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Ägypten, Kanaren und Malediven: Hierhin verreisen Ostschweizer in den Frühlingsferien am liebsten

Drei Reisebüros verraten, welche Destinationen dieses Jahr für die Frühlingsferien im Trend sind, wohin die Reise spontan noch gehen könnte und wie Trump Einfluss auf die Reisebranche nimmt.
Die Malediven sind im Fernbereich das beliebteste Reiseziel der Ostschweizerinnen und Ostschweizer. (Bild: Getty)
Fabian Keller, Filialleiter Lilly Travel GmbH. (Bild: zvg)
Daniela Seiler, Geschäftsführerin Bernhard Reisen AG. (Bild: zvg)
Birgit Sleegers, Reiseexpertin und Leiterin Touristik bei Helbling Reisen AG. (Bild: zvg)
Ägypten ist eines der beliebtesten Reiseziele für die Frühlingsferien. Laut Experten findet man auch spontan noch ein Zimmer. (Bild: iStock)

«Reisen bedeutet für mich Freiheit, neue Kulturen kennenzulernen, neue Geschmäcker zu erleben und neue Landschaften zu sehen», sagt Birgit Sleegers. Sie leitet den Touristikbereich der Helbling Reisen AG in Gossau. Das Angebot des Reisebüros mit einer weiteren Filiale in Teufen erstreckt sich von Badeferien am Mittelmeer bis zu romantischen Hochzeitsreisen auf den Malediven.

Trotz des breiten Angebots ist die Bereitschaft, Neues zu entdecken, bei Ostschweizerinnen und Ostschweizern nicht sehr gross. Denn sie verbringen ihre Frühlingsferien an den gleichen Orten wie im Vorjahr, wie eine Umfrage bei drei Reisebüros in der Region zeigt. Bei Kunden der Helbling Reisen sind vor allem Ägypten, die Kanaren und die Malediven beliebt.

«Wir haben die Welt nicht neu entdeckt»

Fabian Keller, Filialleiter Lilly Travel GmbH. (Bild: zvg)

Auch im Thurgau hat sich bei der Wahl des Reiseziels im Vergleich zu 2024 wenig getan. Es seien Orte, die auch vor 20 Jahren schon beliebt waren, sagt Fabian Keller, Büroleiter bei der Lilly Travel GmbH in Aadorf. «Destinationsmässig haben wir die Welt nicht neu entdeckt.» Auch sein Reisebüro habe für die diesjährigen Frühlingsferien grösstenteils Reisen ans Rote Meer und auf die Kanarischen Inseln verkauft. Diese Destinationen seien sehr wettersicher. Ausserdem seien die Kanaren und Ägypten mit einer Flugzeit von maximal fünf Stunden für jeden gut machbar. Im Fernbereich seien die Malediven und Mauritius hoch im Kurs.

Daniela Seiler, Geschäftsführerin Bernhard Reisen AG. (Bild: zvg)

Ein wenig experimentierfreudiger ist die Kundschaft der Bernhard Reisen AG in Goldach und Oberriet. Geschäftsführerin Daniela Seiler bestätigt zwar: «Für die Frühlingsferien haben wir aktuell viele Buchungen für die Kanaren, Dubai und Ägypten.» Aber im Vergleich zum Vorjahr seien ein paar neue Destinationen aufgekommen, wie Usbekistan und Jordanien. Seiler merkt aber, dass einige Kundinnen und Kunden den Übertourismus meiden und eher spezielle Destinationen suchen. Dazu gehöre auch Südafrika.

«Wir haben wegen Trump sogar Annullationen»

Seiler hat eine weitere Veränderung zum Vorjahr beobachtet: «Dieses Jahr haben wir viel weniger USA-Reisen. Das hatten wir vor acht Jahren schon einmal.» Das habe mit der Wahl von Präsident Donald Trump zu tun. «Die Leute wollen nicht in die USA und das Land unterstützen», sagt Seiler. Bei der Helbling Reisen AG in Gossau spürt man dies auch. Birgit Sleegers erzählt: «Ich habe Kunden, für die ich eine Offerte gemacht habe, und jetzt kommt dieses Zögern. Man möchte abwarten, was passiert.» Diesen Effekt habe man schon während der Amtszeit von George Bush gespürt.

