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St.Galler Rotarier schaffen Modell für sinnstiftende Wirtschaft

Der St.Galler Rotary Club Rosenberg hat eine grosse Vision. Er will eine Art Max-Havelaar-Label in der Region etablieren. Noch steckt das Projekt aber erst in den Anfängen.
(Bild: zVg)

Der Rotary Club St.Gallen Rosenberg ist einer von drei Rotary-Clubs in der Stadt St.Gallen. Seine rund 60 Mitglieder treffen sich wöchentlich zum Lunch, netzwerken, hören Vorträge und tauschen sich aus. Wichtig ist auch das soziale Engagement. Mit «Rosaly.Social» steht nun ein Projekt in den Startlöchern, das es zumindest in der Ostschweiz so noch nie gegeben hat. Und das ein berühmtes Vorbild hat: Max Havelaar. Das bekannte internationale Label umfasst fast 2000 Produzentenorganisationen in 70 Ländern und steht wie kaum eine andere Organisation für fairen Handel, lokale Wertschöpfung und gute Arbeitsbedingungen.

«Wir wollen etwas Ähnliches machen und soziales Engagement mit regionaler Wertschöpfung verbinden», sagt Florian Wild, der zusammen mit Kristofer Roelli das Projekt bei Rotary leitet. Wer als Produzent oder Käufer bei Rosaly mitmacht, soll Teil eines sinnstiftenden Vertriebsmodells werden, jenseits von reiner Gewinnmaximierung oder Profitgier. Man wolle einen Kreislauf etablieren, in dem Genuss, gesellschaftlicher Nutzen und gemeinsame Verantwortung miteinander verbunden seien, sagt Wild.

Ziel ist es, dass die Hersteller spezielle Produkte nur für diesen Rosaly-Verkaufskanal zur Verfügung stellen. Wie beispielsweise die Schokolade-Manufaktur Bonneheure in der St.Galler Altstadt oder das St.Galler Weingeschäft Vogelsanger. Bald soll auch eine exklusiv für Rosaly hergestellte Fonduemischung von St. Galler Käsespezialisten Kündig hinzukommen.

Damit am Schluss auch für das Sozialprojekt etwas übrig bleibt mit einem entsprechend höheren Preis: So kosten 500 Gramm Honig aus dem Appenzeller Hinterland auf der Rosaly-Plattform 21 Franken, 5 Franken gehen an ein Sozialprojekt. Unterstützt werden mit dem Erlös verschiedene Rotary-Sozialprojekte wie die Sans-Papiers-Anlaufstelle in St.Gallen, der Kauf von lebensrettenden Notfallboxen mit modernem Wundversorgungsmaterial für afrikanische Dörfer oder MS-Betroffene in der Ostschweiz.

Schulprojekt in Honduras finanziert sich mittlerweile selber

So bestechend die Idee ist und so gross die Visionen sind, die Zahl der Partnerschaften und Kunden ist im Moment noch überschaubar. «Wir stehen erst am Anfang», sagt Wild.  Ziel sei es, Kunden anzusprechen, die gerne Produkte mit einem Mehrwert einkaufen, beispielsweise als Geschenk.

Dass diese Art von Unterstützung eine grosse Wirkung erzielen kann, hat der Service-Club in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. So hat der Rotary Club Rosenberg erfolgreich verschiedene Sozialprojekte aufgebaut. Während 20 Jahren begleitete er beispielsweise ein Schulprojekt in Honduras, das er vor zwei Jahren in die Selbstständigkeit entliess und das sich mittlerweile selbst finanziert. Zehntausende von Franken flossen von der Ostschweiz nach San Pedro Sula, immer wieder machten sich Mitglieder des St.Galler Rotary-Clubs auch ein Bild vor Ort und halfen mit. Die Schule entwickelte sich auch dank der grosszügigen Hilfe aus der Schweiz zu einer festen Institution in Honduras.

 
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