Im Gedenken an alt Gemeindepräsident Roger Hochreutener: Er war ein echter Macher
Immer, wenn Roger Hochreutener eine neue Aufgabe übernahm, schritt er unverzüglich zur Tat. Er sprach nicht nur über Probleme, sondern suchte als echter Macher nach Lösungen. Ohne Wenn und Aber. In Tübach führte er als eine der ersten Gemeinden im Kanton St.Gallen die Einheitsgemeinde ein. Er reorganisierte die Gemeindeverwaltung und baute die Infrastruktur aus. In Eggersriet und in Lichtensteig sanierte Hochreutener die Finanzen. Zudem machte er sich in Lichtensteig an die Entwicklung der Altstadt. Dazu gehörte die Neugestaltung des Obertorplatzes. Initiativen, die den Grundstein für die Auszeichnung Lichtensteigs mit dem Wakkerpreis im Jahr 2023 legten.
Trotz dieser ausgeprägten Orientierung an den zu erledigenden Aufgaben war Roger Hochreutener mehr als ein effizienter Verwalter. Immer ging es ihm auch um die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, was er unter anderem mit seiner aktiven Teilnahme am Dorfleben zeigte. Er liebte die Geselligkeit, war weltoffen und humorvoll.
Hochreutener hatte aber auch einen sicheren Blick für die übergeordnete Perspektive. Während rund 20 Jahren betreute er als Geschäftsführer den Verband der St.Galler Gemeindepräsidien (VSGP). Er setzte sich für starke Gemeinden ein und widersetzte sich, falls nötig, der zunehmenden Zentralisierung öffentlicher Aufgaben auf Ebene der Kantonsverwaltung. In dieses Bild passte seine Aufgabe als Geschäftsführer des Trägervereins Integrationsprojekte St.Gallen (TISG). Dieser erfüllt im Auftrag aller 75 St.Galler Gemeinden Aufgaben in der Unterbringung, Betreuung sowie der sozialen und beruflichen Integration von Flüchtlingen. Eine Arbeit, bei der er unter anderem seine profunden Gastrokenntnisse einbringen konnte und zwei Restaurants, den Rüthihof in Rüthi und das Leonardo in St.Gallen, übernommen hat. Als ausgebildeter Rechtsagent setzte er sich zudem immer wieder für rechtsstaatlich korrekte Verfahren ein. Notfalls auch gegen die Haltung seiner Weggefährten.
Alle seine Mandate übte Roger Hochreutener in einer Teilzeitanstellung aus – auch die Gemeindepräsidien. Die beruflichen Aktivitäten und Mandate führte er in seiner eigenen Firma Hochreutener Treuhand & Rechtsberatung zusammen. Seine unternehmerische Persönlichkeit war es denn auch, die in der politischen Auseinandersetzung immer wieder zu Widerspruch führte. Hochreutener war es gewohnt, zu entscheiden, vorwärts zu machen und Projekte so rasch wie möglich abzuschliessen. Denk- und Handlungsmuster, die nur bedingt zur Suche nach Kompromissen und zur Langatmigkeit politischer Verfahren passen. Dies erklärt auch, weshalb Roger Hochreutener von manchen als streitbar wahrgenommen wurde. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Verstorbene mit seinen Macherqualitäten sehr viel zugunsten der Allgemeinheit erreicht hat. Dafür wird uns Roger Hochreutener in dankbarer Erinnerung bleiben.
Nachruf-Autor Michael Götte, SVP-Nationalrat und Gemeindepräsident von Tübach, kannte Roger Hochreutener während seiner beruflichen Laufbahn. Als Gemeindepräsident von Tübach war Hochreutener im Rahmen von Göttes Berufsausbildung dessen Lehrmeister. 2005 wurde Götte zu Hochreuteners Nachfolger gewählt.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.