Persönlichkeiten aus Politik, Justiz, Militär und Sport nehmen an der Trauerfeier für Kurt Furgler teil: Eine letzte Verneigung
ST.GALLEN. Wenn dunkle Berner Limousinen durch die St.Galler Altstadtgassen gleiten, wenn Polizisten sich vor der Kathedrale positionieren, wenn Dutzende, gar Hunderte Trauer tragende Menschen Richtung Klosterplatz strömen, dann findet keine gewöhnliche Trauerfeier statt. Kurt Furgler wird als «aussergewöhnlicher Mensch», und «grosse Persönlichkeit» gewürdigt. Dass diese Einschätzung nicht nur St.Galler Optik ist, zeigt sich am Trauergottesdienst in der Kathedrale. Aus der ganzen Schweiz sind sie angereist – Persönlichkeiten aus Politik, Justiz, Militär, Kirche, Wirtschaft, Sport und Kultur. Jahrzehntelange Weggefährten, sportliche Mitkämpfer, tief verbundene Freunde.
«Nur für Gottesdienstbesucher», heisst es mehrsprachig auf Schildern. Touristen ist der Zugang zur Kathedrale an diesem Vormittag verwehrt.
Die Landesväter
«Er hatte die Menschen lieb. Er hatte die Schweiz lieb», sagt alt Bundesrat Flavio Cotti, der Kurt Furgler über Jahre eng verbunden war. Sie alle treffen sich – die Menschen und die Schweiz, um sich würdevoll vom Verstorbenen zu verabschieden. Bundesrätin Doris Leuthard und Bundesrat Hans-Rudolf Merz reisen mit Weibeln an. Ebenso Nationalratspräsident André Bugnon. Alt Bundesrat Arnold Koller nimmt neben alt Bundesrat Kaspar Villiger Platz. Alt Bundesrätin Elisabeth Kopp ist da, wie auch die alt Bundesräte Leon Schlumpf, Otto Stich, Alphons Egli, Christoph Blocher und alt Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz.
Stiller Abschied
Vor dem Altar liegen Kränze. «In Freundschaft», «In bleibender Erinnerung», «In tiefer Dankbarkeit» heisst es auf den Schärpen. Gefühle, welche die Trauergäste teilen dürften. Kerzen brennen. Weihrauch hängt in der Luft. Es ist mucksmäuschenstill. Nur gelegentlich knacken die Kirchenbänke, rauscht es durch die Reihen – dann, wenn sich die Trauergäste zum Gebet erheben. So, wie sich Kurt Furgler stets für sein Gegenüber, seine Gesprächspartner interessierte, gilt nun die Aufmerksamkeit ihm.
Heidi Hanselmann und Martin Gehrer vertreten die aktuelle St.Galler Regierung; Peter Schönenberger und Hans Ulrich Stöckling die ehemalige. Wie Stadtmusik und Otmarmusik den «St.Galler Marsch» anstimmen, bleibt die St.Galler Exekutive stehen; ebenso Ständerat Eugen David und Divisionär Peter Stutz. Ein Auswärtiger hält es mit den St.Gallern: Adolf Ogi.
Ruhig, begleitet vom Orgelspiel, schreiten die Gäste zur Kommunion durch den Mittelgang nach vorne; die Landesregierung wird «bedient». Genauso wie die Vertretungen und Fahnenträger der studentischen Verbindungen und der Sportvereine. Sie haben zu Beginn des Trauergottesdienstes dem Verstorbenen den letzten Fahnengruss gebracht.
Worte, Händedruck, Tränen
Bischof Markus Büchel ruft zum Gebet für «unseren Bruder Kurt» auf. Die Trauernden erheben sich. Später sprechen sie gemeinsam das «Vaterunser». Nach der Würdigung durch alt Bundesrat Flavio Cotti ist mancher Trauergast froh, dass er nicht reden muss. Ein persönlicher, ergreifender Schluss des Gottesdienstes.
Die Orgel erklingt, die Türen der Kathedrale werden geöffnet. Familie, Freunde, nahe und ferne Gäste treten hinaus an die Sonne. Kameras suchen die Prominenz, Mikrophone gewichtige Statements. Schweigend herzen sich Männer, umarmen sich Frauen. Ein tröstendes Wort hier, ein fester Händedruck dort. Wenige Worte, tiefe Blicke. Tränen fliessen. Ein kurzes Hupen – und die Trauerfamilie fährt los, Fahnenträger flankieren den Weg.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben





Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.