte in einem Prozess gebündelt seien: Von erforderlichen Dokumenten über Unterschriften bis zur Handelsregister-Eingabe passiert alles digital. «Der Gang zum Notariat oder zur Gemeindeverwaltung wird für Gründerinnen und Gründer überflüssig», schreibt der Kanton.
Die Plattform wird im Auftrag des Kantons vom Institut für Jungunternehmen (IFJ) entwickelt und betreut. Neben dem Onlineschalter stehen Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Jungunternehmen Geschäftsmodelle ausarbeiten und Businesspläne erstellen können. Zur Unterstützung stelle die Plattform Vorlagen, konkrete Beispiele und Tipps zur Verfügung, schreibt der Kanton.

Bedenken, dass die Vereinfachung der Firmengründung missbräuchlich genutzt werden könnte, hat Beat Tinner, Regierungspräsident und Volkswirtschaftsdirektor, nicht: «Hier sehen wir keine Risiken. Die Anforderungen an Gründerinnen und Gründer bleiben unverändert.»
Beat Tinner: «Meilensteine erreicht»
St.Gallen will «Innovationshub» werden, an dem Wirtschaft, Forschung und Bildung eng vernetzt sind. Dieses Ziel hat die Regierung in ihrer aktuellen Schwerpunktplanung festgehalten.
Die Plattform ist nur eine von vielen Massnahmen, die der Kanton hierzu zuletzt vorangetrieben hat. Beat Tinner, Regierungspräsident und Volkswirtschaftsdirektor, sagt: «Wir konnten in den letzten Monaten wichtige Meilensteine erreichen.» Er nennt unter anderem die Eröffnung zweier Start-up-Beratungsstellen. Neben der zentralen Anlaufstelle Startfeld in St.Gallen gibt es nun auch in Rapperswil-Jona und Buchs Beratungsangebote. Auch diese bietet der Kanton in Zusammenarbeit mit Dritten an.
Weiter nennt Tinner das Start-up-Programm «HSG Start Accellerator», das im Herbst erstmals durchgeführt wurde, oder die Start-up-Konferenz «Start Summit», die jährlich auf dem Olma-Areal stattfindet.
Ziel der Strategie sei, das Start-up-Ökosystem im Kanton langfristig weiter auszubauen und zu stärken, sagt Tinner. «Die Angebote müssen jetzt etabliert werden.» Für Zahlen, ob sich die diversen Angebote positiv auf die Gründungsstimmung im Kanton auswirken, sei es noch zu früh. «Gestartet sind die Massnahmen aber erfolgreich.»
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