Äpfel, Zimt und Nostalgie: Ein Teller lang Kind sein mit Öpfelchüechli
Es gibt Gerichte, die immer heimelig nach Kindheit schmecken und Erinnerungen wachrufen. An den Kachelofen mit den Chriesisteinsäcken und das kalte WC neben der Küche, an Grossmutters Tischtuch und Grossvaters Schaukelstuhl, den Teller mit grünem Rand und den schwarzen Hühnern unter der Vanillecreme. Ja, Vanillecreme, denn es sind meistens die süssen Abendessen, auf die man sich als Kind so gefreut hat: Milchreis mit Zwetschgenkompott, Omeletten mit Zimtzucker, Fotzelschnitten mit Apfelmus oder Griesschöpfli mit Himbeersirup. Oder eben Öpfelchüechli mit Vanillecreme.
Natürlich erinnern diese Festmähler an die Kindheit, weil man sich irgendwann zu alt und zu cool fühlt für süssen Znacht, spätestens wenn man ausgezogen ist und in der WG Pizza bestellt oder sich für indische Küche oder vegane Ernährung interessiert. Bis man vielleicht selbst Eltern wird, oder Grosseltern, und dann am Jahrmarkt an einem Stand vorbeiläuft, mit frisch frittierten Öpfelchüechli voll Zimtzucker und einer dicken Schicht Vanillesauce, und denkt: «Öpfelchüechli, das wär mal wieder was.»
Eine ölige Sache
Dann suchen wir also mal den Apfelentkerner in der Schublade und machen Öpfelchüechli wie am Jahrmarkt:

- 4-5 Äpfel, eher säuerlich oder süss-säuerlich
- ½ Zitrone, Saft
- 1 EL Zucker
- 150 g Mehl
- 1,5 dL Apfelsaft oder Wasser
- 2 Prisen Salz
- 2 Eigelb
- 2 Eiweiss
- ca. 1 Liter Öl
Zuerst rühren wir aus dem Mehl, dem Apfelsaft, dem Salz und dem Eigelb einen Teig an. Dann rühren wir in einem Becher den Zucker in den Zitronensaft. Nun kommt der entscheidende Teil: Wir schälen die Äpfel und befreien sie vom Bitzgi. Dann schneiden wir sie in 0,5 bis 1 cm dicke Ringe. Die legen wir auf einem Teller bereit und beträufeln sie mit der Zitronen-Zucker-Mischung. Nun schlagen wir die Eiweisse steif und heben sie unter den Teig, während wir in einem Topf das Öl aufheizen. Daneben einen Teller mit Zimtzucker bereit legen.

Die Apfelringe mit dem Haushaltspapier abtupfen und in den Teig geben. Wenn das Öl heiss ist, die Ringe herausnehmen, und etwas abtropfen lassen, portionenweise ins Öl geben, beidseitig goldbraun frittieren. Auf einem Haushaltspapier etwas abtropfen lassen und dann im Zimtzucker wenden. Am besten mit Vanillecreme servieren.
Vanillecreme
Die Vanillecreme selber kochen ist gar nicht so schwierig. Dazu geben wir ca. 4 dl Milch in eine Pfanne. Dazu kommen ein Ei, ein aufgeschnittener Vanillestengel, 1 EL Maisstärke und 2 EL Zucker. Alles mit einem Schwingbesen aufkochen, in eine Schüssel giessen und etwas kühl stellen, fertig.
Die Öpfelchüechli für den Alltag
So schmecken die Öpfelchüechli wie am Jahrmarkt. Aber trotzdem: Es sind nicht die Öpfelchüechli, auf die ich mich als Kind freute und die ich immer noch im Hinterkopf habe. Die waren anders. Mein Vater, der damals für Öpfelchüechli zuständig war, machte sie viel einfacher. Der Teig glich eher einem dünnen Omelettenteig, und zum Ausbacken reichte eine Bratpfanne mit etwas Öl und Butter. Klar, da fehlt etwas der Crunch des frittierten Ausbackteigs. Und in der Bratpfanne stopft der Teig gerne das typische Loch in der Mitte zu. Und doch sind sie ebenso fein. Klar, vielleicht hilft da etwas die Nostalgie.
Einfache Öpfelchüechli- 4-5 Äpfel
- 2 EL Zitronensaft
- 130 Gramm Mehl
- 2 EL Zucker
- 2 Eier
- 1,5 dl Wasser und Milch, gemischt

Auch hier machen wir zuerst wie oben die Apfelringli und bestreichen sie etwas mit Zitronensaft. Aus dem Mehl, dem Zucker, den Eiern und dem Milchwasser rühren wir einen Teig an. Damit der Teig besser hält, wenden wir die Ringli zuerst in etwas Mehl und geben sie dann in den Teig. Nun in einer Bratpfanne Butter oder Öl erhitzen, Öpfelchüechli portionenweise braten. Das Resultat sieht zwar nicht so elegant aus wie die frittierte Variante. Aber sie ist viel praktischer – und kommt so auch öfter auf den Tisch. Mit Zimtzucker und Vanillecreme natürlich. En Guete!

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben










Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.