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Äpfel, Zimt und Nostalgie: Ein Teller lang Kind sein mit Öpfelchüechli

Äpfel, Zimtzucker und Vanillecreme passen hervorragend zusammen. Deshalb freuen sich junge und alte Kinder auf Öpfelchüechli.
Öpfelchüechli: Zum Reinbeissen. (Bild: Kaspar Enz)
Das wichtigste Utensil für Öpfelchüechli ist der Apfelentkerner. (Bild: Kaspar Enz)
Öpfelchüechli, frisch aus dem Frittieröl. (Bild: Kaspar Enz)
Öpfelchüchli, alltagstauglich wie bei Grossmutter. (Bild: Kaspar Enz)
Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)

Es gibt Gerichte, die immer heimelig nach Kindheit schmecken und Erinnerungen wachrufen. An den Kachelofen mit den Chriesisteinsäcken und das kalte WC neben der Küche, an Grossmutters Tischtuch und Grossvaters Schaukelstuhl, den Teller mit grünem Rand und den schwarzen Hühnern unter der Vanillecreme. Ja, Vanillecreme, denn es sind meistens die süssen Abendessen, auf die man sich als Kind so gefreut hat: Milchreis mit Zwetschgenkompott, Omeletten mit Zimtzucker, Fotzelschnitten mit Apfelmus oder Griesschöpfli mit Himbeersirup. Oder eben Öpfelchüechli mit Vanillecreme.

Natürlich erinnern diese Festmähler an die Kindheit, weil man sich irgendwann zu alt und zu cool fühlt für süssen Znacht, spätestens wenn man ausgezogen ist und in der WG Pizza bestellt oder sich für indische Küche oder vegane Ernährung interessiert. Bis man vielleicht selbst Eltern wird, oder Grosseltern, und dann am Jahrmarkt an einem Stand vorbeiläuft, mit frisch frittierten Öpfelchüechli voll Zimtzucker und einer dicken Schicht Vanillesauce, und denkt: «Öpfelchüechli, das wär mal wieder was.»

Eine ölige Sache

Dann suchen wir also mal den Apfelentkerner in der Schublade und machen Öpfelchüechli wie am Jahrmarkt:

Das wichtigste Utensil für Öpfelchüechli ist der Apfelentkerner. (Bild: Kaspar Enz)
Zutaten für frittierte Öpfelchüechli
  • 4-5 Äpfel, eher säuerlich oder süss-säuerlich
  • ½ Zitrone, Saft
  • 1 EL Zucker
  • 150 g Mehl
  • 1,5 dL Apfelsaft oder Wasser
  • 2 Prisen Salz
  • 2 Eigelb
  • 2 Eiweiss
  • ca. 1 Liter Öl

Zuerst rühren wir aus dem Mehl, dem Apfelsaft, dem Salz und dem Eigelb einen Teig an. Dann rühren wir in einem Becher den Zucker in den Zitronensaft. Nun kommt der entscheidende Teil: Wir schälen die Äpfel und befreien sie vom Bitzgi. Dann schneiden wir sie in 0,5 bis 1 cm dicke Ringe. Die legen wir auf einem Teller bereit und beträufeln sie mit der Zitronen-Zucker-Mischung. Nun schlagen wir die Eiweisse steif und heben sie unter den Teig, während wir in einem Topf das Öl aufheizen. Daneben einen Teller mit Zimtzucker bereit legen.

Öpfelchüechli, frisch aus dem Frittieröl. (Bild: Kaspar Enz)

Die Apfelringe mit dem Haushaltspapier abtupfen und in den Teig geben. Wenn das Öl heiss ist, die Ringe herausnehmen, und etwas abtropfen lassen, portionenweise ins Öl geben, beidseitig goldbraun frittieren. Auf einem Haushaltspapier etwas abtropfen lassen und dann im Zimtzucker wenden. Am besten mit Vanillecreme servieren.

Die Öpfelchüechli für den Alltag

So schmecken die Öpfelchüechli wie am Jahrmarkt. Aber trotzdem: Es sind nicht die Öpfelchüechli, auf die ich mich als Kind freute und die ich immer noch im Hinterkopf habe. Die waren anders. Mein Vater, der damals für Öpfelchüechli zuständig war, machte sie viel einfacher. Der Teig glich eher einem dünnen Omelettenteig, und zum Ausbacken reichte eine Bratpfanne mit etwas Öl und Butter. Klar, da fehlt etwas der Crunch des frittierten Ausbackteigs. Und in der Bratpfanne stopft der Teig gerne das typische Loch in der Mitte zu. Und doch sind sie ebenso fein. Klar, vielleicht hilft da etwas die Nostalgie.

Einfache Öpfelchüechli
  • 4-5 Äpfel
  • 2 EL Zitronensaft
  • 130 Gramm Mehl
  • 2 EL Zucker
  • 2 Eier
  • 1,5 dl Wasser und Milch, gemischt
Öpfelchüchli, alltagstauglich wie bei Grossmutter. (Bild: Kaspar Enz)

Auch hier machen wir zuerst wie oben die Apfelringli und bestreichen sie etwas mit Zitronensaft. Aus dem Mehl, dem Zucker, den Eiern und dem Milchwasser rühren wir einen Teig an. Damit der Teig besser hält, wenden wir die Ringli zuerst in etwas Mehl und geben sie dann in den Teig. Nun in einer Bratpfanne Butter oder Öl erhitzen, Öpfelchüechli portionenweise braten. Das Resultat sieht zwar nicht so elegant aus wie die frittierte Variante. Aber sie ist viel praktischer – und kommt so auch öfter auf den Tisch. Mit Zimtzucker und Vanillecreme natürlich. En Guete!

Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)
 
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