Birgit Sleegers, Reiseexpertin und Leiterin Touristik bei Helbling Reisen AG. (Bild: zvg)

In der Reisebranche sei man es gewohnt, dass politische Einflüsse oder auch Naturkatastrophen die Nachfrage dämpfen können. Das überrascht Birgit Sleegers nicht. «Wir haben immer ein starkes und dann ein schwächeres USA-Jahr. Gerade wenn politische Themen im Raum stehen, sind die USA das erste Land, wo man es spürt», sagt Sleegers. Bei Lilly Travel in Aadorf spürt man die Auswirkungen von Trumps Wahl hingegen weniger. Fabian Keller sagt: «Wir haben wegen Trump nicht weniger Anfragen oder gar Annullationen.»

Je früher, desto günstiger

Nebst der politischen Situation gibt es einen weiteren Faktor, der die Reiseziel-Wahl beeinflusst: das Budget. «Die Leute sind diesbezüglich sensibler geworden», sagt Keller. Während der Coronapandemie habe man zwei Jahre auf Ferien verzichten müssen. Daher waren die Preise in den Jahren 2022 und 2023 tiefer, als man es sich gewohnt war. «Und es war egal, was es gekostet hat, weil man nach der Pandemie unbedingt wieder in die Ferien wollte», ergänzt Keller.

Nun seien Flüge und Hotels wieder teurer geworden. «Man muss die Miete zahlen, den Kühlschrank füllen und die Krankenkasse bezahlen», sagt er. Da sei das Budget einer vierköpfigen Familie irgendwann erschöpft. «Wenn man sich heute Ferien gönnen kann, ist das ein Luxus», sagt Keller.

Ägypten ist eines der beliebtesten Reiseziele für die Frühlingsferien. Laut Experten findet man auch spontan noch ein Zimmer. (Bild: iStock)

Auch Daniela Seiler von der Bernhard Reisen AG stellt fest: «Wir merken, dass Familien Flugreisen aktuell eher vermeiden.» Es gehe dabei nicht primär um den Nachhaltigkeitsaspekt, sondern um den Preis. «Die Leute gehen dann eher nach Italien mit dem Auto und buchen bei uns nur das Hotel», sagt Seiler.

Birgit Sleegers rät Reisenden, möglichst frühzeitig zu planen, denn: «Je früher man bucht, desto günstiger ist es.» Dann habe man noch Frühbucherrabatte, und die Flüge seien weniger ausgelastet und daher tendenziell günstiger.

Spontan nach Mallorca oder Kreta

Wer spontan verreist, kommt nicht ganz so günstig davon. «Wenn jemand kurzfristig kommt, muss er flexibel sein und ein Budget mitbringen», sagt Sleegers. Daniela Seiler von der Bernhard Reisen AG kennt aber Destinationen, die auch bei spontanen Buchungen gut funktionieren: «In Ägypten und auf den Kanaren wird man immer ein Plätzchen finden.» Und Berlin sei meistens auch recht günstig.

Auch in Aadorf hat man Erfahrung mit spontanen Buchungen. «Wenn jemand jetzt im Frühling noch weg möchte, kann man Destinationen wie Mallorca und Kreta ins Auge fassen», sagt Fabian Keller. Im Frühling seien Hotels und Flüge dort nämlich günstiger, da nicht Hochsaison ist. Man müsse aber seine Erwartungen anpassen: «Achtung! Das Wasser hat keine 20 Grad, und man muss zwischen T-Shirt, Bikini und Pullover wechseln», so Keller.

 
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