­
­
­
­

Reform an der PH St.Gallen: Studium für Lehrpersonen soll flexibler werden

Die Pädagogische Hochschule St.Gallen erneuert ihre Studiengänge für angehende Lehrpersonen grundlegend und setzt dabei ab 2027 auf mehr Flexibilität, eine stärkere Verflechtung mit der Praxis und individuellere Studienverläufe.
Die Pädagogischen Hochschule in St.Gallen. (Bild: Belinda Schmid)
Nicolas Robin, Prorektor Ausbildung der PHSG. (Bild: zvg)

Die Ausbildung von Lehrpersonen befindet sich im Wandel: Schulen stehen vor neuen pädagogischen, gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen – und mit ihnen auch die Hochschulen. Die Pädagogische Hochschule St.Gallen reagiert darauf mit einer umfassenden Reform ihrer Studiengänge für die Volksschule.

Ab dem Herbstsemester 2027 soll ein grundlegend überarbeitetes Studienmodell gelten, das gemäss der Hochschule auf mehr Flexibilität, stärkere Praxisnähe und eine individuellere Gestaltung des Studiums setzt. Ziel sei es, angehende Lehrpersonen besser auf ein Berufsfeld vorzubereiten, das sich zunehmend dynamisch entwickelt.

Vereinfachte Studienstruktur

Der Kern der Reform ist eine neue, modulare Studienarchitektur. Die heute bestehenden, teilweise sehr unterschiedlichen Studienformen – etwa Teilzeit-, berufs- oder familienbegleitende Modelle – sollen in einer gemeinsamen Struktur zusammengeführt werden. Dadurch werde das heutige System, das grossen administrativen Aufwand verursachte, vereinfacht, wie Nicolas Robin, Prorektor Ausbildung der PHSG, auf Anfrage mitteilt. Das neue Modell ermögliche weiterhin sowohl ein Studium in Regelzeit – sechs Semester für Kindergarten- und Primarstufe, neun für die Sekundarstufe I – als auch flexible Studienverläufe.

Nicolas Robin, Prorektor Ausbildung der PHSG. (Bild: zvg)

Gleichzeitig soll die neue Struktur es erleichtern, Studiengänge künftig flexibler weiterzuentwickeln. Studierende könnten ihr Studium stärker selbst zusammenstellen und ihr berufliches Profil gezielt schärfen. Auch will die PHSG den unterschiedlichen Lebensrealitäten der Studierenden Rechnung tragen. Viele arbeiteten bereits im Schulbetrieb, wechselten aus anderen Berufen ins Bildungswesen oder kombinierten das Studium mit Familienarbeit.

Ein besonderes Gewicht legt die Hochschule auf die Verbindung von Theorie und Praxis. Berufspraktische Erfahrungen sollen noch enger mit den Lehrveranstaltungen verzahnt werden, wodurch die Studierenden frühzeitig Einblick in den Berufsalltag erhalten sollen. Jedoch: «Dies erfolgt nicht durch eine Ausweitung der Berufspraktischen Studien», sagt Robin. Vielmehr würden Erfahrungen aus der Praxis noch stärker zum Thema in der Lehre, etwa in neuen, interdisziplinären Ausbildungsgefässen.

Neue Anforderungen an den Beruf

Die Reform reagiert laut PHSG auf veränderte Anforderungen im Bildungswesen. Lehrpersonen müssten auch künftig eine solide Grundausbildung erhalten, gleichzeitig aber zunehmend spezifische Kompetenzen entwickeln können. Aspekte wie Sonderpädagogik oder musisch-ästhetische Bildung würden wichtiger. «Das neue Modell ermöglicht es, dass Studierende sich in solchen Bereichen vertiefen können.»

Auch der technologische Wandel prägt die Reform. Die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler künftig benötigen, veränderten sich durch die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz rasant. Digitalität erhalte deshalb im neuen Studienmodell ein stärkeres Gewicht als bisher.

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

AboAbschlussausstellung

Kunst, die aus dem Inneren kommt

Die Studierenden des Gestalterischen Vorkurses zeigen, wie aus Übungen persönliche Statements und aus Ideen berührende Werke werden.
27.06.2025
AboSystemwechsel

 So hätten die Gemeinden 2024 ohne horizontalen Finanzausgleich abgeschlossen

Die Gebergemeinden mussten 19,6 Millionen Franken an finanzschwächere Gemeinden abgeben. Wer hat davon am meisten profitiert?
08.08.2025
Abo17. Vernon Smith Preis

Alles um das Thema Bildung: Ein Privileg oder ein Recht für alle?

Der Vernon Smith Preis wurde am gestrigen Abend an die vier besten Essays von Studierenden weltweit im Rathhaussaal Vaduz vergeben. 
18.02.2025

Wettbewerb

5-Liter-Partyfass Brauhaus naturtrüab zu gewinnen!
Brauhaus naturtrüab Partyfass

Umfrage der Woche

Ändern Sie aufgrund der gestiegenen Treibstoffpreise Ihr Mobilitätsverhalten?
­
­