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Zwei Petitionen fordern nach der Sperrung der Mühlaubrücke ein Provisorium

Die Sperrung der Mühlaubrücke in Bazenheid trifft die Region ins Mark: Der motorisierte Verkehr ist zu Umwegen gezwungen, während für Fussgänger und Velofahrende jegliche Querungsmöglichkeit fehlt. Zwei Petitionen fordern nun ähnliche Massnahmen.
Für die Dauer der Sperrung und den Ersatzbau der Mühlaubrücke soll für Fussgänger und Velofahrende ein provisorischer Übergang erstellt werden. (Bild: zvg)

Der Weg von Bazenheid nach Jonschwil führt neu über Lütisburg: 7,2 Kilometer statt 3,1 über die Mühlaustrasse, wie «Google Maps» mit Verweis auf die Sperrung der Mühlaubrücke ausweist. Diese ist komplett gesperrt – wohl für Jahre. Wegen Einsturzgefahr blieb den Behörden nach der Zustandsprüfung vom Donnerstag keine andere Wahl.

Auch beim Ersatzbau sind ihnen vorerst die Hände gebunden, nachdem die Bürgerversammlung von Lütisburg den Projektierungskredit für den Neubau im März aus dem Budget gestrichen hat.

Polizei erwartet keine massiven Auswirkungen

Die Kantonspolizei St.Gallen rechnet zwar mit einer zusätzlichen Belastung in der Umgebung, relativiert jedoch: «Da die Mühlaubrücke kein hohes Verkehrsaufkommen aufweist, dürfte sich diese in Grenzen halten.» Die Leistungsfähigkeit bei der Lichtsignalanlage beim Thurstich in Lütisburg lasse sich kaum erhöhen. Ob eine Umverteilung der Grünphasen Entlastung bringen könnte, müsste das kantonale Tiefbauamt prüfen, heisst es auf Nachfrage.

Ungeachtet dieser Einschätzung hat die Sperrung innerhalb weniger Tage zwei Petitionen an die Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden ausgelöst. Der ehemalige Kirchberger Gemeinderat Michael Sutter hält auf der Petitions-Plattform «Petitio» fest, die «klare Dringlichkeit» müsse genutzt werden, um Verfahren zu beschleunigen und Lösungen  voranzutreiben. Bereits in den ersten 24 Stunden haben über 300 Unterstützende unterschrieben.

Provisorische Brücke für Fussgänger und Velofahrende

Inhaltlich verlangt die Petition die Prüfung und rasche Realisierung einer provisorischen Brücke oder einer vergleichbaren, sicheren Querungsmöglichkeit für Fussgänger und Velofahrende. Diese soll nach Möglichkeit mit der vorgesehenen provisorischen Lösung für die Werkleitungen verknüpft werden.

Gefordert werden zudem eine regelmässige Information der Bevölkerung sowie ein kritischer Blick auf bestehende politische und administrative Abläufe mit dem Ziel der Beschleunigung. «Die Verantwortlichen werden aufgefordert, in Zusammenarbeit mit Bund und Kanton alle Optionen für eine Übergangslösung auszuschöpfen.»

Lösung für Werkleitungen als Chance

In die gleiche Richtung zielt die Petition, welche die SVP unter www.muehlaubruecke.ch lanciert hat. Auch sie fordert neben dem Ersatzneubau der Mühlaubrücke «eine rasche Übergangslösung für Fussgänger und Velofahrende». Stand Montagmittag lag die Zahl der Unterschriften knapp unter der angestrebten Marke von 100.

Vom Start der SVP-Petition zeigte sich Michael Sutter überrascht: «Davon hatte ich keine Kenntnis», sagt er. Weil aber doppelt genäht besser hält, ist sie für ihn weniger eine unnötige Doppelspurigkeit, als mehr eine Bestätigung des Handlungsbedarfs.

Sutter ist sich bewusst, dass das gewünschte Provisorium die Probleme des motorisierten Individualverkehrs, des Gewerbes sowie der Blaulichtorganisationen nicht löst. Er betont aber: «Die Brücke ist auch eine wichtige Verbindung zu Naherholungsgebieten und für Berufspendler, die mit dem Velo unterwegs sind.» Zudem müsse für die Werkleitungen ohnehin eine Lösung gefunden werden: «Da bietet sich ein erweiterter provisorischer Übergang an.»

Neue Ausgangslage nach Brückensperrung

Umso mehr, als sich der Ersatzbau trotz bestehender Planung hinziehen dürfte. Wie lange hängt auch von Lütisburg ab. Die SVP verbindet ihre Petition denn auch mit der Hoffnung, dass die Stimmberechtigten auf ihren ablehnenden Entscheid zurückkommen: Mit der dauerhaften Sperrung liege «eine grundlegend neue Ausgangslage» vor, über die die Bürgerversammlung so noch nie befunden habe.

Auch Michael Sutter sagt: «Ich gehe davon aus, dass damals die Meinung vorherrschte, das Projekt könne wegen der längeren Lebensdauer der Brücke aufgeschoben werden.»

 
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