­
­
­
­

Widerstand gegen «Chaos-Initiative»: Ostschweizer Politik und Wirtschaft schalten sich ein

In der Ostschweiz formiert sich Widerstand gegen die «Nachhaltigkeits-Initiative» der SVP. Auch Regierungsmitglieder sind in einem neuen Komitee aus St.Gallen und beiden Appenzell vertreten.
Die beiden St.Galler Regierungsmitglieder Susanne Hartmann (Mitte) und Beat Tinner (FDP) schliessen sich dem Kampf gegen die SVP-Initiative an. (Bild: Benjamin Manser)

Eineinhalb Monate vor der Abstimmung über die «10-Millionen-Schweiz» formiert sich immer mehr Widerstand gegen das SVP-Begehren. In der Ostschweiz wehren sich nicht nur die Wirtschaftsverbände: In den Kantonen St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden hat sich das überparteiliche Komitee «Nein zur Chaos-Initiative» formiert.

Das Komitee besteht aus namhaften Vertreterinnen und Vertretern der Mitte, der FDP und der GLP. So gehören hohe Politikerinnen aus der Ostschweiz dem Co-Präsidium an: Ständerat Andrea Caroni (AR), die beiden St.Galler Regierungsmitglieder Susanne Hartmann und Beat Tinner, Unternehmer und Kantonsrat Christof Züger (FDP), die St.Galler Stadträtin Sonja Lüthi und aus dem Nationalrat Susanne Vincenz-Stauffacher und Nicolò Paganini.

Mit Urs Cadrovi, Direktor der Hirslanden-Klinik Stephanshorn, Salome Zeintl, Geschäftsführerin der Zeintra AG, Christoph Bärlocher, Präsident des Kantonalen Gewerbeverbands St.Gallen und Andrea Berlinger Schwyter, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell sind auch Gesundheitswesen und Wirtschaft im Komitee-Präsidium vertreten.

Komitee befürchtet starke Einschnitte

«Die Initiative verkennt die demografische Realität», schreibt das Komitee in einer Mitteilung. Die Bevölkerung werde immer älter, gleichzeitig fehlten Arbeitskräfte. Ohne angemessene Zuwanderung mangle es an Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonen, IT-Spezialisten, Handwerkern sowie an Arbeits- und Fachkräften zahlreicher Branchen. Das führe insbesondere in ländlichen Regionen zu längeren Wartezeiten, höheren Kosten und spürbaren Einschränkungen im Alltag.

Das Komitee befürchtet zudem Engpässe in sensiblen Bereichen des Gesundheitswesens, des Bau- und Gastgewerbes sowie des Tourismus. «Familien, ältere und kranke Menschen sowie die Grundversorgung wären stark belastet», heisst es weiter. Der Staat wäre bei einer Annahme zudem für die Umsetzung des Kontingents zuständig. «Eine derartige Planwirtschaft schafft Bürokratie, benachteiligt Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) und schwächt unseren Wirtschaftsstandort.» Weiter gefährde die Initiative den bilateralen Weg mit der EU und das Schengen-Dublin-Abkommen. (ddm)

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Streit um Lottogeld für Online-Agenda: St.Galler Regierung startet neuen Versuch

Die St.Galler Regierung will 89 Projekte mit Geld aus dem Lotteriefonds unterstützen. Dazu gehört auch die Online-Agenda Minasa, deren Beitrag der Kantonsrat im letzten Dezember kurzfristig gestrichen hatte.
01.05.2026
AboDer hohe Preis der Abschottung

«Ein starrer Deckel gefährdet unseren Wohlstand»

Kammern und Verbände wie die IHK St. Gallen-Appenzell warnen vor einer Bedrohung für das bilaterale Gefüge und die Arbeitsmarktstabilität durch die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».
30.04.2026

AKW-Verbot wackelt, Chaos im VBS und dubiose Pflegegeschäfte

Das AKW-Neubauverbot steht politisch vor dem Aus, im Verteidigungsdepartement herrscht Unordnung bei milliardenschweren Rüstungsprojekten, und Pflegefirmen verdienen kräftig an Angehörigen. Die wichtigsten Geschichten aus der Sonntagspresse.
03.05.2026

Wettbewerb

Citytrain Citytour Familienticket zu gewinnen
Citytrain

Umfrage der Woche

Wie empfanden Sie das Verhältnis zwischen E-Bikes und normalen Fahrrädern beim Slow-Up?
vor 18 Stunden
­
­